Rinspeed UC? in Genf 2010

Rinspeed UC? in Genf 2010

— 16.12.2009

Auto zum Bahnfahren

Rinspeed präsentiert auf dem Genfer Salon 2010 das kleine Elektroauto UC?, das für Langstrecken in einen speziellen Eisenbahnwaggon verfrachtet werden kann. Es sieht einem altbekannten Citycar zum Verwechseln ähnlich.

Kleines Handgepäck: Der Elektro-Zweisitzer Rinspeed UC? soll auf Langstrecken per Eisenbahn mitreisen wie ein Rollkoffer. Der Schweizer Auto-Thinktank Rinspeed will für das Projekt bereits Investoren begeistert haben, die eine Serienfertigung in greifbare Nähe rücken lassen. Mehr wird aber nicht verraten. Nur so viel: Der Stadtflitzer UC? (das Fragezeichen gehört zum Namen dazu), der dem Smart fortwo auf beinahe entlarvende Weise ähnelt, soll mit Akkubetrieb 120 Kilometer weit kommen. Im Platzbedarf unterbietet der "Urban Commuter" (Stadt-Pendler) mit 2,50 Meter sogar sein Vorbild um 20 Zentimeter – damit dürfte auch Querparken keine Politesse mehr erzürnen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Rinspeed mit 110 km/h an. Gesteuert wird der UC? per Joystick. Für den PR-Gag Bahntransport sieht der innovative automobile Vordenker spezielle Waggons vor, die an Intercity-Züge angekoppelt werden könnten. Der Platz wird über das Internet gebucht, das Fahrzeug beim Einsteigen im Bahnhof verladen.

Auf einen Blick: Die Stars des Genfer Autosalon 2010

Rasender Rollkoffer: Bis zu 110 km/h schnell soll der Stadtflitzer UC? sein, der Akku hält 120 Kilometer weit.

Am Stellplatz ist auch ein Netzanschluss angebracht, damit der UC?-Akku bequem während der Bahnfahrt wiederaufgeladen werden kann. Auch dieser Gedanke wurde bei Smart schon einmal angerissen, allerdings hat Rinspeed die Idee konsequent zuende gedacht. Fehlt nur noch, dass demnächst im Langstrecken-Flugzeug Airbus A380 ebenfalls Frachtraum für das rollende Handgepäck reservierbar ist... Rinspeed-Chef Frank M. Rinderknecht: "UC? ist eine neue hoch emotionale, Web-basierte Autowelt, die Individual- und öffentlichen Personenverkehr intelligent miteinander verzahnt. Wir wollen eine Community mit Menschen schaffen, die offen sind für eine neu definierte Mobilität." Auf dem Genfer Salon 2010 will Rinspeed das Auto, das ein ganzes Mobilitätskonzept ist, der Öffentlichkeit vorstellen. Laut Hersteller ist es so ausgelegt, dass Großserienhersteller es leicht adaptieren und integrieren können. "Und da gibt es schon intensive Gespräche auf höchster Ebene", frohlockt Rinspeed.

Autor: Roland Wildberg

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