Roadtrip durch den Südosten der USA

— 22.06.2011

Entschleunigende Ferien

Einsame, riesige Wälder, kurvige Bergsträßchen, klare, saubere Seen und an jeder Ecke leckeres Barbecue: Der Südosten der USA ist das perfekte Reiseziel, um dem heimischen Berufsstress zu entfliehen.

"Mach Dich auf die Suche nach der dreckigsten, verfallensten, schäbigsten Hütte, über deren Eingang ein Schild mit der Aufschrift 'Boiled Peanuts' hängt. Kauf Dir 'ne Tüte Peanuts und halte Dich in einem Radius von 200 Meilen um diese Hütte herum auf. Mehr brauchst Du nicht!" Diesen Ratschlag gibt mir ein in Atlanta aufgewachsener Freund, den ich vor Beginn meines USA-Roadtrips nach Orten der Ruhe und Entspannung befrage. Die anschließende Recherche nach Gegenden, in denen "Boiled Peanuts" hergestellt und direkt am Straßenrand feilgeboten werden, weist die Bundesstaaten, Georgia, South Carolina, North Carolina, Alabama, Tennessee und Kentucky als ideale Reiseziele aus.

Relaxen nach Südstaaten-Style: Angeln und Schießen

Hoch hinaus geht es über die kurvigen Straßen in den Great Smoky Mountains.

Nach der Landung in der riesigen Olympia-Stadt von 1996, Atlanta, und reichhaltigem Dinner mit Shrimps und Bier ruft am nächsten Morgen einerseits die Straße in die ländliche Einsamkeit, andererseits die innere Stimme: "Wo sind die Erdnüsse?" In dem schneeweißen Fünfmeter-Schlachtschiff Yukon (325 PS, 5,3-Liter-V8) der GM-Tochter GMC geht es schnurstracks nach Osten Richtung Lake Murray, einem riesigen, zerklüfteten See in South Carolina. Einen Catfish (Wels) fangen und mit einem Luftgewehr auf blecherne Zielscheiben ballern sind die Strategien des Tages. Was man im Süden der USA in seiner Freizeit eben so treibt. Ergebnis am Ende des Tages: Die Flinte nimmt den Stahl-Steinbock voll aufs Korn, der 15-Pfund-Wels sucht kurz vor dem Boot das Weite. Zum anschließenden Dinner gibt's Smoked Ham anstatt Grilled Catfish.

Tail of the dragon: 318 Kurven auf elf Meilen

Anziehungspunkt für Dirty Dancing-Fans: Im Esmeralda Inn in Lake Lure tanzten sich Patrick Swayze und Jennifer Grey die Füße wund.

Kurz nach dem ersten Hahnenschrei am Folgetag sind die Great Smoky Mountains das nächste Etappenziel. Nach kurzem Boxenstopp am Lake Lure, dem See, wo einst Patrick Swayze Jennifer Grey im Film "Dirty Dancing" aus dem Wasser katapultierte, ist das wunderschöne Städtchen Ashville der mittägliche Stopp. Hier gibt es leckere Organic Food-Restaurants, unzählige Galerien und sonstige Kunstbuden sowie einen ersten traumhaften Ausblick in die unendliche Weite der "Smokys". Über den "Blue Ridge Parkway" und den Highway 129 "Tail of the dragon" mit 318 Kurven auf elf Meilen, finden wir an einer Straßengabelung die ersehnte Boiled Peanuts-Bude. Diese Dinger sind verdammt lecker, alles läuft nach Plan.

Whiskey satt am Bourbon Trail

Unser Yukon vom Vermieter Hertz bringt uns durchs ländliche Tennessee weiter nach Knoxville – eine Stadt, die man schnell abgehakt hat. Essen, schlafen, joggen, ein wenig Industrieromantik und weiter. Vorbei an wilden, tosenden Wasserfällen und noch wilderen, züngelnden Giftschlangen am Ufer dieser, ist der Bourbon Trail in Kentucky das nächste Ziel. Freunde des bernsteinfarbenen Gesöffs kommen hier voll auf Ihre Kosten. Alle paar Meter lädt eine schmucke Destille (Jim Beam, Wild Turkey, Maker's Mark, Four Roses etc.) zum Verkosten ein. In Bardstown, der selbsternannten Welt-Bourbon-Hauptstadt, lohnt sich eine Einkehr in der Old Talbott Tavern. Es gibt vorzügliches Südstaaten-Essen und Abraham Lincoln war auch schon hier. Den Bourbon-Kater am Folgetag kann man auf einem der zahlreichen Golfplätze rund um Bardstown mit satten Schwüngen vertreiben. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Holz 1 oder Eisen 7 verwendet. Putten hingegen erhöht aufgrund der hohen Konzentrationsstufe das Kopfweh.

Erst "Choo Choo", dann 66 Biere vom Fass

Moderne Kunst in herrlichen Parkanlagen: Riverwalk entlang des Tennessee River in Chattannooga.

Von Bardstown sind es nur 120 Meilen (knapp zwei Stunden Fahrt) bis ins Country-Mekka Nashville. Hier sollten Reisende auf jeden Fall eine Übernachtung einplanen und durch die unzähligen Country-Bars tingeln, die fesselnde Live-Musik bieten. Ein phantastisches Barbecue gibt's in Jack's B-B-QUE auf der Vergnügungsmeile Broadway. Kater-Golfen ist auch hier gut möglich! Die letzte Etappe führt nach Chattanooga. Die Stadt ist sehr sauber und grün, entlang des Tennessee River kann man auf dem wunderschönen, von Kunstwerken gesäumten "Riverwalk" lange Spaziergänge machen oder den sehenswerten "Chattanooga Choo-Choo" (einst ein berühmter Bahnhof, heute ein Hotel) bestaunen. Zum Durstlöschen nach dem kräftezehrenden Marsch am Abend taugt ganz besonders das Taco Mac mit seinen 66 Fassbieren. Hier findet jeder einen Gerstensaft nach seinem Geschmack. Wer jetzt noch ein paar Erdnüsse aus der Peanuts-Bruchbude in der Hosentasche versteckt hat, kann sich glücklich schätzen. Die passen zu einem kühlen Bierchen nämlich ganz famos.
Restaurant-Tipps des Autors
Restaurant Stadt
Fontaine’s Oyster House Atlanta (Georgia)
Blue Marlin
Columbia (South Carolina)
Early Girl Eatery Ashville (North Carolina)
Patrick Sullivan’s Knoxville (Tennessee)
Old Talbott Tavern Bardstown (Kentucky)
Jack’s Bar-B-Que Nashville (Tennessee)
Zarzour’s Chattanooga (Tennessee)
Taco Mac Chattanooga (Tennessee)

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