Rocklegende Ken Hensley

Ken Hensley Racing Team (ca. 1973) Ken Hensley Racing Team (ca. 1973)

Rocklegende Ken Hensley

— 08.06.2007

Immer noch gut im Rennen

Mit Uriah Heep wurde er weltberühmt. Stand er nicht auf der Bühne, orgelte er über die Rennpisten. Mit seinem eigenen Formel-Ford-Team. Erinnerungen an die schnellen 70er.

Kennen Sie Ken Hensley? Nein, der ist kein Rennfahrer. Aber Ken Hensley war mal Rennfahrer. Doch die großen Pisten der Welt wurden für ihn nicht zur großen Bühne. Zum Superstar wurde der 61 Jahre alte Engländer durch seine Musik. "Lady in Black", diesen Rock-Evergreen aus dem Jahre 1971, den hat er geschrieben. Und mit diesem Megahit verdiente der Keyboarder und Gitarrist bei seiner damaligen Kultband Uriah Heep viel Geld. So viel, dass er sich ein eigenes Formel Ford-Team mit drei Autos leisten konnte.

Weltstar auf der Bühne, Letzter auf der Piste

Großartiger Musiker, mäßiger Rennfahrer: Ken Hensley beim Dreher im Formel-Ford-Flitzer.

"In meinem ersten Rennen wurde ich absolut Letzter", gesteht Ken Henley heute lachend. Der Anfängerkurs in der Rennfahrerschule von Brands Hatch hatte offensichtlich nicht ganz gereicht. Doch der virtuose Tastenzauberer mit der dicken Lockenmähne ließ nicht locker. Und wurde in seinem Formel-Ford-Flitzer mit einem Chassis der längst vergessenen Marke Dulon immer mutiger: "Bei einem Regenrennen in Brands Hatch habe ich mich vor lauter Übermut ausgangs der Druids-Haarnadel gedreht und stand quer zur Fahrbahn." Trotz seines eher bescheidenen Talents als Racer schaffte es Ken Hensley auf Seite 1 der britischen Motorsport-Bibel Autosport. "Sie nahmen ein Foto, kurz bevor ich überrundet wurde. Auf dem Cover sah es aber so aus, als würde ich vor allen andern in Führung liegen", amüsiert er sich.

Baujahr 1945: Am 24 August wird Ken Hensley 62 Jahre alt.

Als Musikheld der 70er bekam er natürlich auch zu den Stars der Formel 1 einen ganz heißen Draht. Hensley: "Auf der Hochzeit von George Harrison traf ich Jody Scheckter (1979 letzter Ferrari-Weltmeister vor Michael Schumacher, d. Red.), und wir diskutierten ausgiebig seinen berühmten Silverstone-Crash." Zur Erinnerung: In einem McLaren hatte Scheckter, der Südafrikaner, als F1-Neuling 1973 beim englischen Grand Prix in Silverstone eine Startkarambolage ausgelöst und dabei fast das gesamte Feld mit ins Aus gerissen. "Und ich habe vom Boxendach aus das ganze Chaos hautnah mitgekriegt", schaudert es Hensley noch heute.

"Blood on the Highway" – lesen oder hören, beides lohnt

Frisch auf dem Markt: Hensleys neues Album "Blood on the Highway"

Mit der Rennfahrerei war für ihn schon Mitte der 70er Jahre Schluss, mit Uriah Heep dann 1980. Aber Ken Hensley gibt an der Elektronikorgel auch heute noch mächtig Gas mit selbstgemachtem Rock vom Allerfeinsten. "Blood on the Highway" heißt seine neue CD, die gerade frisch erschienen ist. Darauf singt er neben andern Shoutern, wie seinem alten Heep-Kumpel John Lawton oder der Ex-Deep-Purple-Röhre Glenn Hughes, über sein wildes Musikerleben. Das in den 70ern fast genauso lebensgefährlich war wie die Autorennen jener Zeit.

Doch Ken Hensley hat alles überlebt. Und hat darüber nicht nur Songs geschrieben, sondern auch ein Buch. Das erscheint wie die aktuelle CD unter dem Titel "Blood on the Highway". Darin findet sich garantiert auch noch manch andere lustige Anekdote der wild orgelnden Legende.

Autor: Leopold Wieland

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.