Rolls-Royce Dawn (2016): Fahrbericht

Rolls-Royce Dawn (2016) im Test: Fahrbericht

— 21.03.2016

Fahrt im teuersten Cabrio der Welt

Das neue Rolls-Royce-Cabrio ist angeblich nicht nur ein offener Rolls-Royce Wraith. Bei einer Probefahrt mit dem Dawn hat AUTO BILD das genau überprüft.

Das Verdeck öffnet sich langsam: In 22 Sekunden wird der Rolls-Royce Dawn zum Cabrio.

Der Rolls-Royce Dawn will auf keinen Fall ein Wraith-Cabrio sein. Deshalb sind mehr als drei Viertel der Außenbleche neu. Allerdings wurde das Design nur leicht variiert: Trotz zurückgesetzter Kühlermaske, neuer Räder und ausgeprägterem Hüftschwung sieht man die Ähnlichkeit zum Rolls-Royce Wraith. Das Dach des Rolls-Royce Dawn öffnet auf Knopfdruck, allerdings dauert es 22 Sekunden – ein Porsche Boxster entblättert sich zehn Sekunden fixer. Sobald die Reifen an Grip verlieren, kommt der Dawn auf Wunsch mächtig quer. Allradantrieb? "Dieser Wunsch wird von Kundenseite kaum an uns herangetragen," sagt Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvos.

Rolls-Royce Dawn (2016): Fahrbericht

Video: Rolls-Royce Dawn (2016)

Das 330.000-Euro-Cabrio

Ab 80 km/h ist alles wunderbar, darunter fehlt es an der entspannten Grundgeschmeidigkeit. Die Lenkung im Rolls-Royce-Dawn arbeitet gefühlsecht, der Grip hat etwas lakritziges, der V12 schält mit seinen 780 Newtonmetern Schwungmasse den Asphalt im Zeitraffer von der Fahrbahn. Die Bremse springt weich an. Da kommt der gediegene Rolls-Royce durch, sportlichen Fahrern fehlen Biss und mehr Nachdruck auf den letzten Metern des Anhaltewegs. Die verstellbaren Stabilisatoren machen das Cabrio in schnellen Kurve steifbeinig, verhindern die Querbeschleunigung aber nicht. Schaltpaddel oder Sportprogramm würden gut zum Dawn passen – leider ist beides nicht vorgesehen.

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Power Meter zeigt V12-Kraft an

Das einzige Extra, dessen Anschaffung man sich gut überlegen sollte, sind die 21-Zoll-Räder.

Dafür gibt es adaptives LED-Licht Night Vision, Navigation und Head-up-Display. Zu den analogen Rundinstrumenten zählt das sinnfreie Power Meter. Das zeigt in Echtzeit an, wie viel Kraft der V12 noch in petto hat. Das einzige Extra, dessen Anschaffung man sich gut überlegen sollte, sind die 21-Zoll-Räder. Die Federung eines Rolls-Royce ist schon von Haus aus nicht so toll wie ihr Ruf, mit den schweren Reifen wird sie noch unbequemer. Im Fond des Dawn ist deutlich mehr Platz als beispielsweise im neuen S-Klasse Cabrio von Mercedes. Wird der Dawn schnell bewegt, bekommen die Passagiere in der zweiten Reihe allerdings ordentlich Fahrtwind ab. Im Innenraum kommt viel Holz zum Einsatz: Was nicht mit Leder überzogen oder mit Teppich belegt ist, wurde mit Ahorn, Walnuss und Co beplankt. Der Phantasie sind in Bezug auf Farbe und Firnis kaum Grenzen gesetzt. Der AUTO BILD-Testwagen war rosé lackiert, trug eine schokofarbene Kapuze, mit hellbraunem Innenraum. In Dubai mag man das so, und genau dorthin geht das Auto.

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4,9 Sekunden für den 100-km/h-Sprint

Der Dawn kann in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen, bei 250 km/h ist elektronisch Schluss. Auf der Testfahrt zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 18,2 Liter an. Motorseitig ist dieser Rolls-Royce eine Kreuzung zwischen Hubkolbenmotor, E-Maschine und Turbine mit 6,6 Litern Hubraum, Doppelturbo und Zwölfzylindern.

Preis und Marktstart

Mit 330.000 Euro ist der Rolls-Royce-Dawn derzeit das teuerste Cabrio der Welt. Die ersten Autos werden bereits im April 2016 an ihrer neuen Besitzer ausgeliefert. Laut Rolls-Royce wurde der Dawn bereits 800 Mal vorbestellt.

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Autor: Georg Kacher

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