Rolls-Royce Phantom 102EX

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Rolls-Royce Phantom 102EX: Fahrbericht

— 15.05.2011

Der größte Stromer

Luxus-Stromer von der Insel: Rolls-Royce hat mit dem Phantom 102EX ein außergewöhnliches Elektroauto geschaffen. AUTO BILD ist das "Experimental Car" gefahren.

Elektro-Motoren bieten einen Haufen Drehmoment – schon ab der ersten Umdrehung. Obendrein sind sie leiser als der diskreteste Butler. Und schwergewichtig ist so ein Rolls-Royce sowieso, da kommt es auf die Batterie auch nicht mehr an. Vielversprechend also, das findet auch der erlauchte Hersteller. Und zum Ausprobieren verwandelte er den Phantom des Hauses in ein Elektromobil. 102EX heißt es, ganz in Electric Blue lackiert – der hundertundzweite Experimental-Rolls-Royce mithin und wie alle EX-Exemplare mit rot ausgelegtem RR-Emblem versehen.

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Die leiseste Versuchung, seit es Rolls-Royce gibt: erste Ausfahrt im Experimental-Rolls.

"Wollt ihr V12, oder wollt ihr E?", lautet die Frage an die Kunden dieser Welt. "Und wenn keines von beiden, was wollt ihr dann?" Fest steht: Was sie in diesem 400-Volt-Lusttempel erleben, kann selbst die stärksten Widerstände zum Schmelzen bringen. Hinten verwöhnen den 2,7-Tonner (etwa 300 Kilo mehr als ein Serien-Phantom) zwei E-Motoren mit 394 PS (Serie: 460 PS), versüßt von 800 Nm Drehmoment ab null Umdrehungen (Serie: 720 Nm bei 3500/min). Und vorn, im einstigen Maschinenraum, türmen sich 96 Lithium-Ionen-Zellen zum größten jemals in einem Auto verbauten Batteriesatz. Kann 71 kWh speichern, dieser Akku, und würde rund 50.000 Euro kosten – Zahlen auf Rolls-Royce-Niveau. Bis zu 200 Kilometer sind drin (realistisch: rund 150), das Nachladen an der 230-V-Dose dauert 20 Stunden, bei Drei-Phasen-Strom acht Stunden. Es geht aber auch berührungsfrei: Eine Induktionsplatte im Garagenboden kommuniziert in diesem Fall mit einem Gegenstück unter dem Auto. Höchst komfortabel.

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Unterwegs zischt der Luxusdampfer ab wie ein Rennboot. Aus dem Stand lässt er dem V12 keine Chance – ein herzhafter Druck auf das Fahrpedal, ein entferntes Summen, und der Phantom wird scheinbar schwerelos. Kein Rolls-Royce hat je so geflüstert wie dieser. Überzeugend, auch wenn das E-Modell erst bei höherem Tempo leiser läuft als der Benziner. Dessen Vorteil (abgesehen von der Reichweite): Auf der Autobahn fährt er dem auf Tempo 160 begrenzten Elektro-Royce auf und davon, begleitet freilich von schwerem Edelmetallton.

Alles zur Marke Rolls-Royce

Würden Sie Ihren nächsten Rolls-Royce also mit Elektrotraktion vorziehen, Sir? Very well, Pommeroy, höre ich mich sagen. Schließlich bringt mich mein Phantom ohnehin nur zur Oscar-Verleihung. Oder zum Pferderennen. Das schafft die Batterie. Und wenn er auch nicht wirklich grün ist: Es reicht ja, wenn wenigstens die anderen grün werden. Vor Neid.

Autor: Wolfgang König

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