Rolls-Royce Phantom Coupé

Rolls-Royce Phantom Coupé Rolls-Royce Phantom Coupé

Rolls-Royce Phantom Coupé

— 17.02.2008

Deckel drauf und gut

Gentlemen, plündern Sie Ihre Konten. Hier kommt das ultimative Fahrerlebnis für finanziell Unabhängige: zwölf flüsternde Zylinder, 453 bärenstarke PS, 561 atemberaubende Zentimeter.

Lassen Sie mal kurz alle Sorgen sausen, die einen Autofahrer so plagen können – Parkplatzsorgen, Geldnöte, Umweltbedenken. Konzentrieren Sie sich ganz auf das perfekte Fahrvergnügen. Kein nerviges Motorengeräusch, niemals zu wenig Leistung, immer freie Fahrt, weil alle rechts rüber huschen, sobald Sie im Rückspiegel zu erahnen sind. Ach ja. Keine so schlechte Vision, oder? Für die Kleinigkeit von um und bei 450.000 Euro können Sie sich diese Asphaltallmachtsfantasie erfüllen. Bei Rolls-Royce. Nicht Ihre Marke? Das sollten Sie überdenken. Denn der Stolz des Empires bringt das dritte neue Modell seit der Übernahme durch BMW auf den (Finanz-)Markt. Und das soll der fahraktivste jemals gebaute Rolli sein. Der schlichte Name: Coupé. Rolls-Royce Phantom Coupé.

Der Radstand ist deutlich länger als ein kompletter Smart fortwo

Weltpremiere feiert das vierte Modell der Phantom-Baureihe auf dem 78. Genfer Salon (6. bis 16. März 2008). Der Publikumspreis für den exklusivsten Zweitürer der ersten großen europäischen Messe des Jahres ist dem knapp 2,6 Tonnen schweren Luxus-Sprinter bereits jetzt sicher. Bevor wir zu den Feinheiten des Non-plus-ultra-Gleiters kommen, hier ein paar profane Daten: Radstand 3,30 Meter (fast doppelt so lang wie der des Smart fortwo), Breite knapp zwei Meter, Wendekreis 13,1 Meter. Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, elektronisch abgeregelt. Null auf 100: 5,8 Sekunden.

Mehr davon? Der 6,75 Liter große Zwölfzylinder arbeitet auch in den beiden Phantom-Limousinen (normaler Radstand und "Extended Wheelbase") sowie im Drophead Coupé. Bescheidene Verbrauchswerte erwartet hoffentlich keiner: 23,2 Liter Super Plus gibt Rolls-Royce als Durchschnittswert im Stadtverkehr an. Im Drittelmix bläst das 720 Newtonmeter mobilisierende Aggregat immer noch 15,7 Liter durch die bewusst sichtbaren Auspuffendrohre. CO2-Emissionen? Ähem, 377 g/km.

Fast alle Karosserieteile des 2,6-Tonners sind aus Aluminum

Mit Ausnahme der zweigeteilten, als Sitzbank nutzbaren Kofferraumklappe ("Picnic Boot" genannt), der Edelstahl-Motorhaube und des Rahmens der A-Säule bestehen alle Karosserieteile des Coupés aus Aluminium. Der V12 entwickelt ein gewaltiges Drehmoment – 75 Prozent liegen bereits bei 1000 Umdrehungen an. Das erklärt die anstrengungsfreie Leistungsabgabe: Der Motor liefert seine 338 kW (453 PS) bei 5350/min und besagte 720 Nm bei 3500/min. Um das Understatement perfekt zu machen: Bei 160 km/h zeigt das Instrument für die Leistungsreserve an, dass 90 Prozent der Motorleistung noch ungenutzt sind. Wer die sechs Gänge der butterweich schaltenden Automatik höher ausdrehen will, kann am Lenkrad das "S"-Knöpfchen betätigen. Die Sporttaste aktiviert ein neues Getriebeprogramm. Und wo wir gerade bei Tasten sind: Die hinten angeschlagenen Türen kennen wir von der Drophead Coupé getauften Cabrio-Version des Phantom. Diese von Rolls-Royce/BMW wieder ausgegrabene Bauweise trägt trotz alter Vorurteile ("Selbstmödertüren") zu mehr Sicherheit bei: Hinten angeschlagene Scharniere erlauben eine durchgehende A-Säule. Und damit eine steifere Karosserie.

Wahre Schönheit kommt von innen - wie wahr

Das ist doch mal ein Arbeitsplatz. Merke: Leder, Holz, Chrom – mit anderen Materialien kommt ein Rolls-Royce-Insasse nicht direkt in Berührung.

Für das Schließen der Türen von innen gibt es eine Taste am vorderen Ausstellfenster. Der Innenraum lässt selbstverständlich keine Wünsche offen. Die analoge Uhr in der Armaturentafel verdeckt einen Medienbildschirm, der nur bei Bedarf sichtbar wird. Das Soundsystem (15 Lautsprecher) soll Studio-Qualität bieten. Holz, Leder, Cashmere, Chrom – mit anderen Materialien kommen die Passagiere nicht in Berühung. Serie: der dimmbare Dachhimmel ("Starlight Headliner"). Hunderte von winzigen Lichtwellenleitern vermitteln den Eindruck eines sternenklaren Nachthimmels. Die Beleuchtung ist von weichem bis zu hellem Leselicht einstellbar. Optional: neun Lederfarben (von "Seashell" bis "Roseleaf") und sechs Holzsorten ("Elm Cluster" bis "Zebrano"). Über das Rolls-Royce eigene Individualisierungs-Programm "Bespoke" kann man alternativ zu den neun neuen Coupé-Lackfarben zwischen insgesamt 44.000 Farbtönen wählen. Das sind sie wieder, die Alltagsorgen.

Alles weitere zum Rolls-Royce Phantom Coupé erfahren Sie in der Bildergalerie. Mehr zu den Stars von Genf (6. bis 16 März 2008) verraten wir Ihnen auf unserer Sonderseite zum 78. Auto-Salon am Lac Leman. Dort gibt es täglich alle wichtigen News zur ersten großen europäischen Automesse des Jahres. Alle Genf-Artikel im chronologischen Überblick finden Sie hier .

Autor: Ralf Bielefeldt

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