Rolls-Royce Wraith/Ghost Black Badge: Fahrbericht

Rolls-Royce Wraith/Ghost Black Badge (2016): Fahrbericht

— 02.08.2016

Schwarz und kräftig

In der Black Badge-Serie werden Rolls-Royce Ghost und Wraith uniform und stärker als je zuvor – mit deutlich mehr Drehmoment. Fahrbericht!

Black Badge – das ist das Alter Ego von Rolls-Royce. Dunkler, direkter und kraftvoller. Das jedenfalls sagt Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös. In der Praxis heißt das bei den Baureihen Ghost und Wraith: schwarzer Kühlergrill, schwarze Kühlerfigur und das in seiner Farbgebung ins Negativ verwandelte RR-Logo (silberfarbenes Doppel-R auf schwarzem Grund), Carbon-Felgen sowie zwei schwarze Endrohre
Alle News und Tests zu Rolls-Royce

Die Armaturentafel besteht aus Carbonfaser und Aluminium.

Drinnen sticht sofort die Armaturentafel aus Carbonfaser und Aluminium ins Auge, deren Oberfläche mit sechs Schichten Klarlack versiegelt und nach einer 72-stündigen Trocknungspause von Hand auf Hochglanz poliert wird. Die liegende Unendlichkeits-Acht ziert samt Unterstrich die analoge Uhr, die Einstiegsleisten und die Rückbank. Der genaue Aufpreis für diese – im Vergleich mit wesentlich stärker individualisierten Rolls-Royce-Fahrzeugen eher gering ausfallenden – Extras steht noch nicht fest. Der Preis spielt in dieser Liga aber auch gar keine Rolle. Geld interessiert nicht. Hauptsache, das Statussymbol steht schnell in der heimischen Garage. Welcher junge, schnell zu viel Geld gekommene Luxus-Kunde hat heute noch Muße und Lust, sich stundenlang beraten zu lassen, welche Farbe und Form die Nähte und welches Tier für den hochflorigen Teppich geschoren werden soll? Hier heißt es nur: "Gib uns einfach was Teures, Dunkles zum Spielen mit der netten Lady vorne drauf."

Fahrbericht Spofec Rolls-Royce Ghost

Die Black Badge-Modelle sind die stärksten Serien-Rolls-Royce

Die liegende Acht steht für Unendlichkeit – das Logo ziert Uhr, Einstiegsleisten und Rückbank.

Allerdings ist es nicht nur die Simplizität der Konfiguration, womit Rolls-Royce seine neue Klientel ansprechen möchte. Die Black Badge-Modelle von Wraith und Ghost – den Phantom wird es nicht als Black Badge geben – avancieren dank eines Software-Tunings zu den stärksten Serien-Rolls-Royce der Welt. Wird beim Wraith lediglich das Drehmoment um 70 auf 870 Newtonmeter angehoben, während die ohnehin schon brachiale Leistung bei 632 PS verharrt, wird beim Ghost an beiden Parameter Hand angelegt. Das Resultat sind 612 PS und 840 Newtonmeter, die lediglich an den beiden gewaltigen Hinterrädern ankommen. Allerdings führt allein mehr Leistung bei einem 2,5 Tonnen schweren und über fünf Meter langen Boliden nicht zwangsläufig zu einer höheren Dynamik. Doch das 40 Mann starke Ingenieurs-Team von Rolls-Royce, das zwei Jahre lang nur mit der Realisierung der Black Badge-Serie vertraut war, hat noch an ein paar weiteren Stellschrauben gedreht.

Oberklasse-Neuheiten bis 2022

Audi A7 Illustration Skoda Superb Facelift Illustration Mercedes E-Klasse Coupé Illustration

Mehr Dynamik bei hohem Komfort

Schwarze Endrohre, Carbonfelgen und schwarze Zierelemente: So sieht die Sonderedition aus.

So wirkt die Lenkung zwar auch weiterhin nicht gerade sportwagentauglich, doch sie ist deutlich direkter ausgelegt. Die Dämpfereinstellung wurde zudem mehr auf Dynamik getrimmt, ohne den Rolls-Royce-typischen lautlosen und kompromisslosen Komfort zu stören. Das wird vor allem beim starken Beschleunigen und Verzögern spürbar, da sich der Vorderwagen nicht wie zuvor gefühlt vom Boden gen Himmel aufbäumt oder beim Bremsen fast mit dem Asphalt verschmilzt. Gleichzeitig wird dem Achtgang-Automatikgetriebe ein wenig auf die Sprünge geholfen, indem der neue Low-Knopf am Lenkstockhebel gedrückt wird. Die Gänge werden dann länger ausgefahren, die Drehzahl etwas höher gehalten, und die Gasannahme reagiert signifikant spontaner – eigentlich richtig sportlich. Erst mal mit der Kombination von gewaltiger Leistung und überdurchschnittlichem Gewicht angefreundet, steht auch einer schnellen Rundenzeit nicht mehr viel im Wege.

Luxus-SUVs: Neuheiten 2016, 2017 und 2018

Rolls-Royce Cullinan Illustration Lamborghini Urus BMW X7 Illustration
"Es bleibt aber dabei, ein Rolls-Royce wird immer ein Rolls-Royce bleiben", betont Franz Drescher-Kaden, der Motorenverantwortliche des Black Badge-Teams – und fährt die Erwartungen an überdurchschnittlich sportliche Momente wieder zurück. Wer Luxus im Sportwagenkleid haben möchte, wird daher auch weiterhin zur Konkurrenz aus dem Hause Bentley greifen müssen. Wer auf feinste Verarbeitung und konkurrenzlosen Reisekomfort steht, darf etwas mehr auf den Tisch legen – und mit einem Rolls-Royce nach Hause fahren. Oder: chauffiert werden.

Rolls-Royce Wraith/Ghost Black Badge: Fahrbericht

 

Autor: Marcel Sommer

Stichworte:

Luxusauto

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.