RS 3 gegen Evo X und WRX STi: Vergleich
Perfektion trifft Emotion

Audi baut seine Quattro-Offensive weiter aus und wildert mit dem RS 3 nun direkt im Jagdrevier von Evo und STi. Doch wer diese Rallye-Ikonen herausfordert, der sollte auch schotterfest sein.
- Manuel Iglisch
Sie waren immer Rivalen – seit ihrem ersten Aufeinandertreffen im Jahre 1993. Sie fochten erbitterte Kämpfe, duellierten sich zwischen Felswand und Spitzkehre, jagten im Staub verlassener Hinterlandpfade den entscheidenden Zehnteln hinterher oder stürzten sich über blinde Kuppen in grausig enge Häuserschluchten. Ihre Showbühne war die WRC, ihr Glaubensbekenntnis die Gruppe A. Eine Philosophie mit 300 PS und Turbo, ein Duell im Zeichen des Allrads. Zwischen 1995 und 1999 führte quasi kein Weg an ihnen vorbei. Wer von Rallye sprach, der meinte Mitsubishi Lancer und Subaru Impreza. Heute sieht die Sache ganz anders aus. Beide Hersteller haben die WRC-Bühne längst verlassen, das ewige Duell in die Hände privater Teams übergeben.
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Auch wenn er für solches Terrain denkbar ungeeignet ist, schlägt sich der RS 3 dennoch beachtlich.
Bild: Lena Barthelmeß
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Rein formal gehört er zum gehobenen Mittelstand. Braves Fünftürer-Layout, vornehmes Ambiente, maßgeschneidertes Spoilerwerk. Da kann er noch so grimmig mit seinen LED-Winkeln linsen, die Nummer mit dem Rallye-Erbe kauft man ihm nicht ab. Doch genau darum geht es; der RS 3 zitiert seine rallyegiösen Ahnen nicht einfach, er transformiert deren Erbe zu 100 Prozent in die Neuzeit. Trotz Turbo-Fünfzylinder und quattro ist er sich für ausgetretene Schotterpisten längst viel zu schade. Wobei er sich – quattro sei Dank – keineswegs vor niedrigen Reibwerten fürchten müsste. Seine Lamellenkupplung verteilt das Drehmoment nahezu stufenlos zwischen Vorder- und Hinterrädern, reagiert im Bedarfsfall nicht nur innerhalb von Sekundenbruchteilen, sondern agiert in bestimmten Situationen auch präventiv.
Fahrdynamik pur
Darüber hinaus bremst eine elektronische Differenzialsperre entlastete Räder gezielt ein. Beste Voraussetzungen also, um den sonoren Fünfender gekonnt in Szene zu setzen. 2,5 Liter Hubraum, 1,2 Bar Ladedruck und Drehzahlreserven bis über 7000 Touren. Kurzum: ein Paradebeispiel für gelungenes Downsizing. 450 Nm als Dauerhoch, 340 PS als Gipfelplateau. Die Fußspitze justiert den Ladedruck, die Finger flippern durchs DSG-Siebengangmenü. Per Launch-Control in 4,6 Sekunden auf 100, dank ABS in 36 Metern auf null. Leichter kann man Fahrdynamik kaum servieren. Auch der Mitsubishi unterstützt seinen Piloten mit einer Start-Funktion, wirkt im Vergleich zum Audi aber erschreckend handzahm.
Schläfrig auf Asphalt

Unser Fotowagen war mit einigen Anbauteilen bestückt. Der Mega-Ladeluftkühler gehört allerdings bei jedem Evo dazu.
Bild: Lena Barthelmeß
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Was ist denn das? Von der Seite wirkt der Subaru mit seinem Stummelheck und vier Türen brav wie eine Familienkutsche.
Bild: Lena Barthelmeß
Fazit
So reizvoll Evo und STi auch sein mögen, im direkten Vergleich mit dem RS 3 ziehen sie klar den Kürzeren. Der Audi dominiert Längsund Querdynamik, ist praktischer und bietet das beste Preis-Leistungs- Verhältnis. Wenn schotterfestes Handling gefragt ist, führt dagegen kein Weg am Subaru vorbei. Er ist der vielleicht letzte echte Rallye-Athlet, den es heute noch zu kaufen gibt. Beim Evo begeistern nach wie vor der fahraktive Allrad und das extrem feinfühlige Handling. Sein Turbomotor ist dagegen einfach nicht mehr zeitgemäß.
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