Rückblick 20 Jahre AUTO BILD

Rückblick 20 Jahre AUTO BILD: Navi-Systeme damals und heute Rückblick 20 Jahre AUTO BILD: Navi-Systeme damals und heute

Rückblick 20 Jahre AUTO BILD

— 23.02.2006

Von der Karte zum Pfadfinder

Vor 17 Jahren hat AUTO BILD das erste Navigationsgerät zum Nachrüsten getestet. Blaupunkt holte das gute Stück noch mal aus dem Museum. Ein Reise in die Vergangenheit.

Grün – ist das nicht die Farbe der Hoffnung? Paßt irgendwie. Hoffentlich führt uns das Gerät ans Ziel. Die wirren grünen Linien auf dem dicken Bildschirm im Polo-Cockpit erinnern eher an ein Schnittmuster für 'ne Damenbluse. Es sollen aber die Straßen von Stade sein. Und mitten im Linienwirrwarr ein Sternchen – auch grün – unser Ziel: Am Güterbahnhof. Da müssen wir hin.

Navigationszeit 1989. Blaupunkt holte für AUTO BILD einen Oldtimer aus dem Museum, den Travelpilot IDS – das erste Navi-Nachrüstgerät. Und wir wagten den Sprung 17 Jahre zurück, in eine grüne Zeit, als die ersten Navigatoren auf der Straße fahren lernten. Statt einer freundlichen Dame, die einem "bitte links abbiegen" ins Ohr flötet, nur Funkstille. Einziger Fixpunkt zur Orientierung am Navihimmel: das Sternchen. Da müssen wir hin.

Unser Polo wird als Pfeil dargestellt. Wie wir zum Sternchen kommen, ist unser Problem. Rechts, links, geradeaus? Oder links, dann geradeaus, wieder zurück? Egal. Hauptsache der Pfeil bleibt auf einer grünen Linie. Der Travelpilot IDS gibt keinen Weg vor. Kann er auch gar nicht. Denn IDS kennt GPS noch nicht. Heißt: Kein Kontakt zu Satelliten, keine Wegführung aus dem All.

IDS steht für Identifikation Digitalisierter Straßen. Straßen erkennen, mehr kann der Kasten nicht. Keine Sehenswürdigkeiten, Hotels oder Einbahnstraßen. Erstaunlich: Obwohl der IDS ohne GPS auskommt, zielt er fast so exakt wie moderne Navi-Geräte. Sein Technik-Trick: IDS berechnet mittels Sensoren an Rädern und Lenkung die Position des Autos. In einem Rechner, groß wie ein Aktenkoffer, wird diese mit dem Schnittmust ..., sorry, der Karte abgeglichen.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an alles. Sogar an die Vergangenheit. Nach einer Stunde Fahrt spießt der Pfeil das Sternchen auf – hurra, wir sind am Ziel. Ein erhebendes Gefühl. Das sich 1989 nur reiche Autofahrer leisten konnten: Umgerechnet 4500 Euro plus Einbau kostete der Blaupunkt-Travelpilot. Und wurde gerade 10.000 Mal verkauft.

Autor: Stefan Szych

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.