Rückruf-Debakel bei Toyota

Rückruf-Debakel bei Toyota

— 02.02.2010

Toyota-Rückruf wird teuer

Toyota muss in den USA und in Europa insgesamt 9,4 Millionen Autos zurückrufen. Das Debakel kommt Toyota teuer zu stehen: Nach Schätzungen kostet der Rückruf rund 250 Millionen Dollar.

Nach dem Rückruf von mehreren Millionen Autos wegen eines defekten Gaspedals ist Weltmarktführer Toyota um Schadensbegrenzung bemüht. Toyota teilte mit, die Ursache gefunden zu haben und die Fahrzeuge schnellstmöglich zu reparieren. Die für eine Reparatur benötigten Teile sind bereits auf dem Weg zu den Händlern. Auf die USA entfällt mit rund 2,4 Millionen der Großteil der zurückgerufenen Fahrzeuge, in Europa sind es 1,8 Millionen Autos. Wie viele Fahrzeuge in Deutschland betroffen sind, will Toyota bis zum 7. Februar 2010 bekannt geben. Der Heimatmarkt Japan ist nicht betroffen. In den USA und Kanada wurden Klagen gegen das Unternehmen eingereicht.

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US-Toyota-Chef Jim Lentz sagte, der Konzern habe die Reparatur des Defekts bereits getestet. „Wir bedauern zutiefst, dass sich unsere Kunden wegen der Rückrufaktion sorgen mussten“, sagte Lentz. Toyota werde alles tun, um die Dinge so schnell wie möglich wieder ins Lot zu bekommen. In den USA und Kanada soll die Produktion von acht Modellen am 8. Februar wieder anlaufen. Damit stehen die Bänder insgesamt eine Woche wegen des Debakels still. Toyota Deutschland teilte mit, auch für Europa werde an einer Umsetzung der Lösung gearbeitet. Seit mehr als einer Woche produziert das Unternehmen fast täglich Negativschlagzeilen: Das Volumen der Rückrufaktionen von insgesamt fast acht Millionen Autos beläuft sich in etwa auf eine gesamte Jahresproduktion.

Auch Peugeot und Citroën betroffen

In den in Ontario und Texas eingereichten Klagen wird dem Unternehmen vorgeworfen, zu langsam auf die Probleme reagiert zu haben. In Texas geht es um den Fall eines Fahrers, dessen Toyota Avalon angeblich an einem Stopp-Schild plötzlich beschleunigt und einen Unfall verursacht hat. „Toyota wusste seit langem von dem Defekt in der Geschwindigkeitskontrolle und hat zu wenig zu spät getan, um ihn zu beheben“, erklärte Anwalt Robert Hilliard. „Wie die Fahrzeuge ist das Problem außer Kontrolle und Toyota tut sich schwer, auf die Bremse zu treten.“ Der Konzern hatte Ende September davor gewarnt, dass ein Rückruf nötig werden könnte.

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Bereits jetzt kommt Toyota das Debakel teuer zu stehen: Die Reparaturen wird den Konzern nach Schätzungen mindestens 250 Millionen Dollar kosten. Wegen Sorgen der Anleger über  Imageschaden und den erwarteten Absatzeinbruch büßte Toyota vergangene Woche 20 Milliarden Dollar seines Marktwertes ein. Experten schätzen, dass der Konzern im Januar einen Verkaufsrückgang hinnehmen musste, von dem wohl Konkurrenten wie General Motors profitiert haben.

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