Rückruf von defekten On-Board-Units

Rückruf von defekten On-Board-Units

— 24.09.2003

Die Maut stolpert weiter

Die Pannenserie reißt nicht ab: Lkw-Maut-Debakel-Betreiber Toll Collect muss 25.000 bereits eingebaute Erfassungsgeräte austauschen. Der Start im November rückt in immer weitere Ferne.

Die Spediteure wollen ihre verplemperte Arbeitszeit einklagen, die Bundesregierung prüft Schadenersatzansprüche, Minister Stolpe überlegt, welche Staatssekretäre für ihn über die Klinge springen werden. Und DaimlerChrysler und Deutsche Telekom, die Unternehmen hinter dem Debakeler, fragen sich vermutlich, wie sie jemals aus dieser Lachnummer wieder rauskommen sollen.

Die Rede ist mal wieder von Toll Collect, dem Unternehmen, das seit August dieses Jahres eigentlich monatlich gut 160 Millionen Euro in die Staatskasse spülen soll. Per Lkw-Maut. Die entwickelt sich zunehmend zur größten Lachnummer der deutschen Industriegeschichte. Nix läuft nach Plan. Und was schon steht oder auf den Weg gebracht ist, tut es auch nicht.

Nun sind es die On-Board-Units. Toll Collect muss rund 25.000 bereits in Brummis eingebaute Maut-Geräte zurückrufen. Die beschwichtigende Info am Rande: Der Austausch der fehlerhaften Bordgeräte zur elektronischen Erfassung der Maut gegen neue erfolge kostenlos. Das wird die Betroffenen freuen. Und fragen lassen: Hallo? Jemand zuhause?

In "etwa zwei Wochen" soll die Aktion abgeschlossen sein. Das wäre vermutlich neuer Toll-Collect-Problemlösungsrekord. Zudem sei der Probebetrieb dadurch in keiner Weise beeinträchtigt, sagte ein Sprecher. Insgesamt seien bislang schließlich schon 175.000 Geräte eingebaut. 400.000 waren mal geplant, nebenbei.

(Un)verdrossen kündigte Verkehrsminister Manfred Stolpe derweil eine Entscheidung über den Start der Lkw-Maut für Anfang Oktober an. Damit ist weiter ungewiss, ob der 2. November als Starttermin für die bereits einmal verschobene Mauterhebung gehalten werden kann oder ob ein (noch) längerer "Probebetrieb" notwendig wird. Dass es pünktlich klappt, glauben nicht mal 40 Prozent, ergab eine Umfrage von autobild.de.

Wenn es tröstet: Der Minister bezifferte die monatlichen Einnahmeausfälle durch die Verschiebung auf jetzt 156 Millionen Euro und korrigierte damit frühere Angaben leicht nach unten.

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