Ruf ER Modell A

RUF ER Modell A RUF ER Modell A

Ruf ER Modell A

— 10.10.2008

Der Elektro-Porsche aus dem Allgäu

Sportwagen-Hersteller Alois Ruf gilt in Porsche-Kreisen längst als Legende. Jetzt legt der Allgäuer nach und zeigt den ersten deutschen Elektro-Sportwagen auf Basis eines Porsche 911.

Wenn es Porsche-Fahrern nicht schnell genug geht, kann ein Abstechers nach Pfaffenhausen nicht schaden. Im beschaulichen Allgäu-Städtchen entstehen in der Manufaktur der Firma Ruf aus gewöhnlichen Serien-Porsche kompromisslose Supersportler. Tuning? Von wegen! Firmenchef Alois Porsche ist Autohersteller. Jeder Ruf bekommt eine eigene Fahrgestellnummer und hat mit dem Serienfahrzeug nur noch ein paar Bleche gemeinsam. Jetzt packen die Tüftler aus dem Allgäu ein ganz heißes Eisen an: einen Elektro-Sportwagen auf 911er-Basis. Ruf ER Modell A heißt der schwarze Prototyp, den Visionär Ruf innerhalb eines Jahres auf die Räder gestellt hat. Die Elektro-Offensive klingt überraschender, als sie es tatsächlich ist. Alois Ruf baut nämlich nicht nur Supersportwagen, sondern betreibt auch noch drei Wasserkraftwerke. Und irgendwo muss der gute Mann ja mit seinem Öko-Strom hin.

225 km/h Höchstgeschwindigkeit sind erst der Anfang

Der Elektro-Porsche von Ruf fährt. 225 km/h schnell, wenn es sein muss.

Im Heck des Ruf ER, der einst als 911 das Licht der automobilen Welt erblickte, summt ein 204 PS (150 kW) starker Drehstrommotor mit Permanentmagnet, der kurz vor der Hinterachse eingebaut ist. Kaum größer als die Trommel einer Waschmaschine, stellt das flüssigkeitsgekühlte Kraftprotz sofort nach dem Leerlauf bis zu 650 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Damit stromert der Zweisitzer laut Ruf in weniger als sieben Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Die Höchstgeschwindigkeit geben die Allgäuer mit 225 Sachen an. Vorläufig. Denn der Elektro-Renner ist 1910 Kilo schwer. Viel zu viel. 550 Kilo wiegen aktuell die rund 96 Lithium-Ionen-Akkus, die den Elektromotor für 250 bis 320 Kilometer bei Laune halten. Außerdem ist noch das serienmäßige Sechsgang-Getriebe an Bord, das der Elektromotor gar nicht braucht. 80 bis 100 Kilo unnötiger Ballast, der schnellstmöglich abgeworfen werden soll.

Ende 2009 will Ruf mit einer Kleinserie des Elektro-Renners starten

550 Kilo wiegen die Lithium-Ionen-Akkus, die im Gepäckfach und im Heck des 911er verstaut sind.

Rund drei Stunden brauchen die Stromspeicher, um sich mit Starkstrom wieder zu regenerieren. Die Ruf-Experten experimentieren allerdings bereits mit einer neuen Batteriegeneration, die bei 15 Prozent weniger Gewicht 30 Prozent mehr Leistung speichern soll, mit einem höher drehenden Elektromotor und mit diversen Leichtbau-Maßnahmen. Klingt irgendwie nach dem inzwischen in Serie gebauten Tesla, der es von der Elektro-Lachnummer zum Verkaufsschlager gebracht hat. Da wundert es kaum, dass man sich bei Ruf Ende 2009 eine erste Kleinserie des Elektro-Renners vorstellen kann. Fans und Partner sind heiß auf die nächsten Entwicklungsschritte. "Sie können es sich gar nicht vorstellen, was hier los ist", erklärte ein Ruf-Sprecher kurz nach der Präsentation des Prototyps.

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