Saab 9-3 Sport-Kombi Concept

Saab 9-3 Sport-Kombi Concept Saab 9-3 Sport-Kombi Concept

Saab 9-3 Sport-Kombi Concept

— 13.10.2003

Mit dem Kombi aus der Krise?

Zuwachs für die 9-3-Familie. Nach der Sport-Limousine und dem Cabriolet soll 2005 nun der Sport-Kombi kommen. Ein schöner Schwede, der auch die Saab-Bilanzen endlich wieder zum Glänzen bringen soll.

Neuanfang nach 500 Millionen Miesen?

Esko lacht. Der kleine Finne lächelt, weil er putzt. Mit einem grellgelb, pink geringelten Staubwedel streichelt er über die lang gezogenen Heckleuchten des Saab 9-3 Kombi, als hätschele er ein Kätzchen. Dann strahlt er wieder. "Schönes Auto", sagt er. Und stemmt seine rechte Faust samt Putzbürste in die Hüfte. Der Saab-Mechaniker im schwarzen Fleecepulli poliert den Sport-Kombi auf Hochglanz. Wenn das mit den Saab-Bilanzen bloß auch so einfach ginge ...

Im vergangenen Jahr fuhr der schwedische Autobauer mit einem Minus von 500 Millionen Euro das schlechteste Ergebnis seiner Geschichte ein. 1400 Mitarbeiter schickte der Konzern in den Vorruhestand oder vermittelte das Personal an Zulieferer. Zahlen, über die selbst Esko nicht mehr lächeln kann.

Esko lacht. Diesmal streift sein knallfarbener Staubfänger die breiten Radkästen des Konzeptautos, unter denen sich 20-Zöller breit machen. Ein Kombi, den es erst ab 2005 zu kaufen gibt. "Schönes Auto", sagt er wieder.

"85 Prozent des Kombi gehen in Serie"

Schöne, strahlende Bilanzen wären Saab wahrscheinlich lieber. Mit dem 9-3 Kombi will die General-Motors-Tochter endlich aus der Krise herausfahren. Vielleicht verpasste der deutsche Designer Michael Mauer dem Konzeptauto deshalb ein Glasdach so groß wie eine Esstischplatte. Ein Lichtblick. Eine neue Perspektive. Der große Durchblick? Auf jeden Fall vermittelt das gläserne Top ein Gefühl von unendlicher Freiheit. So, als würde man an einer Bootsreling stehen und den Horizont absuchen.

"Das Glasdach ist auch in der Serienproduktion möglich. Wenn es kommt, dann als Option", verrät Mauer. Ja, so ist das mit Konzeptautos: Große Pläne – und in Serie sieht dann alles anders aus. Der Mann im Nadelstreifenanzug winkt ab: "Unser Konzept soll zu 85 Prozent in Serie gehen." Serienreif sind die lang gezogenen, eckigen Rückleuchten. Von der Seite sehen die spitzen Dreiecke aus wie ein Bumerang im Anflug. Die Rück- und Bremslichter sitzen in grün getönten Kunststoffkammern, die an Eiswürfel erinnern.

Im Kofferraum kann sogar ein Kühlschrank mitfahren. 410 Liter schluckt das Konzeptfahrzeug (4,66/1,80/1,55 m), bei umgeklappter Rückbank passen sogar 1350 Liter rein. Auch das spätere Serienmodell soll mehr wegpacken können als ein Audi A4 Avant (377 Liter/1119 Liter).

Kombi-Einstieg bei rund 24.300 Euro

Aber Saab, die Marke der Individualisten, will mehr auf die Räder stellen als nur einen einfachen Kombi. "Sport-Kombi", nennen die Schweden ihren 9-3er deshalb. An Sport soll nicht nur das ins Glasdach integrierte Haltesystem für ein Rennrad erinnern, sondern auch die bereits in der 9-3 Sport-Limousine erhältliche Hinterradlenkung ReAxs, die in Kurven die Hinterachse zum mitlenken zwingt.

Zurückrudern muss die Kreativabteilung beim Innenraumdesign. Denn nicht alles, was schön aussieht, lässt der TÜV auch zu. Wie zum Beispiel das Cockpit aus durchsichtigem schwarzem Glas. Die Mittelkonsole fließt wie ein Lavastrom von vorn nach hinten, unterbrochen nur von der grauen Lederarmlehne. So fahren wir in die Zukunft? Schön wär's. "Unser Labor prüft das Material. Es ist unwahrscheinlich, dass Glas eingebaut wird, aber ein Kunststoff, der so wirkt wie Glas, ist vielleicht möglich."

Bedient werden CD, Radio, Telefon und Navigationssystem mit einem Joystick, der im Knüppel der Fünfstufenautomatik integriert ist – ähnlich dem iDrive von BMW. Alt ist nur die Position der Zündung: Der automatische Startknopf sitzt traditionell wie bei anderen Saab-Modellen in der Mittelkonsole. Das freut auch Esko. Der wedelt immer noch fröhlich mit seinem Staubfänger. Jedes Körnchen fegt er von der Rückfahrkamera, die dem Piloten Baum und Bordstein ins Cockpit sendet. Nur 1000 Euro soll der Kombi voraussichtlich mehr kosten als die Limousine. Der Einstieg könnte also ab rund 24.300 Euro beginnen. Ein kleiner Lichtblick.

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