Saab bringt Miese: Spyker-Halbjahresbilanz 2010

— 27.08.2010

Saab verhagelt Spyker die Bilanz

Rote Ampel vor Saab-Schild
Rote Zahlen ist man gewohnt bei Spyker. Nach der Übernahme des schwedischen Autobauers Saab sieht die Halbjahresbilanz jedoch besonders düster aus. Gründe dafür sind gefunden.
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(dpa/cj) Der niederländische Saab-Eigentümer Spyker hat im ersten Halbjahr 2010 einen Verlust von 139 Millionen Euro verbucht. Dennoch verfüge das Unternehmen über genügend Mittel, um die Produktion in Schweden bis mindestens Ende des Jahres fortsetzen zu können, teilte Spyker jetzt in Amsterdam mit. Es sei nicht vorgesehen, neue Anteilsscheine zwecks Kapitalbeschaffung auszugeben. Im Vergleichszeitraum 2009 hatte Spyker – seinerzeit noch allein als kleiner Hersteller von Luxus-Sportwagen – einen erheblich geringeren Verlust von 8,7 Millionen Euro eingefahren.
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Die jetzige Halbjahresbilanz ist die erste konsolidierte, seit die Holländer Anfang 2010 die schwedische Traditionsmarke vom US-Konzern General Motors übernommen haben. Für den Kauf, der zum 23. Februar 2010 wirksam wurde, hatte Spyker 74 Millionen Dollar (55 Mio Euro zum damaligen Kurs) sowie ein Aktienpaket in Höhe von 326 Millionen Dollar gezahlt. Die schwedische Regierung bürgte für einen Kredit von 400 Millionen Euro der Europäischen Investitionsbank (EIB). Der zuvor fast bankrotte Autohersteller im schwedischen Trollhättan hatte nach eineinhalb Monaten Zwangspause erst Ende März wieder die Produktion aufgenommen. Daher könne das Ergebnis des ersten Halbjahres 2010 nicht wirklich als repräsentativ angesehen werden, betonte Spyker. "Eine fast leere Fabrik schlägt natürlich zu Buche", sagte Unternehmenschef Victor Muller. "Wichtig ist aber, dass wir im Plan liegen und sogar noch etwas besser."
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In den ersten sechs Monaten des Jahres seien insgesamt 10.500 Saab-Fahrzeuge verkauft worden – im Vergleich zu 24.300 im ersten Halbjahr 2009. 2011 soll die Produktion bei 80.000 Autos liegen. 2012 ist eine Steigerung auf 120.000 angepeilt, mit deren Verkauf dann auch schwarze Zahlen kommen sollen. Saabs schwedischer Konzernchef Jan-Åke Jonsson gab zu, "vielleicht zu optimistisch" gewesen zu sein. Deshalb sei das Verkaufsziel für das Gesamtjahr von 50.000 bis 60.000 auf 45.000 Wagen gesenkt worden. Saab hatte seit dem Einstieg von General Motors 1990 fast durchweg rote Zahlen geschrieben. Auch der holländische Sportwagen-Hersteller ist in seiner elfjährigen Firmengeschichte noch nicht aus dem roten Bereich herausgekommen.
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