Saab-Designer Jason Castriota im Interview
— 23.07.2010Der neue 9-3 wird schrullig
Bisher hat er Boote entworfen, jetzt will er Saab nach vorn bringen. Jason Castriota ist sich sicher, dass das klappt. Der neue Designchef der Schweden verspricht einen mutigen und polarisierenden 9-3.
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Sie reden zurzeit viel über Saab – aber was für ein Auto fahren Sie? Ob Sie es glauben oder nicht: Mein erstes Auto war der gebrauchte Saab 900 meiner Eltern. Die waren damals in New York echt beliebt. In meiner Garage stehen momentan ein Mini Cooper, ein BMW 335iX Coupé und ein Maserati Gran Tourismo S. Ich bin mir aber sicher: da kommt schnell ein Saab dazu... Sie haben nicht viel Budget, um Saab wieder zu beleben. Wie wollen Sie es trotzdem schaffen? Im Vergleich zu Mercedes oder BMW ist unser Budget sicher winzig. Aber es hat auch Vorteile, so klein zu sein. Wir sind schnell, ehrgeizig und effizient. Die wieder gewonnen Selbstständigkeit von Saab motiviert das Team zusätzlich. Sie werden keinen finden, der nicht daran glaubt, dass wir wieder Erfolg haben werden und unsere Ziele erreichen.So fährt er sich: Fahrbericht des neuen Saab 9-5
Der 9-5 ist schon auf dem Markt, der 9-5 Sportkombi und der 9-4X folgen bald. Welche Modelle fehlen Saab dann noch? Der 9-3 ist das Brot-und-Butter-Auto von Saab. Das neue Modell soll 2013 auf den Markt kommen. Wir überlegen gerade, welche Karosserievarianten es künftig geben wird. Und es ist kein Geheimnis, das wir uns einen Kleinwagen à la Mini gut vorstellen können. Das wäre dann ein echter Premium-Kleinwagen wie der erste Saab 92. Eine Stufen- und Schräghecklimosuine sind gesetzt, ebenso das Cabrio. Mehr kann ich jetzt noch nicht sagen. Sie sagen, sie überlegen gerade, welche Karosserieformen es beim neuen 9-3 geben wird. Bleibt es bei Limousine, Kombi, Cabrio? Sie haben den neuen 9-3 in nur wenigen Wochen gezeichnet. Das Design eines Autos ist sonst ein langwieriger Prozess. Was ist Ihr Geheimnis? Zunächst: Ich hatte das Vertrauen von Victor Muller. Die einzige Vorgabe war, einen echten, mutigen Saab zu machen. Dadurch konnte ich mich auf meine Intuition verlassen und ein neues Auto mit tollen Proportionen und echter Saab-DNA gestalten. Das Auto wird polarisieren, aber damit kann ich leben. Wichtig ist nur, dass Saab keinem mehr gleichgültig ist – das wäre unser Todesurteil.ANZEIGE
Hier geht es zum Saab 9-5-Video
Passen Sie mit Ihrer unkonventionellen Arbeitsweise gut zu Saab, weil auch die Firma früher unkonventionell war? Das passt in der Tat perfekt. Früher hatte Saab Autos im Angebot, die nicht den Mainstream bedient haben. Und da wollen wir wieder hin – in der Hoffnung, dass unsere alten Kunden wieder zu uns zurückkehren. Aber wir wollen auch neue Kunden ansprechen, die Lust auf etwas Ungewöhnliches haben. Das wird sicher nur mit einem klaren Profil gelingen. Audi steht für Qualität, BMW für Sportlichkeit, Mercedes für Komfort – und Volvo für Sicherheit. Was bleibt da für Saab? Saab ist vor allem unverwechselbar und schrullig. Das Auto ist sportlich, sicher und hat Nutzwert. Denken Sie nur an den Saab 900 CC – ein Mittelklasseauto mit großer Heckklappe und umklappbaren Rücksitzen. Wo muss Saab künftig aufholen? Sehen wir vom Design ab, müssen wir bei der wahrgenommenen Qualität, besonders im Innenraum, deutlich aufholen. Und wir wollen weiter umweltfreundliche Autos bauen – das ist ein Muss für eine schwedische Firma.Wie wird der Saab der Zukunft aussehen? Ich möchte wieder eine unverwechselbare Silhouette und Proportionen schaffen. Die neuen Autos müssen eine unverwechselbare Präsenz auf der Straße haben. Wir wollen keine "Das-haben-wir-auch"-Marke sein, sondern etwas Einzigartiges anbieten. Gibt es ein Modell aus der Historie, das als Vorbild taugt? Saab hat eine erstaunliche Geschichte, und es ist wichtig, dass wir zu unseren Wurzeln zurückkehren. Beim Blick auf den ursprünglichen UR, den 92, 96, 98 und die erste 900er-Serie zeigt sich eine sehr klare Entwicklung der Saab-DNA. Das haben wir in den vergangenen fünfzehn Jahren verloren – aber an diese großartigen Modelle wollen wir wieder anknüpfen. Welcher ist Ihr liebster Saab? Ich liebe den UR für seine Einfachheit, den 92 für seine schrulligen, unverwechselbaren Proportionen. Unnötig zu sagen, dass ich besonders von der ersten Serie Saab 900 Turbo begeistert bin – es ist das Auto meiner Jugend. Das war und ist immer noch ein sehr, sehr cooles Auto!
Sie sind Amerikaner, haben Ihr Designbüro in New York. Sind die USA der wichtigste Markt für Saab? Die USA sind noch immer der größte und einflussreichste Markt für nahezu alle Premiummarken. Aber wir haben eine Menge Arbeit vor uns. In den 90er-Jahren war der Saab ein "Smart-Buy" – das Auto von Architekten, Anwälten und Ärzten. Diese Nische ist heute von Audi besetzt und wir müssen Vertrauen wiedergewinnen. Aber der Blick zu Audi zeigt: Nach den angeblichen Sicherheitsproblemen in den 80er-Jahren und den deswegen gesunkenen Verkaufszahlen geht es der Marke in den USA wieder gut. Saab kann das also auch schaffen!
Das Interview führte Stefan Voswinkel.
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27.07.2010 21:02Uhr
Er war nie dafür bekannt, Boote und Liegen zu entwerfen. Er ist bekannt geworden durch seine Rolle als designer bei Pininfarina, wo er u.a. den Maserati Birdcage (2005), und den Firrari P4/5 (2007) und durch seine zeitlich kurze Rolle als Bertone Chefdesigner, wo er das Projekt Matilde leitete.
Was Sie geschrieben haben, "er hatte mit Autos noch nie was zu tun", ist schlichweg falsch.
25.07.2010 09:43Uhr
25.07.2010 00:20Uhr
24.07.2010 11:48Uhr
24.07.2010 11:16Uhr
Sorry;-)...