Save Saab

Saab ist gerettet

Saab ist gerettet

— 26.01.2010

Spyker kauft Saab

General Motors hat seine schwedische Tochter Saab für 400 Millionen Dollar an Spyker verkauft. 74 Millionen Dollar bezahlt Sypker in bar. Die Schließung von Saab wurde damit abgewendet.

(dpa) Der schwedische Autohersteller Saab ist buchstäblich in letzter Minute gerettet worden. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) verkauft seine angeschlagene Tochter für insgesamt 400 Millionen Dollar (283 Millionen Euro) an den niederländischen Sportwagen-Hersteller Spyker. GM bestätigte am Dienstag (26. Januar 2010) in Detroit den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. Die geplante Schließung von Saab mit seinen 3400 Mitarbeitern ist damit vom Tisch. "Die Vereinbarung mit Spyker Cars hat Saabs Zukunft gesichert", sagte Saab-Chef Jan Ake Jonsson. Mit frischen Modellen wie der Limousine 9-5 will das chronisch defizitäre Unternehmen wieder in die richtige Spur kommen. "Ich bin sicher, wir werden erfolgreich sein."

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Spyker-Chef Victor Muller versprach Saab alle nötige Hilfe. Die Mitarbeiter waren erleichtert. "Wir sehen mit dem neuen Besitzer eine Zukunft", sagte Gewerkschafterin Anette Hellgren dem schwedischen Sender SVT. Eine Arbeitsplatz-Garantie gibt es indes keine. Käufer Spyker stellt eigentlich Sportwagen her. Einer breiten Öffentlichkeit ist das kleine Unternehmen mit dem Einstieg in die Formel 1 bekanntgeworden. Die Niederländer hatten 2006 das Team Midland um den deutschen Piloten Adrian Sutil übernommen, aber ein Jahr später schon wieder an den indischen Milliardär Vijay Mallya weiterverkauft.

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Spyker zahlt für Saab 74 Millionen Dollar in bar. Darüber hinaus bekommt General Motors Vorzugsaktien an dem neuen Unternehmen im Wert von 326 Millionen Dollar. "Wir haben einen fairen Preis für die GM-Aktionäre erzielt", sagte der mit dem Verkauf betraute GM-Planungschef John Smith. Die Schließung von Saab sei nie das bevorzugte Ziel gewesen, beteuerte er. GM habe selbst eine harte Zeit durchgemacht. "Wir wünschen das niemand anderem." GM war im 2009 in die Insolvenz geschlittert. Nur dank einer 50 Milliarden Dollar umfassenden Finanzspritze der USA und Kanadas gelang der Neustart. Beim Weg zurück in die schwarzen Zahlen bleiben tausende Mitarbeiter, ganze Werke und sogar Marken auf der Strecke. Die Einstellung von Pontiac und Saturn ist bereits beschlossene Sache, die Hummer-Geländewagen hat GM nach China verkauft. Saab stand auch auf der Abschussliste.

Seit 20 Jahren gehört die Marke zu General Motors und hat in dieser Zeit fast durchgängig rote Zahlen geschrieben. 2009 fiel ein operativer Verlust von 400 Millionen Euro an – bei einem Umsatz von nur noch rund einer Milliarde Euro. Der Absatz war wegen der Wirtschaftskrise und der anhaltenden Unsicherheit über das weitere Schicksal von knapp 95.000 auf 40.000 Autos eingebrochen. In den vergangenen Tagen hatte sich eine Annäherung von General Motors und Spyker abgezeichnet. Allerdings war bis zuletzt unklar, ob es Spyker gelingen wird, die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Die Niederländer hatten schon einmal Ende 2009 vergeblich versucht, genug Geld aufzutreiben. Damals war der Verkauf geplatzt.

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Die schwedische Regierung gibt nun Rückendeckung. Sie bürgt für einen 400 Millionen Euro schweren Kredit, den Saab bei der Europäischen Investitionsbank beantragt hat. Der Verkauf sei das Ergebnis einer "langen, mühsamen Arbeit" gewesen, sagte Wirtschaftsministerin Maud Olofsson. Nun muss noch die Europäische Kommission der Hilfe zustimmen. GM-Manager Smith erwartet, dass der Verkauf bis Mitte Februar 2010 in trockenen Tüchern ist. Er versprach, dass GM auch danach "für einen begrenzten Zeitraum" Saab unterstützen werde. So sollen weiterhin einzelne Zulieferteile, Know-how und komplett montierte Fahrzeuge Richtung Schweden gehen. "Natürlich wollen wir eine starke Saab", sagte Smith.

GM-Konzernchef Ed Whitacre hatte in den vergangenen Wochen Spyker kräftig unter Druck gesetzt. Er drohte mehrfach damit, Saab abzuwickeln, sollten die Niederländer ihr Angebot nicht nachbessern. GM hatte als Bedingung für den Verkauf gemacht, dass der neue Eigentümer auch den langfristigen Betrieb sicherstellen kann. Mit dem Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der sich mit der Luxemburger Investment-Firma Genii Capital zusammengetan hatte, war erst am Montag ein weiterer Interessent abgesprungen. Whitacre drängte auf eine schnelle Lösung bei Saab, weil er GM noch 2010 in die schwarzen Zahlen zurückbringen und seine Schulden bei den US-amerikanischen und kanadischen Steuerzahlern begleichen will. Mit neuen, spritsparenden Modellen will er das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen.

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