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Saab ist pleite

— 07.09.2011

Saab beantragt Gläubigerschutz

Saab hat am 7. September 2011 Gläubigerschutz beantragt und will mit einem Zwangsverwalter das endgültige Aus abwenden. Grund sind die "begrenzten finanziellen Ressourcen".

(dpa) Der schwedische Autobauer Saab hat Gläubigerschutz beantragt und will so mit einem Zwangsverwalter die drohende Pleite in letzter Minute abwenden. Das zuständige Gericht in der Kleinstadt Vänersborg vertagte jedoch seine zunächst für den 7. September 2011 angekündigte Entscheidung über den Antrag um einen Tag. Damit setzten die Richter die 3700 Beschäftigten im Stammwerk Trollhättan unter Höchstspannung: Bei einem Nein gilt die Insolvenz als unausweichlich.

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Unter Gläubigerschutz – im Schwedischen "Unternehmenssanierung" – wäre Saab vor möglichen Insolvenzanträgen geschützt. Das Unternehmen könnte dann versuchen, sich mit dem Zwangsverwalter an der Spitze neu aufzustellen. In dem öffentlich zugänglichen Gerichtsantrag bezifferte Konzern-Chef Victor Muller die kurzfristigen Schulden des Unternehmens auf umgerechnet 6,9 Milliarden Kronen (769 Mio Euro). Saab hat im ersten Halbjahr nach Angaben seiner Eignergesellschaft Swedish Automobile 224 Millionen Euro Verluste eingefahren. Auch der Absatz stagniert. Auch bedingt durch Produktionsausfälle waren nur 13.000 Autos abgesetzt worden. Seit April 2011 stehen die Bänder in Trollhättan fast permanent still.

Die Hoffnung ruht auf China

Muller begründete die Hoffnung auf eine Sanierung im Antrag auf Gläubigerschutz vor allem mit Zusagen der chinesischen Auto-Unternehmen Pang Da und Youngman. Diese wollen zusammen 245 Millionen Euro bereitstellen. Durch Kosteneinsparungen ab 2013 könne man auch mit "unter 100.000 verkauften Autos pro Jahr" profitabel werden, hieß es weiter. Es sei beabsichtigt, alle Forderungen von Gläubigern voll zu befriedigen. Schon einmal hatte das schwedische Unternehmen als zum Verkauf stehende Tochter des US-Konzerns General Motors 2009 Gläubigerschutz beantragt. Ein vom Gericht eingesetzter Zwangsverwalter führte damals den Autobauer. Anfang 2010 übernahm der kleine niederländische Sportwagenhersteller Spyker Cars (jetzt Swedish Automobile) Saab.

IAA 2011 ohne Saab

Bereits am 16. August 2011 verkündete Saab, dass die IAA 2011 ohne die schwedische Marke stattfinden wird. Zwar würde man gerne die internationale Aufmerksamkeit nutzen, die eine Teilnahme mit sich bringen würde. Allerdings würde ein Messeauftritt "finanzielle Resourcen binden, die besser dazu eingesetzt werden sollten, um die Produktion in Trollhättan wieder zum Laufen zu bringen". Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Eigner des angeschlagenen schwedischen Autoherstellers erneut Aktien verkaufen werde.

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