Victor Muller

Saab kämpft ums Überleben

— 23.06.2011

Kein Geld für Löhne

Saab hat kein Geld mehr für die Löhne. Lieferanten machen Druck, das Stammwerk Trollhättan steht still. Gewerkschaften schließen einen Antrag auf Insolvenz nicht mehr aus.

(dpa) Saab hat kein Geld mehr für Löhne und Gehälter. Der angeschlagene schwedische Autobauer steht nun möglicherweise vor einem Insolvenzantrag. Am 22. juni 2011 waren Verhandlungen mit 800 Zulieferern über eine Stundung von Saab-Schulden gescheitert. Wie Saab am Tag darauf in Trollhättan mitteilte, können die fälligen Juni-Entgelte für die Beschäftigten nicht ausgezahlt werden. Der Sprecher der Metall-Gewerkschaft, Veli-Pekka Säikkälä, sagte im Rundfunksender SR zu einem möglichen Insolvenzantrag nach Ablauf einer einwöchigen Mahnfrist für die fälligen Zahlungen: "Das wäre ein Weg. Wir hoffen, dass es nicht so weit kommt."

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Auf der Internetseite von IF Metall erklärte er: "Man soll die Hoffnung nie aufgeben, aber im Moment sieht es äußerst düster aus." Saab-Sprecherin Gunilla Gustavs nannte die Lage ebenfalls "bedauerlich und traurig". Sie sagte im Rundfunk weiter: "Uns ist erst sehr spät gestern klar geworden, dass wir nicht mehr die Mittel für Löhne und Gehälter haben." Zu einem möglicherweise bevorstehenden Insolvenzantrag sagte sie: "So weit sind wir noch nicht." Man kämpfe weiter um eine kurzfristige Lösung.

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Nach Einschätzung von Medien hat der Autobauer bei den 800 Zulieferern mindestens 50 Millionen Euro Schulden. Die Produktion im westschwedischen Trollhättan mit insgesamt 3700 Beschäftigten stand seit mehreren Wochen mit kurzen Ausnahmen still. Der niederländische Saab-Eigner Swedish Automobile (früher Spyker Cars) will das langfristige Überleben des Unternehmens mit Kapital des chinesischen Autoherstellers Zheijang Youngman Lotus und des Autogroßhändlers Pang Da sichern. Beide haben zusammen 245 Millionen Euro als neue Teileigner zugesagt, dazu aber bisher nur eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Bemühungen um kurzfristige Gelder durch Verkauf der Saab-Anlage sind bisher erfolglos geblieben. Saab-Chef Victor Muller wollte die Anlage leasen und mit dem eingenommenen Geld die Produktion wieder in Gang bringen. Im ersten Quartal sind nur 10.000 Saab-Fahrzeuge und im zweiten fast keine mehr vom Band gerollt. Auch vor dem Verkauf durch den US-Konzern General Motors an den jetzigen niederländischen Eigner 2010 hatte Saab mit jährlichen Produktionszahlen um 100.000 zu den kleinsten Serienherstellern Europas gehört und fast jedes Jahr Verluste eingefahren.

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