Saab

Saab: Pro und Kontra

— 03.05.2011

Darf Saab sterben?

Der Traditionsmarke Saab geht es schlecht. Ein akzeptables Überlebenskonzept ist bisher nicht in Sicht. Soll man Saab um jeden Preis am Leben erhalten? Oder sollte man die Marke sterben lassen?

"Lasst doch Saab in Würde sterben!"
findet Redakteur Knut Simon.

Eines vorweg: Ich kann Saab nicht hassen. Nicht wirklich. Viel zu präsent sind die Erinnerungen an eigene Autos der stolzen Marke mit dem Flugzeug im Emblem. An pfeifende Turbolader, brachial vorwärtsstürmende Coupés mit dem unverwechselbaren Etwas. Born from Jets, das rufen sie jetzt hysterisch als Werbebotschaft hinaus. Es klingt wie ein letzter verzweifelter Aufschrei. Doch der baldige Absturz wird wohl kommen.

Zweifelhafte Rettungsversuche

Knut Simon.

Er ist die einzige Möglichkeit nach einem fast beispiellosen Sinkflug. Voller Zorn sage ich: Lasst Saab endlich mit einem letzten Rest an Würde sterben! Wie abscheulich war bereits das Tauziehen, als Rabenmutter General Motors ihre bis zur Unkenntlichkeit "veropelte" Brut namens Saab einfach nur noch loswerden wollte. Für einen kurzen Moment schien es Rettung zu geben, mit dem neuen atemberaubenden 9-5, den tollen 9-4X und 9-5 Sport Combi – und vor allem in der vermeintlichen Lichtgestalt des Spyker-Chefs Victor Muller. Doch der zieht einen langen dunklen Schatten nach sich. In Form des russischen Investors Wladimir Antonow. Woher dessen Millionen stammen, die er so gern in das schwedische Traditionsunternehmen investieren möchte, ist ebenso zweifelhaft wie sein eigener Ruf. Um ihr Gesicht zu wahren, müsste die schwedische Regierung bei der bisher geltenden Ablehnung Antonows bleiben. Saab-Urgestein Jan Åke Jonsson hat bereits hingeschmissen. Er hat die Lage erfasst – bevor der allerletzte Saab-Nagel eingeschlagen wurde.

Karl-August Almstadt.

"Warum möbelt nicht Ikea die Marke wieder auf?"
fragt Redakteur Karl-August Almstadt.

Leute, nicht so vorschnell. Patient am Tropf, und schon schallt es allerorten: abschalten! Keine Zeit mehr für eine faire Diagnose. Saab ist große europäische Autogeschichte. Die trotz mehr als sechs Jahrzehnten trolliger Typen wie im Fluge vergangen ist. Ich mag nicht verstehen, dass sich keine potente Größe findet, die den Absturz stoppt. Die Sportwagenmanufaktur Spyker hat mit dem erfrischend anders gestylten 9-5 gezeigt, dass aus Holland nicht nur Käse kommt. Und die unlängst präsentierte Variante Sport Combi beweist, dass schöne Kombis nicht immer Avant heißen müssen. Dann darf es doch nicht sein, dass es an ein paar Milliönchen scheitert, so was an wechselbereite Touring-Best-Ager zu verkaufen. Also rein mit dem genialen BMW-Diesel in den Saab-Combi, raus mit der Technik von General Motors' Resterampe. Ein Saab ist ein Saab und kein Insignia.

Saab beruhigt

Ein Saab ist womöglich die einzige Automarke, auf die sich BMW- und Mercedes-Freaks nachts um ein Uhr beim Italiener ohne Kopfnuss verständigen. Und woran liegt's? Ein echter Saab beruhigt, ein Saab ist kalkulierbar anders. Nie gemein, bestimmt nicht hinterhältig und immer der Beweis, dass schrullig lässig sein kann. Volvo gehört heute Chinesen, das stößt zwar süßsauer auf, doch es funktioniert. Genauso wie Jaguar in indischer Hand belegt, dass Asiaten nicht gleich jeder Katze das Fell abziehen. Saab braucht einen Investor, der die Marke versteht und sie behutsam wieder aufmöbelt. Warum denn nicht Ikea?

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