65 Jahre Saab-Autobau

Saab: Sanierer fordern mehr Zeit

— 03.12.2014

Mahindra neuer Saab-Eigner?

Das Schicksal von Saab hängt weiter am seidenen Faden. Die chinesischen Eigentümer brauchen mehr Zeit, um einen Deal mit dem indischen Konzern Mahindra einzutüten.

Soll Saab gerettet werden?

'Soll Saab gerettet werden?'

(dpa/jb) Gibt der indische Mega-Konzern Mahindra Group bald beim Saab-Eigner National Electric Vehicle Sweden (Nevs) den Ton an? Laut einem Radiobericht handelt es sich bei potenziellen Investoren um den indischen Hersteller Mahindra und das chinesische Unternehmen Dongfeng. Zumindest der erste Name wird von Nevs inoffiziell bestätigt: Die offizielle Website www.saabcars.com verlinkt auf einen Artikel von autonews.com, der Mahindra als zukünftigen Mehrheitseigner bei Nevs bezeichnet, zusätzlich wird der chinesische Autobauer Dongfeng als zusätzlicher Kapitalgeber ins Feld geführt. Dies basiert auf Informationen der schwedischen Zeitung "Svenska Dagbladet", die allerdings bereits Anfang August veröffentlicht wurden.

Insolvenz: Todesstoß knapp abgewendet

Die chinesischen Eigner des schwer angeschlagenen schwedischen Autokonzerns Saab haben Ende November 2014 erneut um Aufschub für die Sanierung des Unternehmens gebeten. Eigentlich war am 29. November die gerichtliche Frist von drei Monaten für Nevs abgelaufen, neue Investoren vorzustellen. "Wenn die Deadline auf ein Wochenende fällt, hat der Betroffene bis zum nächsten Werktag Zeit, eine Verlängerung zu beantragen", sagte Richter Anders Björk vom zuständigen Gericht in Vänersborg.

Modellgeschichte: 65 Jahre Saab-Autobau

Die Saab-Eigner verhandelten schon länger mit zwei asiatischen Autobauern über die Zukunft des Unternehmens, das seinen Zulieferern inzwischen fast eine halbe Milliarde schwedische Kronen (rund 54 Millionen Euro) schuldet. Dafür brauche Nevs mehr Zeit, sagte der Sprecher. Wenn der Antrag auf Fristverlängerung eingegangen ist, informiert das Gericht zunächst die Nevs-Gläubiger, wie Björk erklärte. "Sie haben das Recht, dazu Stellung zu nehmen." Wahrscheinlich werde das Gericht ein Treffen zwischen Gläubigern und Vertretern von Nevs anberaumen, bevor es eine Entscheidung treffe.

Saab-Auktion 2013

Stimmt das Gericht einer weiteren Verlängerung zu, läuft die neue Frist unabhängig davon, wann der Beschluss fällt, drei Monate ab dem 29. November. Die Produktion im schwedischen Trollhättan steht seit Mai still. Im August hatte das Gericht ein Sanierungsverfahren unter Gläubigerschutz genehmigt. Für einen erneuten Aufschub müsse es aber "besondere Gründe" geben, sagte Richter Björk. Die schlüssig zu beantwortenden Fragen sind: Kommen die Verhandlungen voran? Ist ein Erfolg wahrscheinlich? Gibt es einen verbindlichen Zeitplan? Bis der Deal in trockenen Tüchern ist, soll der neue Investor pro Monat angeblich fünf Millionen Euro bereitstellen, um die laufenden Kosten von Nevs zu begleichen.

Offiziell wurde der Deal noch nicht bestätigt

Laut Lars Eric Gustafsson, einem Nevs-Offiziellen, stehen die Zeichen gut, es werde lediglich mehr Zeit benötigt, um die Verhandlungen abzuschließen. Der Aufsichtsrat des "interessierten asiatischen Unternehmens" tagt laut einer offiziellen Mitteilung von Nevs "im Dezember", eine komplette Aufarbeitung der Verhältnisse wäre bis Februar 2015 möglich, wenn alles nach Plan läuft. In dem Statement werden keine Firmennamen der Interessenten genannt.

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NEVS

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