Saab stellt Insolvenzantrag

Saab 99 Combi-Coupé Saab 9-5 Aero Sportcombi

Saab stellt Insolvenzantrag

— 20.02.2009

Frostige Zeiten für die Traditionsmarke

Es ist amtlich: Der schwedische Autobauer Saab beantragt Insolvenz. Die Produktion bei der GM-Tochter soll jedoch weiterlaufen. Jetzt will ein Saab-Händler aus Dresden das Unternehmen retten.

Der zum US-Konzern General Motors gehörende schwedische Autohersteller Saab beantragt Insolvenz. Die Produktion soll dennoch fortgesetzt werden. Das beschloss der Aufsichtsrat des Unternehmens am Morgen des 20. Februar 2009. Als mögliche Rettung für Saab gilt nach Medienberichten ein Zusammengehen mit Opel. Der deutsche Konzern gehört ebenfalls zum akut angeschlagenen Hersteller GM. Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Autos abgesetzt und beschäftigt rund 4000 Mitarbeiter. Das Unternehmen fährt seit mehreren Jahren hohe Verluste ein. Schwedens Regierung hatte zuvor alle Hilfsersuchen des akut angeschlagenen Mutterkonzerns GM abgewiesen. Als Hintergrund für den Insolvenzantrag nennen Beobachter in Stockholm auch den Versuch, die hohen Schulden von Saab durch Zahlungseinstellung oder Zahlungsaufschübe gegenüber Lieferanten zu vermindern.

Svenska Dagbladet: "GM wollte der Regierung Geld aus den Rippen leiern"

Die konservative schwedische Tageszeitung "Svenska Dagbladet" aus Stockholm schreibt über das Verhalten von GM gegenüber seiner schwedischen Tochter Saab: "Die Verhandlungen zwischen GM und der schwedischen Regierung werden von Eingeweihten als höchst unbehagliche Partie Poker beschrieben. Zu gewinnen gab es dabei nicht viel. GM wollte keine Garantien geben, sondern hat die Hoffnung auf eine Rettung für Saab einfach genutzt, um der Regierung in Stockholm einige Milliarden aus den Rippen zu leiern. GM geht es elendig schlecht, und man sucht Geld, wo immer man nur kann."

Deutscher Autohändler will Saab mit Spendenaktion retten

Unterdessen regt sich in Deutschland Widerstand gegen den drohenden Untergang der schwedischen Traditionsmarke: Die Geschäftsführung des Saab-Händlers "mobilforum Dresden" will den Autobauer mit einer weltweiten Hilfsaktion retten. So wurde der Verein Rescue Saab gegründet, dem man für eine Aufnahmegebühr von 50 bis 500 Euro beitreten kann. "Wir wollen Saab-Kunden weltweit erreichen und zu einem Beitritt bewegen. Unser Ziel ist es, 150 Millionen Euro zu sammeln und dadurch potentiellen Investoren zeigen, dass Saab-Kunden hinter ihrer Marke stehen", erklärt Carsten Seifert vom mobilforum Dresden. Sollte Saab durch einen Investor gekauft werden, werden die Vereinsmitglieder Aktionäre. Wenn die Idee scheitert, erhalten die Mitglieder ihr Geld zurück, versprechen die Saab-Retter hoch und heilig. Auch prominente Saab-Fahrer wie Stefan Raab, Bastian Pastewka, Bill Gates oder Jay Leno sollen angeschrieben werden, um die Aktion zu unterstützen. Mehr Skurriles finden Sie in der Bildergalerie: Die Highlights aus 62 Jahren Saab.

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