Victor Muller

Saab vor der Insolvenz

— 21.10.2011

Machtkampf bei Saab

Hilfe aus China kommt, Hilfe aus China kommt doch nicht. Insolvenzverfahren läuft, Insolvenz verhindert: Bei Saab herrscht Chaos. Nun ist auch noch ein Machtkampf zwischen den wichtigsten Personen ausgebrochen.

(dpa/cj) Beim akut bedrohten schwedischen Autohersteller Saab ist ein Machtkampf zwischen dem gerichtlich bestellten Zwangsverwalter und dem derzeitigen Eigner ausgebrochen. Wie Stockholmer Medien am 21. Oktober 2011 übereinstimmend berichteten, will Konzernchef Victor Muller den bisherigen Zwangsverwalter Guy Lofalk auswechseln lassen, weil dieser "hinter dem Rücken" des Managements gehandelt habe. Lofalk seinerseits bestätigte in der Zeitung "Dagens Industri", dass er den Abbruch des derzeitigen Sanierungsverfahrens für Saab sowie Gläubigerschutz beantragt habe.

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Eine Traditionsmarke setzt Schmutz an: Beim schwedischen Autobauer Saab stehen seit einem halben Jahr die Bänder still.

Sollte ein Gericht dem Antrag Lofalks entsprechen, wäre ein Insolvenzverfahren für Saab praktisch unausweichlich. Nach den Angaben des Rundfunksenders SR will die Unternehmensführung Lofalk durch einen anderen Zwangsverwalter ersetzen lassen und das Sanierungsverfahren weiterführen. Dafür sollen noch vor dem Wochenende 60 Millionen Dollar (43,6 Mio Euro) als Kredit vom US-Finanzunternehmen North Street Capital bereitgestellt werden. Außerdem wolle North Street Aktien des Saab-Eigners Swedish Automobile N.V. (Swan) im Gesamtwert von zehn Millionen Dollar übernehmen. Hinter dem US-Unternehmen steht der frühere Rennfahrer Alex Mascioli, der auch schon die Anteile am niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars von Swan übernommen hat.

Der Anfang vom Ende? Langsam trollt sich Saab

Saab braucht sofort Geld, um die Ende Oktober fälligen Gehälter und Löhne für seine 3500 Beschäftigten zahlen zu können. Dafür hatten die chinesischen Unternehmen Youngman und Pang Da eine "Brückenfinanzierung" zugesagt. Sie wollen als künftige Haupteigner bei dem schwedischen Hersteller hochklassiger, aber auch hochpreisiger Personenwagen mit einem Gesamtbetrag von 245 Millionen Euro einsteigen. Noch aber stehen die behördlichen Genehmigungen aus Peking für ihren Einstieg aus. Grund sei das Ausbleiben der von zwei chinesischen Unternehmen angekündigten Soforthilfe über 640 Millionen Kronen (70 Mio Euro). Muller hatte dazu am Vortag verbreitet, dass er spätestens bis Anfang nächster Woche denselben Betrag von der US -Finanzgesellschaft North Street Capital erwarte. Sollte das zuständige Gericht das Sanierungsverfahren abbrechen, gilt die Insolvenz für den hoch verschuldeten Autohersteller im westschwedischen Trollhättan mit 3500 Beschäftigten als unausweichlich. Bei Saab sind seit einem halben Jahr wegen Geldmangels keine Autos mehr vom Band gelaufen.

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