Sachsenring Rekordtag mit Michelin

Sachsenring Rekordtag mit Michelin

— 19.08.2016

6 Fragen an den Reifenexperten

AUTO BILD SPORTSCARS-Mitarbeiter Andreas Jüngling im Gespräch mit Reifenexperte Michael Welsch. Der beäugte das Treiben auf dem Sachsenring Rekordtag mit Argusaugen und stand in regem Austausch mit den Teams. Auch wenn sich der Cup 2 schon oft bewährt hat, verfolgt Michelin sein Abschneiden ganz genau.

Räderwerk: Den Michelin Pilot Sport Cup 2 fuhren nahezu alle Rekordwagen am Sachsenring.

Hersteller und Tuner kämpfen heute um jede Zehntelsekunde. Fiebert Michelin da genauso mit?

Natürlich fiebern wir hier alle mit. Wir wollen genauso wie jeder Fahrzeughersteller und Autoveredler beweisen, wie stark die Performance unserer Produkte ist. Wir entwickeln unsere High-Performance-Reifen ständig weiter – und tragen unseren Teil dazu bei, wenn hier Rekorde gebrochen werden.

Was ist das Geheimrezept, um immer wieder sehr gute Sportreifen herstellen zu können?
Das Geheimrezept ist gar nicht so geheim. Wir übernehmen Erfahrungen aus dem Rennsport und übertragen diese auf unsere Straßenreifen. Die Serienreifen profitieren direkt vom Wissenstransfer aus dem Langstreckensport. Bei Michelin setzen wir manche Rennsporttechnologien innerhalb von 12 bis 16 Monaten in der Serie um.


Welche Rolle spielen dabei die vielen verschiedenen Reifendimensionen?
Das Spektrum hier ist gewaltig: von 17 Zoll für den Donkervoort bis zum 21-Zoll-Reifen für den Cayenne. Es gibt kaum einen Reifenhersteller, der das Spektrum hier im Ultra-High-Performance-Bereich abdecken kann. Mit unserem neuen Michelin Pilot Sport 4, dem Pilot Super Sport und dem straßenzugelassenen Rennreifen Michelin Pilot Sport Cup 2 sind wir bestens für den Rekordtag gerüstet.


Die Michelin-Truppe vor Ort. Von links: Markus Hassa, Kathrin Bühler, Michael Küster, Samuel Moret, Pasqualina Scarafile-Durmaz, Michael Welsch.

Wie wichtig ist neben den Rundenzeiten die Alltagstauglichkeit?
Natürlich sind Rundenzeiten sehr wichtig, um die Performance unserer Reifen zu beweisen. Allerdings müssen auch Laufleistung und Nässehaftung im Alltagsbetrieb stimmen. Auch sehr ambitionierte Fahrer bewegen ihr Fahrzeug meist mehr auf der Straße als auf der Rennstrecke.


Wird mehr Forschung im Labor oder auf der Rennstrecke betrieben?
Das lässt sich kaum differenzieren. Es gehört beides gleichermaßen zusammen. Im Labor in Ladoux werden rund 10.000 Gummimischungen im Jahr entwickelt – davon werden ca. 500 in Prototypenreifen auf der Rennstrecke getestet. Diese Resultate gehen dann wieder zurück ins Labor, um die Ergebnisse zu verfeinern. Computersimulationen helfen heute schon in einem sehr frühen Entwicklungsstadium, bestimmte Eigenschaften vorwegzunehmen – bevor der Reifen überhaupt gebacken wird.


Wie wichtig ist der Dialog mit Herstellern und Tunern?
Äußerst wichtig, da sich die Anforderungen der Hersteller und Tuner deutlich unterscheiden. Für die meisten Hersteller steht natürlich die Alltagstauglichkeit im Vordergrund, ein Tuner dagegen möchte in erster Linie ein extrem hohes Gripniveau auf trockener Straße erreichen – für Topleistungen auf der Rennstrecke.


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