Unfallort auf der A19 nach dem Sandsturm

Sandsturm-Unfall auf A19: Urteil

— 08.07.2015

Keine Haftstrafe

Der Sandsturm-Prozess in Rostock ist vorbei. Das Urteil für die 54-jährige Angeklagte, zu schnell in den Sandsturm gefahren war und ein Auto gerammt hatte, ist vergleichsweise milde ausgefallen.

Bei dem schweren Unfall in der Nähe von Rostock fuhren 83 Autos ineinander, acht Menschen starben.

(dpa/mas) Im Prozess um die tödliche Massenkarambolage im Sandsturm auf der Autobahn 19 hat das Amtsgericht Rostock eine 54-jährige Autofahrerin lediglich verwarnt. Der Richter setzte am heutigen Mittwoch (8. Juli 2015) eine Geldstrafe in Höhe von 9000 Euro zur Bewährung aus und blieb damit deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine neunmonatige Haftstrafe auf Bewährung gefordert hatte.
Konsequenzen aus der Massenkarambolage im Sandsturm
Als Konsequenz aus der Massenkarambolage im Sandsturm 2011 werden gefährdete Straßenabschnitte in Mecklenburg-Vorpommern überwacht. Falls notwendig werden sie abgesichert, über den Verkehrsfunk werden Warnmeldungen verbreitet, wie das Agrarministerium mitteilte. In einem speziellen Kataster werden Sandstürme erfasst. Mit dem Kartenmaterial könnten auch kleinste erosionsgefährdete Flächenbereiche erfasst werden. Betroffene Landwirte werden beraten.
Zwar sah es das Gericht als erwiesen an, dass die Fahrerin am 8. April 2011 zu schnell in den Sandsturm gefahren war und ein Auto gerammt hatte. Sie habe dadurch den Tod eines Ehepaars mitverursacht und sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht. Das Gericht schloss sich den Gutachtern an, dass die riesige Wolke aus mindestens 650 Metern Entfernung vor der Unfallstelle zu sehen war. Die Autofahrerin hätte entsprechend reagieren müssen. Nach Meinung des Richters war die Frau aber nicht alleinige Verursacherin für den Tod des Paares: "Sie war am Anfang einer Kausalkette." Zudem habe es sich bei dem Sandsturm um ein bislang nicht bekanntes Wetterphänomen gehandelt.
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Sandsturm-Unfall auf der A19

Der Verteidiger der 54-Jährigen hatte auf Freispruch plädiert. Die Sicht sei ebenso wie die Sandwolke selbst extrem variabel gewesen. Die Angeklagte hatte im Prozess ausgesagt, dass die Sicht urplötzlich schlecht geworden sei. An dem Unfall waren in beiden Fahrtrichtungen mehr als 80 Fahrzeuge beteiligt, acht Menschen kamen ums Leben. Die Angeklagte war mit fünf Freundinnen in einem Transporter zu einem Wochenausflug nach Warnemünde unterwegs, als der Unfall geschah.

Deutschlands größte Rettungsübung

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Die Staatsanwältin bezog sich in ihrem Plädoyer auf die Angaben der Dekra-Gutachter. Danach war die Angeklagte mit einem Tempo von 78 bis 94 Kilometer pro Stunde auf den vor ihr fahrenden Wagen des Ehepaars geprallt, der mit Tempo 25 bis 30 unterwegs war. Dieser sei dann gegen die Leitplanke geschleudert und dann noch von zwei weiteren Autos gerammt worden. Die Autofahrerin selbst erlitt schwerste Verletzungen, als sie aus ihrem Auto ausstieg und dann von einem Lastwagen erfasst wurde.

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