Sanierungspläne Opel

Sanierungspläne Opel

— 05.03.2009

Wo bleibt das Konzept?

Die Bundesregierung macht Druck auf Opel, weil noch kein klares Konzept für eine Rettung des Autobauers erkennbar ist. Den Abbau von angeblich 7600 Stellen allein in Deutschland dementierte Opel.

Die Opel-Spitze taktiert um einen Sanierungsbeitrag der Bundesregierung, jetzt erhöht Berlin den Druck: Am Donnerstag (5. März 2009) schaltete sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) direkt in die Rettungsbemühungen ein. In einem Telefonat machte sie General-Motors-Europa-Chef Carl-Peter Forster deutlich, dass die Regierung noch keine tragfähiges Überlebenskonzept für den angeschlagenen Autobauer erkennen könne. Die bisherigen Vorlagen reichten nicht aus. Besonders ärgert man sich in Berlin darüber, dass Opel europaweit um eine Unterstützung von 3,3 Milliarden Euro werbe, zugleich aber tausende Stellen abbauen wolle. Heute gab es Berichte, dass Opel allein in Deutschland 7600 Stellen streichen wolle, inzwischen kam aber ein Dementi aus Rüsselsheim.

Wann kommt GM mit einem Plan?

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) warf dem Management eine mangelnde Informationspolitik vor, die weiter keine Grundlage für politische Entscheidungen sei. Dem Vernehmen nach enthält das Sanierungskonzept von Opel keine belastbaren Zahlen über Stellenstreichungen. Inzwischen wird heftig über das Ausmaß des Stellenabbaus spekuliert. Bis zu einem gewissen Grad dürften GM Europe und der Opel-Spitze solange die Hände gebunden sein, genauere Informationen zu liefern, bis klar ist, in welche Richtung die Sanierung des von Insolvenz bedrohten Mutterkonzerns General Motors (GM) geht. GM bekräftigte in dem heute vorgelegten Jahresbericht die Gefahr einer Insolvenz.

Regierung will Konzept mit entwickeln

Ersten Aufschluss für die Bundesregierung könnte der USA-Besuch von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in knapp eineinhalb Wochen bringen. Guttenberg will mit der GM-Spitze sprechen sowie mit der US-Regierung, an deren Tropf GM mittlerweile hängt. Die Bundesregierung will sich laut Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) in die Entwicklung eines tragfähigen Sanierungskonzeptes einschalten. Dies hätten CDU/CSU und SPD vereinbart. "Wir haben den Eindruck, dass da doch etwas mitgeholfen werden muss, um ein Konzept zu entwickeln", sagte Kauder der ARD. SPD-Fraktionschef Peter Struck bestätigte dem Sender: "Wir wollen helfen." Die vorliegenden Fakten reichten aber noch nicht für eine Entscheidung aus. Er hoffe auf Klärung in den nächsten zwei Wochen.

300.000 Stellen bedroht

Das Opel-Management und der Betriebsrat hatten am Montag ihren Rettungsplan der Bundesregierung vorlegt. Das Konzept, das eine eigenständige europäische Gesellschaft vorsieht, wird in den nächsten Wochen gründlich geprüft. Neben staatlichen Hilfen von 3,3 Milliarden Euro erwartet Opel drei Milliarden Euro von GM. Zudem soll eine Milliarde unter anderen durch Stellenabbau eingespart werden. Forster zu BILD: "Wir alle werden weitere Einkommenseinbußen verschmerzen müssen. Dazu kommt der Abbau von hoffentlich nicht mehr als 3500 Stellen." Durch eine Insolvenz stünden einschließlich der Jobs bei Zulieferern und Händlern 300.000 Arbeitsplätze in Europa und bis zu 100.000 in Deutschland auf dem Spiel. Damit dürfte Forster die Spekulationen über den tatsächlichen Umfang des Stellenabbaus mit angeheizt haben.

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