Sanifair

Sanifair: Pro und Kontra

— 06.06.2011

Was darf Sauberkeit kosten?

Was sind saubere Toiletten an Autobahnraststätten wirklich wert? Dem einen mehr, dem anderen weniger. Und manchem stinkt das Sanifair-Konzept gewaltig.

"70 Cent für einmal Pullern sind eine Frechheit",
findet Redakteur Heinrich Lingner.

Ob ich die schönen, neuen, sauberen Sanifair-Autobahntoiletten nicht auch schätze? Da regt mich ja schon die Frage auf! Als Autobahnpendler zwischen Hamburg und dem Rheinland habe ich inzwischen so viele Sanifair-Gutscheine gesammelt, dass ich damit wahrscheinlich schon einen Gebrauchtwagen anzahlen könnte. Warum ich sie beim Tanken nicht eintausche?

Monopolisten meiden

Redakteur Heinrich Lingner.

Frechheit Nummer eins: Ich soll so dazu gezwungen werden, etwas aus dem überteuerten Tankstellenshop an der Autobahn zu kaufen! Frechheit Nummer zwei: Der Gutschein gilt nur für sogenannte Shop-Artikel, nicht aber für (den ebenfalls überteuerten) Treibstoff! Frechheit Nummer drei: Obwohl ich 70 Cent einwerfen muss, ist der Gutschein nur 50 Cent wert. Am allermeisten regt mich aber auf, warum das so ist. In einem Akt der Hilflosigkeit verschleuderte die rot-grüne Bundesregierung 1998 die bundeseigene Tank&Rast an private Investoren. Mittlerweile hat sie mehrmals den Besitzer gewechselt, dabei ihren Wert vervielfacht. Die privaten Eigner nutzen die Monopolstellung der Tank&Rast an den steuerlich finanzierten Autobahnen schamlos aus, um die Autofahrer zu schröpfen. Wenn ich schon überhöhte Preise für Benzin, Mineralwasser und Pommes bezahle, sollte ich zumindest umsonst aufs Klo dürfen. Aber wozu rege ich mich auf? Ich kann auch einfach abseits der Autobahn tanken. Und pullern.

Redakteur Stefan Voswinkel.

"Dank Sanifair freue ich mich wieder auf die Pinkel-Pause",
sagt Redakteur Stefan Voswinkel.

Neulich war ich mal wieder auf Dienstfahrt. Mit dem Auto quer durch die Republik. Nach ein paar Stunden war mein Akku alle, die Blase voll und der Tank leer. Zeit für eine Pause. Früher ein Horror für mich. Dreckige Klos, die stinken wie in der letzten Hafenkaschemme. Übellaunige Putzfrauen, die wie Wegelagerer 50 Cent kassieren – ob ich nun mit ihrer Arbeit zufrieden war oder eben meistens nicht. Und soll ich Ihnen was sagen? Diesmal habe ich mich richtig auf die Pause gefreut. Dank Sanifair habe ich nicht am Geruch erkannt, wo die Toilette ist. Sie war sauber, aus dem Seifenspender kam tatsächlich Seife, Papierhandtücher zum Abtrocknen waren auch vorhanden, und ich konnte mir die Hände desinfizieren. Wow. Und das alles für lächerliche 70 Cent. Ich kann sie jetzt schon hören, die ewigen Nörgler. Die den ganzen Service haben wollen, aber bitte schön umsonst.

20 Cent fürs saubere Klo

Dabei haben sie eben beim Volltanken drei Cent mehr für einen Liter Benzin ausgegeben als abseits der Autobahnen. Macht etwa zwei Euro. Ich hingegen habe, statt mich aufzuregen, gemütlich einen Cappuccino getrunken. Mit frisch aufgeschäumter Milch und starkem Espresso. Echt lecker. Habe dafür dank Sanifair-Bon nur noch zwei Euro gezahlt. Auch nicht mehr als bei meinem Italiener. Das blitzsaubere WC-Erlebnis hat mich also nur noch 20 Cent gekostet, den Koffein-Kick hätte ich auch so gekauft. Frisch ausgeruht und entspannt habe ich dann meine Dienstfahrt fortgesetzt. Und mich schon auf die nächste Pause gefreut.

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