Frau am Steuer Saudi Arabien

Saudi-Arabien: Fahrverbot für Frauen

— 25.10.2013

Frauenbewegung hinterm Lenkrad

Eine Frau ist in Riad trotz Fahrverbots Auto gefahren. Um andere Frauen in Saudi-Arabien zu ermutigen, hat sie ihre Fahrt gefilmt. Mit Youtube-Video!

(dpa) Saudi-Arabiens Feministinnen widersetzen sich trotz aller Strafandrohungen dem Fahrverbot für Frauen. Ungeachtet einer Warnung des Innenministeriums fuhr am 25. Oktober 2013 eine voll verschleierte Frau durch ein Viertel im Osten der Hauptstadt Riad. Anschließend veröffentlichte sie eine Videoaufnahme ihrer Spritztour im Internet (siehe Video unten). Vor dem geplanten Aktionstag gegen das Frauenfahrverbot am 26. Oktober haben die Herrscher von Saudi-Arabien noch einmal die Strafen verschärft.

So fahren die Männer: Drift-Szenen in Saudi-Arabien

Der Sprecher des Innenministeriums, Mansur al-Turki, sagte der Zeitung "Al-Hayat" (Freitagsausgabe), auch jeder Bürger, der Frauen über soziale Netzwerke wie "Twitter" dazu auffordere, am Samstag gegen das Verbot zu demonstrieren oder sich ans Steuer zu setzen, müsse mit einer Bestrafung rechnen. Der Experte für Kriminalität im Internet, Marwan al-Rauki, hatte kürzlich erklärt, in Saudi-Arabien würden "Informationstechnologie-Verbrechen" mit bis zu fünf Jahren Haft und Geldstrafen von bis zu drei Millionen Rial (rund 578.000 Euro) bestraft.

Frauen am Steuer: Youtube-Sammlung aus Saudi-Arabien

Die Behörden hatten diese Woche bereits angekündigt, allen Frauen, die durch Aktionen gegen das Frauenfahrverbot "den gesellschaftlichen Frieden" gefährdeten, drohe eine Anzeige. Bestraft werden solle außerdem der männliche "Vormund" jeder Frau, die gegen das Verbot verstößt, sowie jeder Mann, der einer Frau sein Auto überlässt.

Hintergründe zum Frauen-Fahrverbot in Saudi-Arabien

Saudi-Arabien ist das einzige Land weltweit, das Frauen das Autofahren verbietet. Frühere Versuche, das von vielen islamischen Religionsgelehrten unterstützte Verbot zu kippen, waren fehlgeschlagen. Auch die ersten weiblichen Mitglieder des "Schura-Rates", die König Abdullah im vergangenen Januar ernannt hatte, waren mit ihrem Versuch gescheitert, eine Gesetzesänderung auf den Weg zu bringen.

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