Schäden in Milliardenhöhe

Schäden in Milliardenhöhe

— 08.08.2003

Spione am Fließband

Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Die deutsche Autoindustrie wird ausgeforscht. Reaktion einiger Werke: Foto-Handy-Verbot auf dem gesamten Gelände.

Deutschen Unternehmen entstehen durch Industriespionage jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Zu dieser Einschätzung kommt die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW). Neben der Informationstechnologie und dem Maschinenbau seien vor allem die Automobilindustrie und deren Zulieferer betroffen.

"Konkrete Fälle können wir nicht preisgeben", sagt ASW-Geschäftsführer Dr. Berthold Stoppelkamp. "Kein geschädigtes Unternehmen wird ein Interesse haben, einen Vorfall zu publizieren." Meist wird die Lücke im System gar nicht erkannt: Laut ASW fliegen nur drei von hundert Spionageversuchen auf.

Abnehmer bei dem illegalen Informationstransfer sind nicht nur Konkurrenzunternehmen. Hinsichtlich staatlich gelenkter Wirtschaftsspionage beobachtet der Verfassungsschutz verstärkte Aktivitäten der Nachrichtendienste Russlands, des Iran, Chinas und Nordkoreas. "Je innovativer das Unternehmen, desto größer ist die Spionagegefahr", so Stoppelkamp. "Und am gefährlichsten sind die eigenen Mitarbeiter." Um die gar nicht erst in Verdacht zu bringen, haben Volkswagen und BMW jetzt ein Foto-Handy-Verbot erlassen. Einfacher und unauffälliger als per MMS (Mulit Messaging System) lassen sich Spionagefotos kaum übermitteln.

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