Schlagloch-Beseitigung

Bilder von Kriechasphalt gegen Schlaglöcher Bilder von Kriechasphalt gegen Schlaglöcher

Schlagloch-Beseitigung

— 31.01.2011

Was taugt der Kriechasphalt?

Was hilft gegen Schlaglöcher? Ein neuartiger Asphalt soll länger halten und deshalb billiger als herkömmliche Straßenbaumethoden sein. Was taugt das angebliche Wundermittel "Kriechasphalt"?

Die Beseitigung aller Schlaglöcher soll laut ADAC elf Milliarden Euro kosten. Allerdings wird oft nicht zur besten, sondern zur billigsten Reparatur gegriffen. Folge: Alles bricht wieder auf. Die Münchener Firma Nanosky hat einen Asphalt namens Nanoterra-Soil (NTS) erfunden, der wahre Wunder wirken soll. Die Mixtur enthält ein Bindemittel auf Latexbasis. Im tragenden Straßenunterbau kriecht sie auch in kleinste Poren. Wassereinschlüsse, die den Asphalt bei Frost aufsprengen, werden so vermieden. Dank kleinster Nanopartikel soll das Mittel beim Aushärten bombenfest werden.

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Bei herkömmlicher Ausbesserung ist die Füllung des Schlaglochs schnell wieder zerbröselt.

"Tragfähig, wasserunempfindlich, belastbar, frostbeständig und doppelt so lange haltbar wie herkömmlicher Asphalt", verspricht der Hersteller. Das aber müsse sich erst zeigen, so der ADAC: "Wenn herkömmlicher Unterbau in der Regel zwölf bis 15 Jahre hält, muss dieser modifizierte Baustoff über 20 Jahre Praxistest bestehen. Das älteste Beispiel am Brenner liegt aber gerade mal fünf Jahre zurück", so Sprecherin Wiebke Thormann. Wegen der längeren Haltbarkeit sollen die Kosten um 30 Prozent niedriger sein. "Deshalb und wegen massiver Schäden häufen sich die Anfragen von Städten und Kommunen", so Günther Gang vom Nanosky-Vorstand, etwa aus Augsburg und Erfurt.

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AUTO BILD hat nachgefragt. In Kissingen (Bayern) ist Bürgermeister Manfred Wolf vom Verfahren gegen Winterschäden zwar überzeugt. Eine Anwendung sei allerdings als Test auf Feldwegen und im Neubau geplant. In Augsburg und Erfurt halten sich die Zuständigen bedeckt. Man habe sich lediglich über das Produkt informiert. "Punktuell oder auf Landstraßen ist der Einsatz durchaus denkbar. Eine flächendeckende Anwendung in der Innenstadt kommt nicht infrage, da hier oft Grabungen wegen Leitungen durchgeführt werden", so Alexander Reintjes vom Amt für Tiefbau und Verkehr in Erfurt.

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Die Liste der "Wundermittel", die den deutschen Markt erobern wollen, ist lang. Bereits 2001 versuchte es die BASF – mit dem "Super-Asphalt" Butonal. Doch der galt wie andere ebenfalls als zu teuer. Dennoch fordern Experten ein Umdenken – weg vom provisorischen Reparieren. "Das macht die Sache für den Gebührenund Steuerzahler später noch um ein Vielfaches teurer", sagt Rainer Hillgärtner, Sprecher des Auto Clubs Europa (ACE). Auf der Brennerautobahn wurde der Münchener Nano-Asphalt 2006 auf acht Kilometer Länge eingebaut. Seitdem wurden keine Schäden registriert.

Autor: Nadine Effert

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