Schlussraten- und 3-Wege-Finanzierung

Schlussrate: Auto zurückgeben

— 08.01.2016

Vorsicht: Restwert-Risiko!

Statt bei entsprechender Finanzierung die Schlussrate zu begleichen, können Sie oft auch den Wagen zurückzugeben. Doch das kann teuer werden.

Bei der Schlussraten- oder der 3-Wege-Finanzierung bleibt am Ende der Laufzeit vom Kredit noch ein Betrag von zum Teil erheblicher Höhe übrig: die Schlussrate. Manche Verträge bieten die Möglichkeit, den inzwischen gebrauchten und teilfinanzierten Wagen zum Händler zurückzubringen, statt die Schlussrate zu begleichen. Besonders bei Krediten mit kurzer Laufzeit und entsprechend hoher Schlussrate lohnt sich diese Variante oft. Folgende Dinge sollten Sie aber unbedingt beachten.

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Restwert - Was ist das genau?

Die Option, den Wagen nach einer Zeit zurückzugeben, kennen wir vom Leasing. Dabei hat man meist die Wahl zwischen Kilometer- und Restwertleasing. Im ersten Fall wird eine Anzahl von gefahrenen Kilometern über den Leasingzeitraum festgelegt. Mehr gefahrene Kilometer müssen gezahlt werden, weniger gefahrene werden erstattet. Der Betrag pro Kilometer wird vorher genau festgelegt. Beim Restwertleasing wird vorher festgelegt, was der Wagen am Ende des Leasingzeitraums wert ist. Sollte sich herausstellen, dass der tatsächliche Wert des Wagens am Ende darunter liegt, muss der Kunde die Differenz zahlen. Die Option, den Wagen zum Restwert zu kaufen, gibt es beim Leasing in der Regel nicht.
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Bei der Finanzierung hingegen entspricht die Schlussrate dem Preis, zu dem man das Auto am Ende kaufen kann. Will man den Wagen stattdessen aber zurückgeben, geschieht dies zum Restwert. Für die Berechnung werden dabei die vorher vereinbarte Kilometerleistung und der altersgemäße Zustand herangezogen, also beide Leasingmodelle kombiniert. Die Schlussrate darf dabei nicht höher sein als der zu erwartende Restwert des Wagens. Im Idealfall bekommen Sie sogar mehr für Ihr topgepflegtes und wenig gefahrenes Auto. Das geschieht allerdings selten. Wenn der Händler den Wagen anstandslos zurücknimmt, sollten Sie zufrieden sein. Oft versuchen Händler allerdings den Rücknahmepreis zu drücken.

Die Falle: Marktwert, Verkehrswert und Restwertrisiko

Lesen Sie daher den entsprechenden Teil in Ihrem Vertrag genau. Ist keine feste Summe genannt, sollten sie sehr vorsichtig sein, wenn Sie nicht vorhaben die Schlussrate zu begleichen. Hinter Formulierungen wie "Der Händler verpflichtet sich, das Fahrzeug zum Marktwert zurückzunehmen" versteckt sich eine potenzielle Kostenfalle. Denn wie sich der Markt entwickelt, können weder Sie noch der Händler wissen. Benzinpreise, Steuern oder Abgasnormen lassen sich nur sehr schwer im Voraus kalkulieren. Das Gleiche gilt für den gern verwendeten Begriff "Verkehrswert". Auch allein der Hinweis auf den Restwert reicht nicht aus, wenn keine genaue Summe genannt ist. Hier trägt der Käufer das sogenannte Restwertrisiko, auch Marktpreisrisiko genannt. Zur Bestimmung des Restwerts wird dann neben der Schwackeliste oft auch ein Gutachter hinzugezogen, den der Händler beauftragt. Die Kosten teilen sich Händler und Kunde.

Achten Sie auch darauf, dass alle eventuell vorgesehenen Felder im Vertrag ausgefüllt sind. Das betrifft vor allem die zu erwartende Kilometerleistung. Seien Sie dabei realistisch oder geben Sie lieber ein paar Kilometer zu viel an. Achten Sie auch darauf, dass festgelegt wird, welche Summe pro Kilometer fällig wird, den Sie mehr oder weniger fahren.

Die Lösung: Garantierter Restwert

Am sichersten fahren Sie, wenn Sie sich den Restwert vertraglich garantieren lassen. Dabei trägt der Händler das Risiko, wenn sich beispielsweise der Markt für das betreffende Fahrzeug negativ entwickelt. Voraussetzung ist dabei, dass die Laufleistung den Vereinbarungen entspricht und das Auto sich in einem dem Alter entsprechenden Zustand befindet. Wenn im Vertrag eine Formulierung wie "garantierter Mindestwert" steht, haben sogar Sie die Möglichkeit, je nach Zustand des Wagens und Marktentwicklung, auch mehr als die vereinbarte Summe zu verlangen.

Restwert bei Schäden

Maßgebend für den Restwert ist neben der Laufleistung der Erhaltungszustand des Wagens. In den meisten Verträgen finden sich daher Formulierungen wie: "Dabei ist vorausgesetzt, dass sich das Fahrzeug bei Rückgabe in einem dem Alter entsprechenden Erhaltungszustand befindet, frei von Schäden sowie verkehrs- und betriebssicher ist." Erfahrungsgemäß gehen die Ansichten darüber, was ein Schaden ist, zwischen Händlern und Kunden weit auseinander. Da der Händler den Wagen weiterverkaufen will, wertet er auch kleinere Kratzer als Schaden. Auch ein Wagen, in dem intensiv geraucht wurde, lässt sich schwerer verkaufen. Händler werten auch dies daher als wertmindernd. Es kann sich also lohnen, den Wagen kurz - und günstig - überholen zu lassen, bevor man ihn dem Händler vorführt.

Anders ist es bei größeren Schäden, wie nach einem Unfall. Auch wenn der Schaden bereits behoben wurde, wirkt er sich wertmindernd aus, denn der Wagen ist nicht mehr unfallfrei. Im Vertrag verbirgt sich dies oft hinter allgemeinen Formulierungen wie "sonstige Wertminderung". Hierunter fällt übrigens auch das Raucher-Auto. Größere Schäden, vor allem einen Unfall, sollten Sie dem Händler auf keinen Fall verschweigen. Neben der moralischen Komponente kann dies auch rechtliche Konsequenzen haben. Bei der Schadensregulierung nach eine nichtverschuldeten Unfall sollten Sie die Wertminderung also unbedingt berücksichtigen und dem Unfallgegner in Rechnung stellen.

Tipp: Freier Verkauf

Da der Händler bei seiner Kalkulation des Restwerts in der Regel von seinem Einkaufspreis ausgeht, der ungefähr 15 Prozent unter dem Verkaufspreis liegt, kann es sich lohnen, wenn Sie den Wagen selbst verkaufen. Dies ist aber nur mit Einverständnis des Händlers möglich. Zum einen hat dieser sich meist vertraglich das Recht gesichert, den Wagen zurückzunehmen. Zum anderen ist der Wagen noch nicht voll finanziert, da die Schlussrate noch fehlt. Der Wagen ist also noch gar nicht Ihr Eigentum, sondern er gehört dem Händler oder der Bank. Ein Verkauf ohne deren Einverständnis wäre nicht legal.

Am besten sichern Sie sich vertraglich das Recht, den Wagen selbst zu verkaufen. In der Regel ist dies dann möglich, wenn der Preis, den der Händler bietet, aus einem der vorgenannten Gründe niedriger ist als der festgelegte Restwert. Bedenken Sie aber, dass Sie dann auch das Risiko tragen, wenn beim Verkauf etwas schief geht.
Autor:

Gerald Beeckmann

Fazit

Auch wenn Sie bei Vertragsabschluss noch vorhaben, die Schlussrate zu begleichen, sollten Sie unbedingt zur Sicherheit darauf achten, dass im Vertragein festgelegter Mindestrestwert garantiert wird. Das trifft auch auf die Kilometerleistung zu sowie auf die Verkaufsoption.

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