Schnellladestationen an der Autobahn

Schnellladestationen an der Autobahn

— 14.05.2014

A9 wird zur Stromer-Strecke

Um Elektroautos trotz geringer Reichweite auf die Autobahn zu locken, haben drei Anbieter entlang der Autobahn A9 acht Ladestationen installiert.

(dpa/br) Eines der grten Hemmnisse fr die Verbreitung von Elektroautos ist neben deren hohen Preis die in der Flche geringe Anzahl von Ladestationen. So gibt es in Deutschland 14.000 Tankstellen, aber nur 2100 Ladestationen fr Elektroautos, von denen die meisten zudem in Stdten stehen. Wenn Elektroautos in Deutschland der Normalfall werden sollen, muss es auch deutlich mehr Mglichkeiten geben, einen leer gefahrenen Wagen wieder aufzuladen. Mit einem Projekt entlang der Autobahn A9 sollen Fahrer von E-Autos nun auch auf lange Strecken gelockt werden bislang sind sie berwiegend in Ballungsrumen unterwegs. Am 14. Mai wird die Strecke in Nrnberg fr die Allgemeinheit freigegeben. Doch auch das ist nur ein kleiner Baustein im groen Puzzle Elektromobilitt.

Dauertest BMW i3 Range Extender

In dem Imagefilm fr die Schnellladestrecke entlang der A9 von Mnchen nach Berlin sieht jedenfalls alles einfach und komfortabel aus: Ein Prchen fhrt darin mit dem BMW i3 von der bayerischen Landeshauptstadt nach Nrnberg. Whrend die beiden an einer Raststtte einen Kaffee trinken, wird das Auto in einer halben Stunde zu etwa 80 Prozent aufgeladen.

Entlang der A9 zwischen Mnchen und Leipzig warten acht Schnellladestationen auf leere Stromer.

BMW, Siemens und Eon haben jngst acht Schnellladesulen mit dem Steckersystem "Combined Charging System" (CCS) ausgestattet, das von 2017 an europaweit Standard ist. Sie stehen an Rastpltzen oder bei Partnern direkt an der Autobahn. Damit werde ein "reibungsloser elektrischer Verkehr entlang einer der am meisten befahrenen Verkehrsachsen Deutschlands auf einer Gesamtlnge von 430 Kilometern mglich", schreiben die Macher des Projekts "Elektromobilitt verbindet".

Man knnte aber wer will schon?

Allerdings glauben selbst die drei Partner nicht, dass viele E-Auto-Fahrer die gesamte Strecke in Angriff nehmen. Denn bei der durchschnittlichen Reichweite eines Elektroautos von etwa 150 Kilometern msste man dreimal Pause machen, um von Mnchen nach Leipzig zu kommen. "Wir gehen zunchst davon aus, dass die Nutzer Teilstcke der A9 fahren werden beispielsweise von Mnchen nach Nrnberg", sagt BMW-Sprecherin Verena Stewens. Elektroautos seien nicht vorwiegend fr die Langstrecke gedacht, sondern fr Ballungsrume. Im Schnitt fhren Autofahrer 30 bis 50 Kilometer am Tag.

Doch auch in Stdten fehlt es vielerorts noch an Ladestationen. In 675 Kommunen gibt es nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mindestens eine. Baden-Wrttemberg hat die meisten Ladepunkte, knapp gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Bayern. "Damit die Fahrzeuge fr die Kunden alltagstauglich sind, mssen mehr ffentliche Ladestationen aufgestellt werden", fordert der Prsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. Zwar werde ein Groteil der Autofahrer den Strom zu Hause, bei der Arbeit oder auf Parkflchen saugen, der bisherige Bestand an ffentlichen Ladepunkten reiche aber lngst nicht aus. "Man hat hier so ein Henne-Ei-Problem", sagt Ferdinand Dudenhffer vom Center Automotive Research (CAR) an der Universitt Duisburg-Essen. Da es bisher nur etwa 12.000 Elektroautos in Deutschland gibt, rechne es sich fr die Energieversorger nicht, berall Ladestationen aufzubauen. Ein weiteres Problem: Die bereits bestehenden Stationen seien oft mit den verschiedenen Autos schlecht kompatibel, das Bezahlen sei oft kompliziert.

100.000 Ladepunkte ntig

Die Bundesregierung hlt bislang an ihrem Ziel fest, dass es bis 2020 eine Million Elektroautos geben soll. Experten halten das aber lngst fr unrealistisch. Fr diese Zahl an E-Autos wren laut einer Empfehlung der EU-Kommission etwa 100.000 Ladepunkte ntig. "Deutschland macht hier im Vergleich zu anderen Lndern wenig", sagt Dudenhffer.

Vorn bei der Zahl der E-Autos sind Lnder, die Kaufanreize bieten was die Bundesregierung ablehnt. In Norwegen, den Niederlanden oder in Kalifornien boomen sie, weil sie stark gefrdert werden. In Norwegen etwa muss keine Mehrwertsteuer bezahlt werden. In Amsterdam gibt es kostenlose Parkpltze fr E-Autos, an denen auch der Strom gratis ist. In Deutschland werde ber solche Idee seit Jahren nur nachgedacht, sagt Dudenhffer. Man msse den Leuten zeigen, dass sich das in der Anschaffung teurere Auto an einer anderen Stelle wieder lohne ein BMW i3 kostet in der Basisversion 34.950 Euro, der E-Golf 34.900 Euro. "Wenn Sie das machen, dann werden Elektroautos gekauft und automatisch wird RWE ihnen auch Ladestationen hinstellen."

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