Schocktherapie als Unfallprävention

Schocktherapie als Unfallprävention

Abschreckung, die wirkt

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie bietet eine besondere Art der Unfallprävention an: Schocktherapie. Präsident Bertil Bouillon im Interview.
Junge Autofahrer neigen dazu, sich oder ihr Auto zu überschätzen. Schwere, oft tödliche Unfälle sind die Folge. Professor Bertil Bouillon,

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Schocktherapie für angehende Autofahrer?

Woran denken Sie beim Anblick dieses Autos?
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, hat nun ein besonderes Präventionsprogramm ins Leben gerufen, um die Jugendlichen vor sich selbst zu schützen: Schocktherapie. AUTO BILD hat mit ihm gesprochen.
AUTO BILD: Sie lassen gesunde Jugendliche einen Tag lang den Weg eines Schwerverletzten zurücklegen, mit Rettungswagen, Schockraum, Intensivstation, Reha. Was soll das?
Prof. Bertil Bouillon: Wir wollen anschaulich machen, was das bedeutet. Wir gehen dazu nicht nur durch das Krankenhaus. Wir lassen die Jugendlichen auf der Trage Probe liegen, mit Gips und Halskrause Mittag essen, und nachmittags sprechen sie mit einem ehemaligen Patienten. Dass Unfälle schrecklich sind, lässt sich auch ohne das scharfe Mittel der Abschreckung klarmachen. Unser Präventionsprogramm soll ein Erlebnis schaffen, an das sie sich in riskanten Situationen erinnern. Die Hoffnung ist, dass es dann "klick" macht. Natürlich ist der eine oder andere erst mal bedrückt, aber die Rückmeldungen der Jugendlichen sind durchweg positiv. Das Programm funktioniert.

Professor Bertil Bouillon (56), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

Haben Sie Messwerte, die das belegen?
In Kanada, wo die Idee entstanden ist, hat es eine Untersuchung dazu gegeben. Sie zeigt, dass es Erfolge gibt. Am besten sichtbar ist das bei weiblichen Jugendlichen.
Wie groß soll das Programm werden? Der Zuspruch ist gigantisch, und wir wollen es im Laufe des Jahres in zwölf bis 15 Kliniken regelmäßig anbieten. Alles Weitere werden wir dann sehen.

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Unfall

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