Stromkasten 171: Akku-Brand im E-Taxi

Brennender BYD e6 BYD e6 als Taxi

Schriebers Stromkasten 171: Akku-Brand im BVD e6

— 08.06.2012

Wer ist schuld am Akku-Brand?

Ende Mai 2012 starben in China drei Personen in einem Elektro-Taxi der Marke BYD. Was war wirklich Ursache für die Katastrophe? Experten warnen vor einer Vorverurteilung von Elektroautos.

Nach einem schweren Verkehrsunfall in Shenzhen (China), bei dem drei Insassen des Elektroautos Build Your Dreams (BYD) e6 ums Leben kamen, warnen Experten vor Hysterie. Am 26. Mai 2012 war nach Polizeiangaben ein Sportwagen mit Tempo 180 ins Heck des Elektro-Taxis gerast. Der BYD wurde gegen einen Baum geschleudert und fing Feuer. Auf Fotos ist eine große Stichflamme im Heck zu sehen. Augenzeugen berichteten von der Explosion des Akkus. "

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"Dieser Unfall ist ein Extrem-Beispiel", ordnet Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer den Vorfall ein. Auch der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft spricht vom Einzelfall und sieht keinen Anlass, Elektroautos als generell gefährlicher einzustufen. Wichtig sei beim Bau eines sogenannten Hochvolt-Autos, die Akkus an der "unwahrscheinlichsten Deformationsstelle" einzubauen, so Unfallforscher Brockmann. Dadurch soll ein Kurzschluss bei einem Unfall verhindert werden.

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Aus dem Heck des Taxis schießt eine große Stichflamme. Augenzeugen berichteten von einer Explosion des Akkus.

Möglicherweise hat der Umbau des BYD e6 zum Taxi negative Auswirkungen auf die Crashsicherheit der Batterie gehabt. Als AUTO BILD vor knapp einem Jahr in China in einem Vorserienmodell Platz nahm, war aufgrund der Akku-Position kaum Platz für Passagiere auf der Rückbank. Um die 400 Elektroautos als Taxis in Shenzhen einsetzen zu können, wurde die Position der Akkus dahingehend verändert, dass die Fahrgäste mehr Beinfreiheit erhielten. Auch Batterie-Forscher Matthias Leuthold von der RWTH Aachen vermutet, dass das "schlechte Design des Batteriepacks" Grund für einen Kurzschluss gewesen sein könnte. "Durch den Umbau könnte die Struktur zwischen den Zellen verändert worden sein." Eine weitere Besonderheit beim BYD e6 ist die außergewöhnlich große Batterie, deren Kapazität von 72 kWh eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern ermöglichen soll. Ihre Abmessungen von 175 Zentimeter Länge, 95 Zentimeter Breite und 30 Zentimeter Höhe müssen in dem 4,55 Meter langen Auto Platz finden.

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Die von BYD selbst gebauten Lithium-Eisenphosphat-Zellen bezeichnet Leuthold als "eher sicher". Der Aachener Wissenschaftler weist darauf hin, dass in China die Bereitschaft bestehe, Fakten zu schaffen und E-Autos auch in größerer Stückzahl auf heimische Straßen zu bringen. "Das birgt ein gewisses Risiko." An der RWTH Aachen werden derzeit Batteriestrukturen entwickelt, bei denen die einzelnen Zellen auch bei einer Deformation der Batterie durch einen Unfall unversehrt bleiben.

Autor: Hauke Schrieber

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