Schriebers Stromkasten, Teil 130

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Schriebers Stromkasten, Teil 130

— 26.05.2011

Konkurrenz der Konzepte

Die Michelin Challenge Bibendum in Berlin zeigte, wie weit die Ingenieure aus der ganzen Welt in Sachen nachhaltige Mobilität schon sind. Entwickelt wird in alle Richtungen.

• Nach Shanghai, Kyoto oder Rio machte die Michelin Challenge Bibendum in diesem Jahr Station in Berlin. Neben Bekanntem gab es auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof auch viel Neues zu sehen und zu erleben. Volvo zeigte mit einem Diesel-Plug-in-Hybriden, dass sich Technologien scheinbar beliebig kombinieren lassen. Der V60 soll bis zu 50 Kilometer rein elektrisch fahren (der 50-kW-Elektromotor treibt die Hinterachse an), bis der 2,4-Liter-Fünfzylinder-Turbodiesel (218 PS) die Vorderräder übernimmt. Der Fahrer wählt per Knopf zwischen "Pure" (nur E-Antrieb), "Hybrid" und "Power" (volle Leistung). Die 12-kWh-Akkus sind in rund drei Stunden an der 230-Volt-Steckdose geladen. Ende 2012 soll der V60 Plug-in-Hybrid auf den Markt kommen. Einen Preis nennt Volvo noch nicht, er dürfte aber über 45.000 Euro liegen.

Lesen Sie auch: Michelin Challenge Bibendum Design Award

Video: Michelin Challenge Bibendum 2011

Treffen der Öko-Autos in Berlin

Audi stellte noch einmal sein Projekt Balanced Mobility vor, bei dem unter anderem Windenergie in Methan umgewandelt wird. • Peugeot sorgte in Berlin für Aufsehen mit dem Prototyp EX1, der vor wenigen Wochen den Rundenrekord für E-Autos auf der Nordschleife verbessert hatte (9:01,338 Minuten). Da wollte ich gern mal mitfahren. Ging aber nicht. Begründung: der offene Renner ist nur für Passagiere bis 1,75 Meter und 70 Kilo geeignet. Schade. • Ex-DTM-Pilot Alexandre Prémat drehte in Tempelhof seine Runden in einem auf E-Antrieb umgerüsteten Formel-Rennwagen. Und während man sich bei den Pkw an das fehlende Motorengeräusch längst gewöhnt hat, sind offene Renner ohne typisches Kreischen noch neu. Das sei aber schon fast der einzige Unterschied zu klassischen Formel-Fahrzeugen, erklärte mir Prémat. Beschleunigung (drei Sekunden von null auf 100 km/h) und Abtrieb seien vergleichbar mit GP2-Autos. 2013 könnte das Auto von Formulec Rennen fahren. Allerdings dürfen die nicht länger als 25 Minuten dauern. Dann sind die Akkus leer.

Hier geht es zu den alternativen Antrieben

• Der deutsch-französische Elektro-Minibus Mia (Produktionsbeginn 1. Juni) fuhr ebenfalls auf der Challenge Bibendum. Der Mann hinter dem mia, Designer Murat Günak, fehlte aber. Wie ich erfuhr, arbeitet er derzeit an einer Luxusversion, "mia chic" genannt. Es soll eine Kleinserie mit neuen Materialien (Carbon?) und teurem Equipment werden. Für Kunden, die nicht zuerst auf Preise schauen. • Welche Auswüchse der Hype um die E-Mobilität bisweilen annimmt, bewies in Berlin die Erfindung des Schweizers Walter Janach. Sein UCV (Unique City Vehicle) soll "das kommende ultraleichte E-Mobil für asiatische Megacitys" werden. Zwei Styroporsitze, eine Lenkstange, 0,18-kW-Motor und Akkus von 0,24-kWh – mehr braucht das UCV nicht. Zur besseren Vermarktung hat sich Janach einen chinesischen Namen zugelegt. Dort nennt sich der Erfinder nun Ivan Huang.

Autor: Hauke Schrieber

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