Schriebers Stromkasten, Teil 154

— 25.11.2011

Deutsche Ideen für US-Außenseiter

Design von gestern, Technologie von morgen: US-Außenseiter Coda zeigte in LA erneut eine Elektro-Limousine, die große Reichweite verspricht. In ihr stecken deutsche Ideen und einige Hoffnungen.



Genau vor einem Jahr traf ich die Jungs von Coda Automotive auf der LA Auto Show 2010 – und verurteilte sie innerlich zum Scheitern. Zu öde war ihr Elektroauto, zu unerfahren die Bosse. Zwölf Monate später ist Coda immer noch da. Der Messestand ist größer, die erste Niederlassung eingeweiht. Im Januar werden die ersten E-Autos, noch immer sehr bieder im Design, an Kunden ausgeliefert. Und es wird inzwischen Deutsch gesprochen. Marketingchef ist seit vier Monaten Ex-Daimler-Manager Thomas Hausch, der ordentlich Optimismus verbreitet (siehe Kurzinterview unten).

Auf einen Blick: Alles zur LA Auto Show 2011

Probefahrt im Coda: Die Anfahrt ist etwas schwerfällig, dann aber geht es flott voran.

Das Auto kommt wie die 36-kWh-Akkus aus China, immerhin 35 Prozent der Teile (auch der 100-kW-Motor) aus den USA. Die Reichweite gibt Hausch mit bis zu 240 Kilometern an. Bei einem Preis von umgerechnet 29.600 Euro sei das ein Angebot, das kein anderer Hersteller biete. In Kalifornien, wo die Endmontage stattfindet, kostet Coda dank staatlicher Förderung sogar nur umgerechnet 22.200 Euro. Trotzdem nicht billig. Lohnt sich das? Ich bin den Coda in L.A. gefahren. Zukunftstechnologien verpackt in einem Design der 90er. An der Ampel kommen die 1,65 Tonnen etwas schwer in Gang, dann aber geht es flott voran, eine "Elastizität eines Sportwagens", wie Hausch behauptet, halte ich aber für übertrieben. Und ins linke Pedal muss man ordentlich treten, um neben Bremsenergie-Rückgewinnung auch zu verzögern.

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Für Technik und Design ist seit vier Monaten ein zweiter Deutscher verantwortlich: Thomas Fritz arbeitete zuvor für BMW, Fisker und Magna Steyr. Er ist auf private Investoren angewiesen, denn staatliche Förderungen erhält der USAußenseiter nach eigenen Angaben nicht. Dafür setzt Coda auf "Gurus" – so heißen hier die Mitarbeiter, die Kunden in den "Erfahrungscentern" beraten.

Kurzinterview: "Nachfrage ist da"

AUTO BILD: Warum wechselt einer, der bei Daimler war, zu einem Außenseiter wie Coda? Thomas Hausch: Ich bin überzeugt von der Mission, dass wir uns von der Abhängigkeit vom Öl lösen müssen – aus ökologischer wie aus politischer Sicht. Okay, aber muss das Produkt nicht doch etwas attraktiver daherkommen? Der Coda ist ein so besonderes Auto, dass es nicht auch noch besonders aussehen muss. Sie wollen ab 2014 auch auf den deutschen Markt ... ... aber nicht mit diesem Stufenheck. Das Konzept der großen Reichweite aber bleibt. Und wenn's nicht klappt? Keine Sorge. Die Nachfrage ist da. Mit 500 Reservierungen sind wir bis April ausverkauft. Das Risiko ist überschaubar.

Thomas Hausch ist Marketingchef bei Coda Automotive

Autor: Hauke Schrieber



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