Stromkasten: 80 Windräder für eine Million E-Autos

Smart for-us (Pick-up-Studie für Detroit 2012) Bilder: Smart ed und eBike

Schriebers Stromkasten, Teil 169

— 25.05.2012

80 Windräder für eine Million Elektroautos

Greencars brauchen für das Prädikat "Null Emission" Strom aus erneuerbaren Energien. Das Beispiel Smart ed zeigt, dass schon ein relativ kleiner Windpark für die Versorgung ausreichen würde.

Die Pressemitteilung klang zunächst wie eine dieser üblichen PR-Meldungen, die wir gern missachten: Die dritte Generation des Elektro-Smart, die in diesem Jahr auf den Markt kommt, sei, so Daimler, Deutschlands grünstes Auto. Begründung: Die Energie für die zunächst rund 2500 Smart ed liefere eine Windkraftanlage, die der Konzern übernommen habe. Das klingt zum einen so, als wolle sich Daimler durch das von der Windreich AG erworbene Windrad von der Diskussion um die CO2-Emissionen von E-Autos beim aktuellen Strommix freikaufen. Zum anderen ist klar, dass ein Windrad an der A 9 bei Hof nicht den Strom für einen E-Smart in Bremen grüner macht.

Übersicht: Alle News und Tests zum Smart fortwo electric drive

Der neue Smart ed mit seinen 17,6-kWh-Lithium-Ionen-Akkus soll bei optimalen Bedingungen mehr als 140 Kilometer weit fahren.

Doch das Beispiel Smart ed zeigt, dass der Aufwand überschaubar wäre, so viel Ökostrom zu produzieren, wie eine Million E-Autos (so viele sollen nach Plänen der Bundesregierung 2020 auf deutschen Straßen fahren) bei einer Jahreslaufleistung von rund 10.000 Kilometern benötigen. Das von Daimler gekaufte große Windrad vom Typ Enercon E82 hat eine Nennleistung von 2,3 Megawatt. 180 davon reichen für eine Million E-Autos, die im Schnitt 20 kWh pro 100 Kilometer brauchen (Smart ed: 12,57). "Ein Offshore-Windpark in der Nordsee bräuchte sogar nur 80 Räder", so Tobias Aichele von der Windreich AG. "Die technischen Voraussetzungen dafür sind geschaffen."

Mehr Infos: Hier geht es zu den Greencars

Der neue Smart ed kommt in diesem Jahr mit weiterentwickelter Antriebstechnik auf den noch überschaubaren Markt: Die Reichweite der 17,6-kWh-Lithium-Ionen-Akkus soll unter optimalen Bedingungen mehr als 140 Kilometer betragen. Die Ladezeit an einer Haushaltssteckdose soll sieben Stunden nicht überschreiten. Der 55-kW-Elektromotor beschleunigt den Smart in fünf Sekunden auf Tempo 60. Zum Preis schweigt Smart noch. Er dürfte bei knapp über 20.000 Euro liegen.

Autor: Hauke Schrieber

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