Schriebers Stromkasten 183

Akku-Testlabor VDE Akku-Testlabor VDE Akku-Testlabor VDE

Schriebers Stromkasten, Teil 183

— 01.10.2012

In der Akku-Folterkammer

Akkus müssen nicht nur ergiebig sein, sondern auch sicher. Dafür braucht es viele Tests. Ein Besuch in der "Akku-Folterkammer" des VDE – mit Fallturm, Klimakammer und einer Schwinganlage.

Neulich stand ich in Portlandzement, in einem Fallturm, vor einer Kältekammer. Wo ich war? Salopp: in einer Akku-Folterkammer. Offiziell: im neuen Batterie- und Umwelttestzentrum des Verbandes der Elektrotechnik (VDE) in Offenbach. Akku-Sicherheit ist ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg der Elektromobilität. Also hat der VDE für knapp zehn Millionen Euro ein Testlabor gebaut, bundesweit entstehen weitere.

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Beim VDE zeigte mir Projektleiter Steffen Zinkhan, was eine Batterie aushalten muss, bevor sie im E-Auto oder Hybriden eingesetzt wird. Mittelpunkt des 2500 Quadratmeter großen Testzentrums ist der zehn Meter hoher Fallturm. Wenn der Akku auf den liegenden Laternenpfahl fällt, ist er 50 km/h schnell. Ohne Knautschzone. Das simuliert so ziemlich jeden Verkehrsunfall.

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Ein Blick in die Schwingkammer des VDE-Testlabors. Hier müssen Batterien zeigen, was sie sicherheitstechnisch können.

Die Kunden, die das Testzentrum beauftragen, (Autobauer wie BMW sowie Versicherungen und Behörden), lassen auch die Langzeitstabilität prüfen. Bei extremen Temperaturschwankungen (+180 bis -70 Grad) in der Klimakammer. Unter dem Einfluss von sogenanntem Arizonastaub oder Portlandzement in der Staubkammer. In der Schwinganlage, wo Akkus Kräften von bis zu zwölf Tonnen ausgesetzt werden, deren Richtung in Bruchteilen von Sekunden wechselt. Oder im Zyklasierer, in dem Batterien bei bis zu 1000 Volt ständig ge- und entladen werden. Zudem werden Zellen im Labor kurzgeschlossen, um zu sehen, ob der Akku in Flammen aufgeht. Übrigens: Kurz nach meinem Besuch hat bei einem Überladungstest ein Akku gebrannt. Die Feuerwehr musste eingreifen.

Autor: Hauke Schrieber

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