Schriebers Stromkasten, Teil 20

Mini E Mini E

Schriebers Stromkasten, Teil 20

— 27.11.2008

Mini E: Eine ganz enge Kiste

AUTO BILD begab sich am Rande der LA Auto Show auf Testfahrt mit dem BMW-Versuchsträger Mini E. Fazit: Mini und Elektroantrieb passen nicht zusammen – leider.

Irgendwie ist es ein unbefriedigendes Gefühl, ein Auto zu testen, von dem sogar der Hersteller sagt, dass es nie in Serie gehen wird. Jedenfalls nicht in Großserie. Denn 500 Stück von dem Mini E, den ich in Los Angeles ausprobieren durfte, werden gebaut und von ausgewählten Privatpersonen in L.A. und New York für ein Jahr lang geleast – für umgerechnet 670 Euro im Monat (George Clooney bekommt ihn wohl auch kostenlos). Was diese Alltags-Dauertester dann zu Protokoll geben, fließt in die Entwicklung eines völlig neuen Elektroautos für die Großstadt der BMW-Entwicklungsabteilung "project i" ein. Der Mini aber ist leider völlig ungeeignet für den Elektroantrieb, obwohl das auch in Amerika so erfolgreiche Modell vom Image her ideal dafür wäre. Doch die 5088 Akku-Zellen passen nicht mehr in den Motorraum und sitzen deshalb auf der Rückbank. Da wird der Mini E zum Zweisitzer und damit zu einer ganz engen Kiste, die wohl ohnehin kaum einer kaufen würde. Ich jedenfalls nicht. Zumal allein die Batterie rund 20.000 Euro kostet ...

Millionäre schauen sich nach dem Versuchsträger um

Obwohl auch der Mini E Freude bereitet. Trotz fast anderthalb Tonnen Gewicht sorgt das sofort verfügbare Drehmoment für enormen Fahrspaß. Die Millionäre in Beverly Hills haben sich ganz schön nach dem Versuchsträger umgeschaut. Und die Reichweite von 200 bis 250 Kilometern reicht sogar für Los Angeles. An der Schnellladestation, der Wallbox, die die 500 Testfahrer mitgeliefert bekommen, ist der Mini E in gut zwei Stunden wieder voll. An der normalen Steckdose dauert es ungleich länger. Schade, dass der sympathische Mini und der noch sympathischere E-Antrieb nicht zusammen passen. Hätten wir die Zeit gehabt, wären mein Fotograf Volker und ich mit dem Mini E noch an den Strand von Malibu gefahren. Handtücher und Badehosen passen ja grade rein.

Staat fördert E-Autos: Fünf Millionen bis 2030?

• Einen "nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" haben die Bundesministerien für Verkehr, Umwelt, Wirtschaft und Forschung erarbeitet. Die Regierung will die Entwicklung von Elektroautos fördern. Das Ziel: bis 2030 sollen bis zu fünf Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge in den Städten unterwegs sein. 2050 soll in der Stadt nur noch elektrisch gefahren werden.

Autor: Hauke Schrieber

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