Schriebers Stromkasten, Teil 211

— 08.08.2013

Neue Elektro-Ziele der Regierung?

Eine Million Elektroautos sollen es werden auf deutschen Straßen im Jahr 2020. So heißt es offiziell noch immer aus dem Hause Merkel. So ganz scheinen die Regierenden aber nicht mehr an dieses große Ziel zu glauben.



Kennen Sie Liane Horst? Nein? Müssen Sie auch nicht. Die Dame leitet das Referat "Neue Werkstoffe und Nanotechnologie" im Bundesforschungsministerium. Auf einem Kongress in Aachen hat Frau Horst nun das seit Jahren von Bundeskanzlerin Merkel verteidigte Ziel, bis 2020 eine Million E-Autos auf den Straßen zu haben, kassiert.

Elektroautos 2013/2014

Lesen Sie auch: Quo vadis, Elektroauto?

Eine Million Elektroautos bis 2020? Referatsleiterin Liane Horst spricht lieber von 600.000 Plug-ins.

600.000 Plug-in-Autos sollen es nun sein, wie das Branchenblatt "Automobil Industrie" berichtete. Dementiert wurde dies zunächst nicht. Hat Liane Horst da was ausgeplaudert? Oder einfach selbst mal ein Ziel formuliert? Die Frau, die Angela Merkel da korrigiert hat, befindet sich derzeit noch im Urlaub. Ein Sprecher ihres Forschungsministeriums konnte mit ihrem Namen auf Nachfrage so spontan nichts anfangen, erklärte aber eiligst: "Frau Horst wurde da nicht korrekt wiedergegeben."

Dudenhöffers oberflächlicher Vergleich

Immerhin reale Zahlen verbreitete kurz danach der gern als "Autopapst" bezeichnete Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen. Deutschland sei ein Schlusslicht bei der Elektromobilität, motzte er und belegte dies damit, dass erstens der US-Automarkt fünfmal so groß sei wie der deutsche, dort aber zuletzt 35-mal so viel Plug-ins zugelassen wurden, und zweitens der Markt in den Niederlanden siebenmal kleiner sei als unserer, dort aber nur rund 50 Prozent weniger E-Autos verkauft würden. Weiß der Autopapst, dass anders als bei uns in beiden Vergleichsländern der Kauf von Plug-ins staatlich subventioniert wird? Nicht leicht, einen kühlen Kopf bei dieser Hitze zu bewahren.

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Autor: Hauke Schrieber



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