Schriebers Stromkasten, Teil 59 — 16.11.2009
Murray entwickelt E-Auto
Einst schuf er Formel-1-Boliden, jetzt ein E-Auto: Gordon Murray hat umgedacht. Außerdem im Stromkasten: ein revolutionärer Akku aus Japan und ein E-Stadtauto von Renault.
• Anfang 2009 besuchte ich in England Gordon Murray, Schöpfer des legendären
McLaren-F1-Sportwagens. Er plante einen Mini-Stadtwagen, den
T25. "Wird es den auch als E-Version geben?", fragte ich. "Nee", sagte er, "Elektroautos sind Mist." Nun überrascht Murray mit der Ankündigung, bis Februar 2011 vier Prototypen eines T27 zu bauen, ein E-Auto für die Stadt mit drei Sitzen; kleiner als ein
Smart, aber mit mehr Platz. Die Antriebstechnik kommt von Partner Zytek. Der T27 verbrauche von der Herstellung bis zur Verwertung mindestens 27 Prozent weniger CO
2 als andere E-Autos, so Murray. Woher der Sinneswandel kommt? Vielleicht durch die fünf Millionen Euro, die die britische Regierung in das Projekt investiert.
• Forscher in Japan haben eine Nickel-Lithium-Zelle entwickelt. Ihre Energiedichte sei 3,5-mal größer als die moderner Lithium-Ionen-Akkus. Klingt nach kleiner Revolution. Beispiel: Die Akkus im
Tesla Roadster wiegen 450 Kilo, speichern 53 Kilowattstunden, was für 330 Kilometer reicht. Bei gleichem Gewicht könnten Nickel-Lithium-Akkus 194 kWh speichern. Reichweite: bis zu 1100 Kilometern. Der Haken: Die Ladezeit an einer Haushaltssteckdose würde mehrere Tage dauern, die Lebensdauer der Akkus ist fraglich, und Nickel-Lithium-Akkus mit ihrer aufwendigen Glas-Keramik-Membran wären sehr teuer. •
Renault will 2011 ein E-Stadtauto auf Basis der Studie
Twizy Z.E. sowie eine E-Version des
Kangoo Rapid bauen.
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