Schulterschluß mit Honda und Toyota

Fünf gegen Ferrari

Schulterschluß mit Honda und Toyota

— 27.01.2005

Formel 1: Fünf gegen Ferrari

Ein Hersteller-Quintett trifft sich in London und macht Front gegen Ferrari. Fünf Ziele werden festgelegt – zum Wohle des Zuschauers?

Fünf Ziele im Strategiepapier

Die Fronten im Streit um die Zukunft der Formel 1 verhärten sich weiter. Auf einem Treffen in London vollzogen Honda und Toyota den Schulterschluß mit den Europäern von DaimlerChrysler, BMW und Renault. Damit stellen sich fünf der sechs in der Formel-1-WM vertretenen Hersteller und neun der insgesamt zehn WM-Teams gegen Ferrari.

Der Arbeitgeber von Weltmeister Michael Schumacher hatte in der vergangenen Woche verkündet, das sogenannte Concorde Agreement mit dem Automobil-Weltverband FIA um fünf Jahre bis 2012 zu verlängern. Dieses "Grundgesetz" regelt die Zusammenarbeit der Rennställe mit der obersten Sportbehörde und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, dem eigenwilligen Halter der TV- und Vermarktungsrechte.

Die "großen Fünf" legten in der britischen Hauptstadt in einem noch wenig konkreten Strategiepapier fünf Hauptziele für die Zeit nach 2007 fest. So soll der Grand-Prix-Rennsport seine Position als Top-Ereignis des Motorsports behalten. Langfristig soll der Wohlstand für alle Beteiligten, einschließlich der Teams, Sponsoren und Rennstreckenbetreiber, gesichert werden. Kleinere, unabhängige Teams sollen z.B. durch Motorenlieferungen unterstützt und zur Beteiligung ermutigt werden. Den Fans soll weltweit ein "guter Wert" geboten werden. Zudem tritt das japanisch-europäische Quintett für Offenheit, Fairneß und Transparenz im finanziellen, technischen und sportlichen Bereich ein.

"Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die ganz sicherlich zu einer soliden Basis für Verbesserungen in der Formel 1 führt", kommentierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug die Vereinbarung. "Dabei muß in erster Linie der Kunde, also der Zuschauer, die Hauptrolle spielen." BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen deutete an, daß die Gräben zwischen beiden Lagern nicht unüberwindbar scheinen: "Wir setzen alles daran, daß das Format des Grand-Prix-Sports von 2008 an auch wirklich allen Bedürfnissen gerecht wird. Wir gehen davon aus, daß die FIA die gleichen Interessen hat und es uns gelingt, im Laufe dieses Jahres einen adäquaten Rahmen zu finden."

Teamchef-Treffen ohne Ferrari

Hintergrund der jahrelangen Auseinandersetzung zwischen Formel-1- Chef Bernie Ecclestone, dem Dachverband FIA sowie den Teams sind in erster Linie das Reglement sowie die Verteilung der Vermarktungs- und Fernseheinnahmen. Die in der GPWC ("Grand Prix World Championship") zusammengeschlossene Hersteller drohen seit längerem mit einer eigenen Rennserie.

Die Konzern-Gruppe bezog sich bei ihrem Abkommen auf ein Treffen von neun Teamchefs – nur Ferrari fehlte – am Dienstag. Dabei hatten die meuternden Rennställe der FIA Vorschläge zur Kostensenkung unterbreitet, beispielsweise durch eine radikale Einschränkung der Testfahrten. Generell sind die Teams, auch wenn es hier in Einzelpunkten Unterschiede gibt, mit dem aktuellen Reglement unzufrieden. Ferrari hatte jedoch durch seinen überraschenden Alleingang vor einer Woche nachhaltig das Bemühen der Rebellen torpediert, eine einheitliche Front gegen FIA und Ecclestone zu bilden.

Angeblich hat die Scuderia für ihre Zustimmung eine Sonderzahlung von 100 Millionen US-Dollar erhalten. Das Hersteller-Quintett und die Teams wollen sich nach dem dritten Saisonrennen am 3. April in Bahrain in einer Klausur über ihr weiteres Vorgehen verständigen.

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