Michael Schumacher mit Ross Brawn und Norbert Haug

Schumacher und Mercedes

— 14.12.2009

Die Wahrheit hinter dem Mega-Comeback

Michael Schumacher ist heißester Anwärter auf das zweite Cockpit bei Mercedes GP. Ross Brawn will seinen ehemaligen Schützling ins Team holen und auch für Mercedes würde sich die Verpflichtung lohnen.

1990 unterschrieb Michael Schumacher bei Mercedes in der Gruppe C (Sportwagen) seinen ersten Werksvertrag. 1991 bezahlten ihm die Stuttgarter den Einstieg mit Jordan in die Formel 1. Und nun, 18 Jahre später, soll die Traumehe Schumacher-Mercedes auch in der Formel 1 Wirklichkeit werden. autobildmotorsport.de hat herausgefunden, was wirklich hinter Schumis zweitem Comeback-Versuch steckt. So gab es bereits beim letzten Grand Prix in Abu Dhabi Kontakte zwischen Daimler-Vorstand Dieter Zetsche und Schumacher. Seitdem zieht der Rekordchampion ein Comeback ernsthaft in Betracht,  telefoniert fast täglich mit Teamchef Ross Brawn. Das erfuhr AUTO BILD MOTORSPORT aus sicherer Quelle.

Überblick: Alle News und Tests zur Marke Mercedes

Ungewisse Zukunft: Ex-BMW-Pilot Nick Heidfeld hofft auf das zweite Mercedes-Cockpit.

Brawn will den Fahrer, mit dem er sieben von acht WM-Titel geholt hat, unbedingt verpflichten. Vater Rolf Schumacher betont auf Nachfrage außerdem: "Michael hat sich zuletzt in seinem Leben zwar gut amüsiert, ist aber total heiß aufs Fahren." Auch Nico Hülkenberg, zweiter Schützling von Schumacher-Manager Weber und F1-Pilot bei Williams, weiß: "Michael ist zu Hause doch langweilig!" Und: Nick Heidfeld, eigentlicher Top-Favorit auf den Stammplatz neben Nico Rosberg, wurde sowohl von Norbert Haug als auch von Ross Brawn immer wieder hingehalten. Brawns Begründung: Erst müsse noch eine andere Sache geklärt werden. Heidfeld wartet weiter. "Das Geld spielt keine Rolle", hat Schumacher inzwischen sogar schon einem Insider anvertraut. Der Plan: Ein Jahr lang soll der Kerpener für Mercedes fahren, danach neben Franz Beckenbauer zum Gesicht der Marke werden. Selbst Einwände des Betriebsrates werden Daimler-intern kleingeredet. Begründung: Schumacher bringe mehr als jeder andere Fahrer einen weltweiten Werbeeffekt in Milliardenhöhe zu einem überschaubaren Preis. Tatsächlich soll der Ex-Ferrari-Star nicht mehr als sieben Millionen Euro verdienen. Allein 2008 aber betrug der weltweite Werbegegenwert des Teams McLaren-Mercedes eine Milliarde Euro.

Das offizielle Angebot von Mercedes steht noch aus

Erster Comebackversuch: Im Sommer testete Schumacher für Ferrari. Ein gebrochener Wirbel verhinderte den Renneinsatz.

Doch entschieden ist nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT (ABMS) noch nichts. Schumacher-Manager Willi Weber wartete bis zum Wochenende immer noch auf ein konkretes Angebot von Mercedes. Die Stuttgarter fragen sich nach dem geplatzten Ferrari-Comebackversuch im Sommer ernsthaft: Hält der erste Schumachersche Nackenwirbel diesmal der Belastung stand? Ist der Kerpener noch schnell genug? Fragen, die auch Schumi selbst bisher nicht beantwortet. "Lasst mich doch bitte in Ruhe Kart fahren", erklärte er auf entsprechende Fragen am Wochenende in Kerpen, wo er an einem Kartrennen teilnahm. ABMS erfuhr: Eine mögliche Probefahrt beim Formel-1-Rookie-Test in Jerez hatte Schumacher wegen eines USA-Urlaubs noch abgelehnt. Derzeit trainiert er mit einem Physiotherapeuten von der Sportklinik Bad Nauheim intensiv an der Nackenmuskulatur. Dafür hat er sich eigens eine neue, hochmoderne Trainingsmaschine zugelegt. Doch auch, wenn Leibarzt Dr. Peil Schumi "Riesenfortschritte" attestiert, kann erst eine Testfahrt absolute Gewissheit bringen. Doch die ist erst wieder im Februar erlaubt. Deshalb hofft Heidfeld weiter auf das Mercedes-Cockpit. Auch, weil ihm kaum andere Möglichkeiten bleiben. Lotus fährt 2010 mit Jarno Trulli und Heikki Kovalainen. Bei Sauber machen Giancarlo Fisichella, Vitali Petrov und Pedro de la Rosa die Cockpits unter sich aus. Und bei Renault gilt Kamui Kobayashi als Favorit. Hintergrund: Als neuer Großsponsor soll dort Ex-Toyota-Geldgeber Panasonic andocken.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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