Schumacher warnt vor Überheblichkeit

"Noch ist nichts gewonnen" "Noch ist nichts gewonnen"

Schumacher warnt vor Überheblichkeit

— 08.10.2003

"Noch ist nichts gewonnen"

Finale in der Formel 1: Räikkönen glaubt an seine Titelchance, Haug kündigt noch für 2003 den neuen Silberpfeil an. Und Schumacher?

Räikkönen hilft nur ein Sieg

Rein gesundheitlich betrachtet dürfte 2003 ein fast erholsames Jahr sein für Norbert Haug. Denn obligate Siegerzigarren qualmte der Motorsportchef von Mercedes-Benz nur zwei Mal: als seine Fahrer in Melbourne (David Coulthard) und Malaysia (Kimi Räikkönen) gewannen. Dass der Formel-1-Manager ausgerechnet am Sonntag (12. Oktober) in Suzuka nach dem Saisonfinale siegestrunken zur Havanna greift, glauben nur die größten Optimisten bei den Silberpfeilen. Kimi Räikkönen, der allein mit einem Sieg Ferrari-Fahrer Michael Schumacher den WM-Titel entreißen kann ("Im letzten Rennen kann alles passieren"), und eben Norbert Haug ("Diese Saison hat viele Überraschungen geboten und bietet womöglich weitere").

Wäre nicht die für McLaren-Mercedes unerfreuliche Posse um den neuen Silberpfeil gewesen, hätte Norbert Haug jeden derangierten Eindruck vermeiden können. Drei Mal wurde der Stapellauf des MP4-18 angekündigt und wieder verschoben. Ehe er, ohne einen Grand-Prix-Kilometer auf dem Tacho, ganz im Museum verschwand. Haug mühte nach Kräften den Eindruck zu vermitteln, wenigstens moralisch keine Niederlage erlitten zu haben. Das Vorjahresmodell mit der Nummer 17 sei "konkurrenzfähig" und der 18-er "eine gut Basis" für den 19-er.

"Der MP4-19 fährt noch 2003"

Um derlei Zahlenspielereien künftig vorzubeugen, hat McLaren-Mercedes nun seine Ressourcen auf die Entwicklung des neuen Modells zentriert. Der MP4-19 ist früher als alle Vorgänger auf Renntauglichkeit getrimmt worden. Das bestätigte Norbert Haug der Zeitung "DIE WELT". "Der MP4-19 wird noch in diesem Jahr erstmals fahren. Wie die Verfassung des aktuellen MP4-17 in der laufenden Saison zeigt, braucht ein neues Auto eine Reifungsperiode", betont der Formel-1-Manager. "Wir haben uns konsequent gesteigert, und das werden wir weiterhin tun." Einem Einsatz des neuen Autos zum Start der nächsten Saison stehe nichts mehr im Weg. Haug: "Wir starten 2004 mit dem MP4-19. Er soll bis Melbourne ausgereift und schnell sein."

Auch aus diesem Fortschritt versuchen sie bei den Silbernen ihre Motivation für das Wochenende zu ziehen, schließlich hat die deutsch-englische Allianz schon einmal bewiesen, dass nichts entschieden ist, bevor alles entschieden ist. 1999 holte Mika Häkkinen beim Saisonfinale vier Punkte Rückstand auf Ferrari-Pilot Eddie Irvine auf: Der Finne siegte in Suzuka, Irvine wurde nur Dritter.

Schumis Erinnerungen an Suzuka

In insgesamt vier Finals zwischen McLaren und Ferrari ging immer das Team aus Woking als Sieger hervor: 1974 trafen der Schweizer Clay Regazzoni und der Brasilianer Emerson Fittipaldi in Watkins Glen/USA punktgleich aufeinander. Fittipaldi genügte ein vierter Platz, weil Regazzoni mit technischen Problemen nur Elfter wurde. Zwei Jahre später machte der Engländer James Hunt in Fuji/Japan einen Drei-Punkte-Rückstand auf Niki Lauda wett. Hunt reichte ein dritter Platz, weil der Österreicher auf regennasser Piste aufgegeben hatte. 1998 schließlich behauptete Häkkinen einen Vorsprung von vier Punkten auf Irvine. Häkkinen triumphierte in Suzuka, der Nordire schied mit Reifenschaden aus.

Dieses Jahr hilft Kimi Räikkönen nur ein Sieg, gleichzeitig darf Michael Schumacher höchstens Neunter werden. Dennoch warnt der Titelverteidiger (34) vor Überheblichkeit. "Solange noch eine mathematische Chance besteht, nicht Weltmeister zu werden, solange ist gar nichts gewonnen", sagte Schumacher, der schon fünf Mal in Fernost siegte. "Für uns lief es in Suzuka oft sehr gut. Ich habe dort einen der schönsten Momente meiner Fahrerkarriere erlebt", ließ Schumacher auf seiner Homepage wissen. 2000, als er in einem packenden Duell mit Häkkinen nach 21 Jahren Ferrari wieder einen Titel bescherte. "Die Erinnerungen an den Moment, als ich die Ziellinie überquerte, sind noch immer sehr stark."

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