Schumi: So halten ihm die Fans die Treue

Schumi-Fans vor der Klinik Schumi-Fan vor der Klinik Schumi-Fan-Grüße in Kerpen

Schumachers 45. Geburtstag im Krankenhaus

— 03.01.2014

Werd' wieder gesund, Schumi!

Michael Schumacher hatte seinen 45. Geburtstag mit Freunden und Familie feiern wollen. Doch nach dem schweren Skiunfall ist er noch immer nicht über den Berg. Aus aller Welt kommen Genesungswünsche.

(dpa/brü) Michael Schumachers 45. Geburtstag hatte so sehr anders verlaufen sollen: Gemeinsam mit Freunden und im Kreis der Familie wollte der Formel-1-Rekordweltmeister seinen Ehrentag im französischen Weihnachts- und Winterdomizil feiern. Knapp eine Woche nach seinem schweren Skiunfall in Méribel haben alle nur noch einen Wunsch: Dass er überlebt und wieder gesund wird. "GET WELL SOON SCHUMI" ("Werd bald gesund Schumi") – Die Aufschrift auf einem Shirt, das Schumacher-Kumpel Lukas Podolski, Nationalmannschaftskollege Per Mertesacker und einige ihrer Mitspieler vom englischen Fußball-Tabellenführer FC Arsenal zeigte, spricht Millionen Menschen aus dem Herzen.

Chronik: Michael Schumacher 1991 - 2012

Fan-Aktion für Michael Schumacher In diesem Krankenhaus liegt Michael Schumacher
Zu seinem 45. Geburtstag erhielt Schumi via Twitter Glück- und Genesungswünsche von Ex-Kollegen und Prominenten.  "Happy Birthday #Schumi #KaempfenSchumi", schrieb die deutsche Tennis-Legende Boris Becker am Freitag. "Halt durch", twitterte Schumachers ehemaliger Teamkollege Rubens Barrichello unter einem Foto aus der gemeinsamen Ferrari-Zeit in der Formel 1. "Happy birthday Michael", gratulierte auch Ex-Pilot Giancarlo Fisichella: "Wir beten für dich."

Weltweite Anteilnahme

Michael Schumacher war nach einem Sturz auf einer nicht markierten Skipiste in Méribel mit dem Kopf gegen einen Felsen geprallt.

Weltweit nehmen Menschen Anteil an Schumachers Schicksal. In Indien wurde das laufende Programm unterbrochen, seit Tagen füllt das Thema die Sportseiten der Zeitungen. In China veröffentlichte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua im Internet ein Archivbild von Schumacher, auf dem er selbst in chinesischen Zeichen das Wort "Sicherheit" geschrieben hat. Dazu schrieb die Agentur auf Deutsch: "Schumi, gute Besserung!"

Schumachers Familie dankt für die Unterstützung

Die Familie von Michael Schumacher dankte erneut für die riesige Anteilnahme. "Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich den Menschen aus der ganzen Welt danken, die uns nach Michaels Skiunfall ihre Sympathie geschenkt und uns ihre besten Genesungswünsche geschickt haben. Das ist für uns eine tolle Unterstützung", hieß es am Donnerstag auf der Homepage des Rekordweltmeisters. "Wir wissen alle, Michael ist ein Kämpfer und wird nicht aufgeben." Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister, der Ende 2012 nach einem dreijährigen Comeback seine Karriere beendet hatte, schwebt seit seinem Skiunfall am vergangenen Sonntag zwischen Leben und Tod. Er liegt auf der Intensivstation des Universitätskrankenhauses von Grenoble im künstlichen Koma. Zweimal wurde er wegen seiner schweren Kopfverletzungen operiert. Noch immer hat Schumacher Hirnblutungen, nachdem er mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt war. Sein Helm soll dabei zerborsten sein.

Schumi: So halten ihm die Fans die Treue

Schumi-Fan vor der Klinik Schumi-Fans vor der Klinik Schumi-Fan vor der Klinik
Langjährige Wegbegleiter stehen dem erfolgreichsten Piloten der Formel-1-Geschichte zur Seite. Darunter auch sein ehemaliger Teamchef zu gemeinsamen Ferrari-Zeiten, Jean Todt. Schumacher sei ein sehr, sehr guter Freund von ihm, hatte der Franzose einmal gesagt. "Das ist mehr, als wenn ich sein Vater wäre, denn einen Freund sucht man sich aus - einen Vater nicht", sagte Todt der Zeitung "Die Welt". Der ebenfalls mit Schumacher eng verbundene Ross Brawn, auch zuletzt sein Teamchef bei Mercedes-AMG, war am Abend des Unfalltages in Grenoble angekommen. Statements gab keiner von ihnen bislang ab.

Geplant war eine unbeschwerte Feier

Für Schumacher wäre es eine von bislang wenigen Geburtstagsfeiern geworden in den vergangenen zwei Jahrzehnten, ohne an die Schufterei für die folgende Formel-1-Saison denken zu müssen. Im Sommer 1991 war Schumacher in die Königsklasse des Motorsports eingestiegen. Seitdem nutzte er die Weihnachts- und Silvesterzeit zum Durchatmen und Krafttanken für die neue Saison. Seit einiger Zeit verbrachte er seine Geburtstage mit der Familie und Freunden in Méribel und war auch über Weihnachten und Silvester dort.

Diesmal änderte ein kurzer Schwung mit den Skiern am 29. Dezember alle Pläne. Schumacher war bei dem Unfall allem Anschein nach nicht schnell unterwegs, er befand sich in einem eher flachen Tiefschnee-Bereich zwischen zwei markierten Pisten.

"Wenn man eine Sache beherrscht, kann man auch das Risiko kalkulieren. Und der Rest Risiko, den man nicht mehr kalkulieren kann, den gibt's überall im Leben. Das ist dann Schicksal. So sehe ich das", sagte Schumacher einmal in einem Interview der "Bild am Sonntag" zu seinem 40. Geburtstag, in dem Prominente die Fragen stellen durften. Die Frage kam damals von Rodel-Ikone Georg Hackl und bezog sich auf Schumachers Motorradleidenschaft.

Schumacher spulte unzählige Kilometer in über 700 PS-starken Formel-1-Rennwagen ab. Er überstand fast zwei Jahrzehnte in der Königsklasse des Motorsports mehr oder weniger unbeschadet - bei seinem schwersten Unfall 1999 in Silverstone erlitt er einen Schien- und Wadenbeinbruch. 98 Tage später war Schumacher zurück.

Sehnsüchtiges Warten auf die Entwarnung

Nun sehnt sich die Welt nach einer Nachricht der Entwarnung aus der Uniklinik von Grenoble. Bislang sind keine weiteren Stellungnahmen zu Schumis Zustand geplant. Das würde bedeuten, dass sich Schumacher mit seinen schweren Kopfverletzungen weiterhin in einem stabilen, aber kritischen Zustand befindet. Jetzt heißt es weiter warten. Ein schöneres Geschenk als die Nachricht zumindest eines ersten kleinen Schrittes zur Genesung könnte es an Michael Schumachers 45. Geburtstag nicht geben.

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