ADAC bittet um Entschuldigung

Schummelei beim ADAC

— 20.01.2014

ADAC entschuldigt sich

Der ADAC hat sich für die Schummelei beim "Gelben Engel" entschuldigt. Klub-Geschäftsführer Obermair kündigt eine umfassende Aufklärung an.

Nach dem Bekanntwerden von Manipulationen des Autopreises "Gelber Engel" hat sich der Geschäftsführer des ADAC, Karl Obermair (Bild oben), öffentlich entschuldigt. Er kündigte auf einer Pressekonferenz am Montagmittag (20. Januar) eine umfassende Aufklärung der Vorgänge an. Im Zusammenhang mit der Mauschelei bei der Anzahl der Stimmen, die die ADAC-Mitglieder für den VW Golf als Lieblingsauto der Deutschen abgegeben hatten, sprach Obermair von einem "unverzeihlichen Fehler". Er verwies darauf, dass der Ex-Kommunikationschef Michael Ramstetter mittlerweile ein "vollumfängliches Geständnis abgelegt" habe und wies ihm die alleinige Schuld an dem Skandal zu: "Wir haben ganz klar einen Hauptverantwortlichen."

Die Pannen des ADAC

ADAC-Zentrale in München Preisverleihung Gelber Engel Karl Obermair

Der ADAC-Chef bittet darum, die Mitarbeiter des Klubs nicht in Mithaftung zu nehmen.

Obermair bat die ADAC-Mitglieder und auch die Medienvertreter um Entschuldigung. Kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatten führende ADAC-Mitarbeiter die Vorwürfe noch für haltlos erklärt und die "Süddeutsche Zeitung" mit Häme überzogen. Die ADAC-Geschäftsführung sei "nie davon ausgegangen, dass so etwas passieren könnte". Der ADAC-Chef verwies darauf, dass sich die Geschäftsführung des Automobilklubs schon am vergangenen Wochenende in einem persönlichen Gespräch bei den Vertretern der "Süddeutschen Zeitung" dafür entschuldigt habe.

Der ADAC-Chef versprach eine umfassende Aufklärung: "Wir werden alle Vorgänge aufklären." Die Untersuchung werde von unabhängigen Stellen begleitet. Obermair fügte hinzu: "Wir werden die Kritikpunkte annehmen und lückenlos aufarbeiten. Es gibt keinerlei Rechtfertigung, dass so etwas passieren kann." Es werde auch eine strukturelle Änderung in den Abläufen geben, "dass so etwas nicht noch einmal vorkommen kann". Auf Nachfrage räumte Obermair ein, die Stimmung der Mitarbeiter des Klubs sei gedrückt. Er sagte: "Es herrscht ein Mix aus Wut und Enttäuschung." Der ADAC sei nun in der Bringschuld, die angeschlagene Reputation des Automobilklubs wieder herzustellen. Mehrfach sprach der ADAC-Mann von unverzeihlichen Vorgängen: "Dieser Vorgang tut uns Leid, er trifft uns ins Mark." Er sagte aber auch: "Wir halten es für überzogen, den ADAC mit einer allgemeinen Kritik zu überziehen" und bat um Nachsicht für die vielen unbescholtenen Mitarbeiter des ADAC: "Bitte nehmen Sie die Mitarbeiter nicht in Haft für diesen unverzeihlichen Fehler."

Andere Zahlen und Statistiken des ADAC könnten, anders als der "Gelbe Engel", nicht manipuliert werden: Der "Gelbe Engel" gehe einen ungewöhnlichen Weg, bei dem nur ein Mitarbeiter von den Zahlen Kenntnis habe. Allerdings räumte Obermair ein, dass die Informationen über die Manipulation von aktuellen Mitarbeitern herausgegeben wurden. Auf die Frage ob es beim ADAC einen Maulwurf gebe, sagte er: "Es gibt sehr konkrete Hinweise, dass aktuelle und ehemalige Mitarbeiter betriebsinterne Informationen an Dritte herausgegeben hätten. Ihnen drohte Obermair: "Wenn andere Mitarbeiter an der Manipulation beteiligt waren, wird es auch bei ihnen personelle Konsequenzen geben." Damit widersprach Obermair allerdings seiner Behauptung von Ramstetter als allein Verantwortlichen. Er räumte damit indirekt die Möglichkeit ein, dass der ehemalige Kommunikationschef nicht der Einzige war, der Kenntnis  von den Manipulationen beim "Gelben Engel" hatte.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.