Schweinetransporter legte Autobahn lahm

Schweinetransporter legte Autobahn lahm Schweinetransporter legte Autobahn lahm

Schweinetransporter legte Autobahn lahm

— 03.05.2002

Todesspritzen im Graben

Schwerer Lkw-Unfall auf der BAB A1 Hamburg - Bremen: Bei Stuckenborstel kämpften 386 Ferkel ums Überleben. 50 verloren.

Sie wollten nach Cloppenburg. Nein, sie sollten: 606 Schweine, in der Regel noch im Ferkelalter, auf dem Weg von Dänemark zur Schweinebörse im Landkreis Vechta. Bei Kilometer 99 fand ihre Reise ein vorläufiges Ende: Der 40-jährige Fahrer des Viehtransporters übersah ein Stauende. Bei dem Versuch auszuweichen, rammte er den vor ihm fahrenden Lkw. Dieser landete in die Mittelleitplanke und stürzte um. Durch den Aufprall und das abrupte Lenkmanöver kippte auch der Hänger des Schweinetransporters auf die Seite. 386 Ferkel, zuvor verteilt auf vier Etagen, tummelten sich auf und neben der Autobahn.

Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei, Havarie-Spezialisten und Tierärzten versuchte, die quiekende Horde in Schach zu halten. 50 Ferkel bezahlten den Unfall mit dem Leben: Die Feuerwehr versuchte zwar noch, den teils überhitzten Tieren mit Wasserschläuchen Kühlung zu verschaffen. Half aber nichts: Die Kreisveterinäre setzten den teils erheblich verletzten Borstenviechern noch im Wassergraben neben der Fahrbahn die Todesspritze.

Der Fahrer des Lkw kam schwer verletzt ins Krankenhaus, die Ferkel wurden per Ersatztransporter ans Ziel gebracht. Die Autobahn in Richtung Süden war für fünf Stunden voll gesperrt, die in Richtung Norden teilweise. Erst am späten Abend löste sich der insgesamt 18 Kilometer lange Stau wieder auf.

"Sowas kommt hier leider von Zeit zu Zeit vor", sagt Hermann Mindermann, Ortsbrandmeister in Oyten und Einsatzleiter des 21-köpfigen Feuerwehrteams. "Vor zwei Jahren hatten wir einen ähnlichen Unfall auf der A 27. Damals waren es allerdings Bullen. Das war wesentlich schlimmer, da kann man ja nicht einfach rangehen. Am Ende musste das SEK aus Bremen kommen und die Verletzten erschießen." So weit kam es diesmal Gott sei Dank nicht.

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