Vier Kompakt-SUVs im Vergleich

Seat Ateca/Hyundai Tucson/Nissan Qashqai/Renault Kadjar: Test

— 15.08.2016

Siegt der Ateca auch mit Allrad?

Den ersten Vergleich hat der Ateca gewonnen, jetzt muss er mit Diesel und Allrad ran. Hyundai Tucson, Renault Kadjar und Nissan Qashqai warten.

Jede Menge Kies, Schotter, Schlamm und ein paar Pftzen die ideale Spielwiese also fr unsere vier Testkandidaten mit Allrad, die sich auch alle ganz tapfer schlugen. Technisch gibt es dabei kaum Systemunterschiede zwischen Hyundai Tucson, Nissan Qashqai, Renault Kadjar und Seat Ateca. Alle sind grundstzlich Fronttriebler mit einer elektronisch gesteuerten Lamellenkupplung zur Kraftbertragung an die Hinterachse. Dazu kommt ein ebenso elektronisch gesteuerter Bremseingriff an allen vier Rdern.

Der Seat macht im Vergleich am meisten aus seiner Gre

Raumwunder: Auf 4,37 Metern Lnge bietet der Ateca fhl- und messbar am meisten Platz vorn und hinten.

Im Alltag, also etwa auf trockener, fester Strae, ist vom Vierradantrieb nicht viel zu spren. Schon gar nicht bei sonnigen 23 Grad Celsius und in der norddeutschen Tiefebene. Aber klar, in bergigen Gegenden und im nchsten Winter werden die Karten neu verteilt. In der Kiesgrube jedenfalls schien der Seat leichte Vorteile zu haben, sein System spricht am konsequentesten an. Kann der Spanier auch sonst alle nass machen? Angesichts der kompakten Gre der Ateca ist mit 4,36 Metern immerhin elf Zentimeter krzer als etwa der Tucson verblfft sein grozgiges Raumangebot immer wieder. Er bietet fhl- und messbar vorn und hinten am meisten Platz und dazu groe, sportlich-straffe Sitze. Nur bei der Kofferraumgre (485 Liter) und der Zuladung (535 Kilogramm) muss sich der Spanien-SUV mit Platz zwei zufriedengeben.
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Qashquai und Kadjar teilen sich die technische Basis

Der Qashqai ist etwas enger als Technikbruder Kadjar, macht dafr aber mehr aus dem 1,6er-Diesel.

Vorn liegt der Tucson, der bei stehender Rckbank 513 Liter schluckt und 558 Kilo einpacken darf. Das geschmackssichere Cockpit kann sich sehen lassen und punktet mit problemfreier Bedienung. Der Hyundai wirkt luftig und gerumig. Vorn gibt es passend ausgeformte Sitze, hinten eine gemtliche Bank mit verstellbarer Lehnenneigung. Renault und Nissan bauen ja auf der gleichen Plattform auf, und unter Brdern ist natrlich besonders interessant, wer mehr bietet. Im Kadjar-Cockpit lassen sich die digitalen Instrumente in vier verschiedenen Grafikstilen darstellen. Klar, eine Spielerei, aber nett und frhlich. Im Nissan sind die Rundinstrumente ganz klassisch arrangiert. Beim Raumangebot sammelt der Kadjar ein paar Punkte mehr wegen seiner greren Innenhhe, vorn und hinten gibt es etwas mehr Luft berm Scheitel als im Qashqai. Dort haben uns die Sitze nicht so gut gefallen, mit ihrer (zu) kurzen Auflage, der relativ niedrigen Lehne und den weichen Polstern. Die im Renault knnen das aber nicht viel besser. Sie sehen zwar groartig aus, erfllen aber die Erwartungen nicht ganz: wenig Seitenhalt, Lehne zu kurz.
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Angetrieben werden Renault und Nissan vom gleichen 1,6-Liter-Vierzylinder mit 130 PS, aber mit leicht unterschiedlichem Ergebnis. Im Qashqai wirkt der lebendige Motor noch ein bisschen kerniger und spritziger, dreht lockerer aus. Im Kadjar dagegen scheint er besser gedmmt, luft eine Spur ruhiger auch wenn sich das in den reinen Messwerten kaum widerspiegelt.

Die Zeit der Snften ist bei Renault endgltig vorbei

Franzsische Hrte: Der Kadjar poltert mit 17-Zllern ausgesprochen heftig ber Querfugen und hnliches.

Snften bauen die Franzosen schon lange nicht mehr, wie wir wissen. Allerdings haben sie die neu entdeckte Hrte beim Kadjar als Bose Edition mit 225/45 R 19 ganz schn ausgereizt. Der poltert ausgesprochen heftig ber Querfugen und hnliches, wir empfehlen eher die 17-Zoll-Bereifung. Andererseits bringt eine solche stramme Auslegung auch ein recht knackig-handliches Fahrverhalten. Der Nissan kommt da nicht ran, liegt unruhiger und schaukeliger. Zusammen mit der teigigen, bei schnellen Richtungswechseln verhrtenden Lenkung ergibt das ein schwerflligeres Fahrverhalten als im Renault. Aber klar, fr die Kurvenjagd sind SUVs sowieso nicht gebaut, das wei auch Hyundai. Der Tucson wird angetrieben von einem laufruhigen, durchzugsstarken 2,0-Liter mit 136 PS. Ein sympathischer Typ, der den Tucson flott beschleunigt. Er ist schneller unterwegs als der Nissan und der Renault. berhaupt: Im direkten Vergleich mit den ausgeruhteren 2,0-Liter-Dieseln auch dem im Seat wirkt der 1,6-Liter in Kadjar und Qashqai bemht und leicht angestrengt.
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Beim Bremsen steht der Tucson etwas zu spt

Verbesserungswrdige Anker: Der Hyundai stand in diesem Test erst nach mehr als 38 Metern.

So fhrt sich der Tucson unaufgeregt und handlich, federt ausgewogen und schluckt Unebenheiten routiniert. Nicht ganz so toll jedoch: die Bremsen. Der Hyundai stand in diesem Test erst nach mehr als 38 Metern. Das ist der schlechteste Wert in diesem Vergleich. Der Seat blieb jeweils knapp darunter, auch nicht gerade ein Ruhmesblatt fr ein nagelneues Auto. Aber das war es dann auch schon an Kritik, abgesehen davon fhrt der Ateca hier in einer eigenen Liga. Sein 150-PS-2,0-Liter tritt krftig an, dreht lebhaft. Er scheint zwar etwas weniger gedmmt als zum Beispiel im baugleichen VW Tiguan und brummt bei hheren Drehzahlen durchaus vernehmbar. Macht aber nichts, das passt gut zum kernig-sportlichen Charakter des Ateca der auch in dieser Konstellation den Sportler unter den Kompakt-SUVs gibt. Er fhrt sich betont handlich und mhelos, federt stramm, seine Lenkung spricht przise an.
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Vorn liegt der Ateca auch beim Preis, steht in Test-Ausstattung fr 31.165 Euro in der Liste. Nissan berechnet fr den komplett ausgestatteten Qashqai 32.150, Hyundai fr den Tucson 32.800 Euro. Wie immer gibt es bei den Koreanern fnf Jahre Garantie. Die hat auch der Renault, der mit 33.890 Euro der Teuerste ist. Es spricht also vieles fr den Seat, der hier tatschlich alle nass macht.

Seat Ateca gegen seine Allrad-Konkurrenten

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt von folgenden Modellen: Hyundai Tucson 2.0 CRDi 4WD, Nissan Qashqai 1.6 dCi 4x4i, Renault Kadja Energy dCi 130 4x4 und Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive (Vergleichstest).

Verffentlicht:

12.08.2016

Preis:

1,00


Dirk Branke

Dirk Branke

Fazit

Ein groer Wurf, schrieben wir nach dem ersten Vergleich. Und das besttigt der sehr moderne, zeitgeme Seat hier eindrucksvoll. Auf Platz zwei der sympathisch ausgewogene Hyundai. Und im Bruderduell liegt der knackigere Renault diesmal vor dem Nissan.

Stichworte:

Kompakt-SUV

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