Seat DriveApp und Check im Ibiza

Seat Ibiza Facelift (2015): Connectivity-Check

— 09.10.2015

Was kann das neue Infotainment im Ibiza?

Viel Infotainment für verhältnismäßig wenig Geld: Seat verspricht volle Vernetzung im gelifteten Ibiza. Was kann das System wirklich?

Handy anstöpseln und schon stehen die Funktionen bereit. Das funktionierte beim Ausprobieren meist zuverlässig.

Im Kampf insbesondere um jüngere Käufer müssen die Autohersteller heute mehr bieten als nur gute Fahrleistungen. Mit jedem Facelift, jedem neuen Modell wird auch das Infotainment modernisiert. Vernetzung mit dem Smartphone ist hier das Schlüsselthema, denn die modernen Handys beherrschen mehr als nur Telefonie. Beim Facelift des Ibiza hat Seat aus dem Vollen geschöpft, bietet ein Infotainmentystem mit "Full Link" an. Heißt: Sowohl Apples CarPlay als auch die Android-kompatiblen Systeme Android Auto sowie Mirrorlink sollen im Ibiza funktionieren. Nachdem wir vor einiger Zeit den gelifteten kleinen Spanier schon gefahren sind, testen wir nun das Infotainment, das mit seinem günstigen Preis lockt.
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Stöpselt man das Smartphone via USB in der Mittelkonsole an, kann man je nach Handymodell wählen, ob Apple CarPlay, Mirrorlink oder Android Auto zum Bedienen des Telefons während der Fahrt gewünscht ist.
Apple Car Play. Android Auto und Mirrorlink
Die Smartphonehersteller arbeiten fieberhaft daran, die Inhalte vom Handy auch auf dem Display des Infotainmentsystems im Auto abbilden zu können – und das möglichst bedienerfreundlich und ablenkungsfrei. Google und Apple haben deshalb ihre eigenen Plattformen entwickelt – Android Auto und Apple CarPlay. Vorteil: Die Nutzeroberflächen sind einheitlich, die Bedienlogik optimiert, viele Funktionen lassen sich per Sprachsteuerung anwählen, Nachrichten werden vorgelesen. Nachteil: Viele Vorgaben seitens Apple und Google führen dazu, dass externe Programmierer bislang kaum optimierte Apps anbieten. Mirrorlink wiederum "spiegelt" diverse Apps aufs Infotainment-Display. Vorteil: Die Zahl der kompatiblen Apps ist größer. Nachteile: Die Nutzeroberfläche wirkt etwas unaufgeräumter, zudem funktioniert Mirrorlink nur mit bestimmten Android-Geräten.

Die Kacheln von Apple CarPlay sind groß. Nachrichten werden vorgelesen, Sprachsteuerung ist möglich.

Fangen wir bei Apple CarPlay an: Auf dem Display im Auto erscheinen die App-Kacheln vergrößert, acht pro Seite. Zwischen den einzelnen Seiten kann man wie beim Smartphone hin- und herwischen, was auf dem Display im Ibiza gut funktioniert. Neben der Telefonfunktion lassen sich auch Musik, Podcasts und Nachrichten steuern. Aus Sicherheitsgründen zeigt das System allerdings SMS-Nachrichten nicht an, sondern liest sie vor, via Siri kann der Fahrer die Antwort diktieren. Der gewohnte Home-Button ist links auf dem Display abgebildet. Alle Schaltflächen sind ausreichend groß auf dem gut auflösenden Display dargestellt. Schade nur: Aufgrund der großen Restriktionen seitens Apple ist die Auswahl an kompatiblen Apps noch recht gering, was sich aber in Zukunft ändern dürfte.

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Android Auto: Auch WhatsApp-Nachrichten werden vorgelesen

Googles System Android Auto sieht ähnlich aufgeräumt aus und beherrscht ähnliche Funktionen, liest ebenfalls Bildschirminhalte vor und gehorcht aufs gesprochene Wort, sodass die Ablenkung verhältnismäßig gering ausfällt. Großes Plus: Auch WhatsApp-Nachrichten werden vom System vorgelesen, der Fahrer kann entweder via großer Schaltfläche ("Bin im Auto") den Dialog abwürgen oder per Diktierfunktion antworten.

Seat Ibiza Facelift (2015): Fahrbericht

Seat-App belohnt Spritsparer

Wer die Herausforderung sucht: Die Seat Drive App hilft auf Wunsch beim Spritsparen.

Via Mirrorlink können kompatible Apps (die Liste gibt es auf dieser Seite) auf dem Display im Auto angezeigt werden. In Zusammenarbeit mit Samsung hat Seat die Drive App entwickelt: Das System liest Statusmeldungen aus sozialen Netzwerken (immer nur die aktuellste Meldung) vor, es lassen sich Fahrerprofile anlegen, ein Homescreen zusammenstellen und Shortlinks via Gestensteuerung definieren: Malt man ein Symbol auf den Bidschirm, wird beispielsweise eine definierte Telefonnummer angerufen. Auf Wunsch zeichnet die Drive App Routen auf oder hilft beim Spritsparen: Das System stellt, ähnlich wie bei Lauf-Apps, Herausforderungen. Schafft man es beispielsweise, zehn Mal zu schalten, bevor die Schaltanzeige darauf hinweist, gibt es Punkte. Das Belohnungszentrum im Gehirn wird damit aktiviert. Auch der Fahrzeugstatus lässt sich abrufen. Außerhalb des Autos kann man seine Fahrdaten checken und den Standort des Autos finden.

Braucht man überhaupt ein eingebautes Navi?

In der Basisversion hat das Seat-System kein eingebautes Navigationssystem. Ob man es braucht (400 Euro extra), muss jeder Fahrer selbst entscheiden: Schließlich kann man auch via gekoppeltem Handy (Apples Kartendienst beziehungsweise Google Maps über Android Auto) oder eine unterstützte Navigations-App via Mirrorlink, (derzeit sind das Sygic und Bringgo) navigieren. Das funktioniert in der Regel sehr zuverlässig, Haken an der Sache: Google Maps und Apples Karten benötigen eine bestehende Internetverbindung und Datenvolumen – im Ausland können zudem Roaminggebühren anfallen.

Android Auto, Mirrorlink und Apple CarPlay stecken im gelifteten Seat Ibiza für kleines Geld. AUTO BILD hat sich die Systeme genauer angeschaut: http://www.autobild.de/artikel/seat-ibiza-facelift-2015-connectivity-check-6993539.html

Posted by AUTO BILD on Friday, October 9, 2015
Alles zum Thema Connected Car

Was kostet es?

Und der Preis? Wir gehen bei unserer Berechnung davon aus, dass nur das Infotainment erwünscht ist, in unterschiedlichen Ausstattungen und Paketen kann diese Summe abweichen. Ab der zweiten Ausstattungslinie "Style" ist das Seat-Infotainmentsystem "Plus" mit Farbdisplay für 285 Euro erhältlich – die Grundlage für die Vernetzung mit dem Handy. Hier ist Bluetooth für die Freisprecheinrichtung und das drahtlose Musik-Streaming schon mit an Bord. Für den vollen Funktionsumfang sind noch einmal 170 Euro für die "Full Link"-Funktionalität fällig, macht 455 Euro. Zudem bietet Seat derzeit das Sondermodell "Connect" an, bei dem das System schon inbegriffen ist.

Kleinwagen mit Turbo im Test

Was verlangt die Konkurrenz?

AUTO BILD Redakteur Christopher Clausen (li.) lässt sich das System von Torsten Becker von Seat erklären.

Ist das teuer oder günstig? Zum Vergleich: Opel hat im Corsa ein System mit Mirrorlink und Siri-Unterstützung ab der zweiten Ausstattung "Selection" für 300 Euro (auch in Paketen erhätlich), ein Navi gibt es hier nicht ab Werk. Ford verlangt im Fiesta für das Sync-System mit App-Link je nach Ausstattung einzeln ab 1175 Euro (für die Ausstattung Econetic ab 450 Euro, ansonsten unter anderem auch in der "Sync"-Edition und in diversen Paketen erhältlich), beim VW Polo sieht die Rechnung folgendermaßen aus: Radio "Composition Media" für 940 Euro in der Trendline bzw. 530 Euro in höheren Ausstattungen plus USB-Schnittstelle für 73 Euro, dazu kommt App-Connect für 205 Euro. Sprachbedienung laut Preisliste noch einmal 215 Euro zusätzlich – macht mindestens 1023 Euro, wenn man nur an Smartphone-Kopplung interessiert ist.

Seat DriveApp und Check im Ibiza

Autor:

Fazit

Seat bietet ein verhältnismäßig günstiges Produkt an, das durch seinen breiten Funktionsumfang durchaus längerfristig zukunftsfähig ist. Braucht man das alles? Sicherlich nicht, und auch nicht jeder möchte sein Handy mit dem Auto verbinden. Für die Verkehrssicherheit leisten diese Systeme aber einen Beitrag: Durch die Sprachbedienung braucht man weder die Augen von der Straße, noch die Hände vom Lenkrad nehmen.

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