Seat Leon Facelift (2017): Vorstellung, Fahrbericht

Seat Leon Facelift (2017): Vorstellung und Fahrbericht

— 18.11.2016

Das kann der neue Seat Leon

Der Seat Leon hat ein Facelift bekommen. Die Optik ändert sich kaum, die Technik dafür umso mehr. Alle Infos zum Seat Leon Facelift!

Die wichtigsten Fakten zum Seat Leon Facelift im Artikel:

Vorstellung: Drei Karosserievarianten, frischerer Look
Interieur: Technik des Ateca
Fahrbericht: Ein überraschend kräftiger neuer Diesel
Ausstattung: Vier Linien und neue Assistenten
Connectivity: Mit Apple Carplay und Android Auto
Motoren und Preise: Große Auswahl ab 14.990 Euro
Technische Daten
Gebrauchtwagen: Leon fahren ab 10.000 Euro

Vorstellung: Drei Karosserievarianten für das Facelift

Video: Vorstellung Seat Leon (2016)

Seat frischt den Leon auf

Nach rund vier Jahren Bauzeit bekommt die dritte Generation des Seat Leon ein Facelift. Leichte Überarbeitungen wie die neuen Schürzen vorne und hinten und die LED-Blinker lassen den Leon frischer aussehen. Seat erneuert den kompakten Leon kurz vor dem Konzernbruder VW Golf, dessen siebte Generation im November 2016 ein Facelift bekommt. Außerdem trifft der Spanier auf den 2015 komplett neu aufgelegten Opel Astra und den ebenfalls kürzlich überarbeiteten Audi A3. Während spekuliert wird, dass der dreitürige Seat Leon in der vierten Generation wegfällt, wird das Facelift weiterhin in drei Karosserievarianten angeboten: Er kommt als Drei- und Fünftürer sowie als Kombi ST, für den sich rund 35 Prozent aller Leon-Kunden entscheiden. Wichtig in der Kompaktklasse sind eine breite Motorenpalette und eine gute Einbindung des Smartphones. Neben der Connectivity werden auch die Fahrassistenzsysteme für viele Kunden immer wichtiger.

Kompaktklasse-Neuheiten bis 2020

VW Golf VIII Illustration Ford Focus Illustration Seat Leon
Alle Infos zum Seat Leon

Interieur: Technik des Ateca in den Leon implantiert

Die Funktionen des Infotainment-Systems stammen vom großen SUV-Bruder Ateca. Der Touchscreen misst zum neuen Baujahr acht Zoll statt bisher 6,5 Zoll. Außerdem verspricht Seat, dass der kompakte Leon alle technischen Spielereien aus dem Ateca übernimmt. Ein Extra des SUVs, das dem Leon verwehrt bleibt, ist die 360-Grad-Kamera. Was bei guter Übersichtlichkeit und einer Außenlänge von 4,27 Metern (ST: 4,54 Meter) aber locker zu verkraften ist. Für alle, die trotzdem nicht klarkommen, ist eine herkömmliche Rückfahrkamera an Bord.

Der Bildschirm des Infotainment-System wächst von 6,5 Zoll auf acht Zoll.

Das Cockpit ist weiterhin leicht dem Fahrer zugewandt, hier finden sich auch Seat-Neulinge schnell zurecht. An den Platzverhältnissen und der Materialauswahl hat sich beim Facelift nichts geändert, das passt. Auch wenn der Bruder aus Ingolstadt bei den verwendeten Materialien noch einen Hauch besser ist. Der pulsierend beleuchtete Startknopf befindet sich auf der neu designten Mittelkonsole. Freunde analoger Technik müssen stark sein, denn beim Griff in die Mittelkonsole fällt auf, dass da gar keine Handbremse mehr ist. Die hat Seat beim Leon Facelift durch eine elektrische Parkbremse ersetzt. Hier zieht Seat nach, denn beim Opel Astra und auch beim Audi A3 wird die Parkbremse schon lange per Knopf angezogen. Und das ist noch nicht die letzte technische Neuerung beim Leon. Denn auch bei den Assistenzsystemen fährt der spanische Golf ordentlich auf und kann sich auf die Unterstützung des großen Bruders Ateca verlassen: Stau-, Spurhalte-, Parkassistent und der lange überfällige Totwinkel-Warner sind auf Wunsch endlich für den Leon erhältlich.

Fahrbericht: Ein überraschend kräftiger neuer Diesel

Am Heck erkennt man das Leon-Facelift in erster Linie an der überarbeiteten Schürze.

AUTO BILD ist den neuen Turbodiesel mit 115 PS gefahren. Der Motor erstaunt schon auf den ersten Kilometern. Nur 115 PS? Gefühlt herrscht da einiges mehr an Kraftentfaltung. Auf den Druck des Gaspedals reagiert der Diesel spontan und nahezu ohne Verzögerung. Der Sprint, den er bei Vollgas aus dem Stand bis 100 km/h abliefert, kommt einem deutlich schneller vor als die offiziell angegebenen 9,5 Sekunden. Überholen auf der Landstraße oder Zwischenspurt auf der Autobahn? Völlig entspannt. Nicht zuletzt, weil das maximale Drehmoment von 250 Nm bereits ab 1500 Umdrehungen anliegt, lässt sich der 115-PS-Leon sehr schaltfaul fahren. Je nach Fahrsituation kommt man meisten durchgehend mit dem dritten oder vierten Gang aus. Außerdem ist der Diesel laufruhig und leise, es wird im Leon auch beim Beschleunigen auf die 193 km/h Höchstgeschwindigkeit nicht übermäßig laut. Die Lenkung arbeitet exakt – und gleichzeitig so gefühllos wie bisher. Der Spurhalteassistent warnt nicht nur, sobald man ohne zu blinken über eine Linie auf der Fahrbahn fährt – er steuert aktiv dagegen. Um den Lenkeingriff von Kollege Computer zu übertrumpfen, bedarf es bemerkenswert viel Kraft. Das ist schon etwas ungewohnt.

Ausstattung: Vier Ausstattungslinien und mehr Assistenzsysteme

Das LED-Tagfahrlicht ist beim Seat Leon Facelift gleichzeitig auch der LED-Blinker.

Zum Marktstart im Januar 2017 kommt der Seat Leon in fünf Ausstattungslinien. Neu ist die Linie Xcellence, die parallel zum sportlichen FR eher komfortorientierte Kunden ansprechen soll. Zu erkennen ist sie an den Aluminium-Einstiegsleisten inklusive Xcellence-Schriftzug, dem "X" in der Lenkradspange und verchromten Fensterrahmen. Weiterhin erhältlich sind die Einstiegsvariante, plus die Versionen Reference und Style. Neu beim Leon sind die optionalen und leicht ummodellierten LED-Scheinwerfer inklusive Blinker in LED-Technik. Beim ersten Check fällt auf, dass das Kennzeichen jetzt bündig mit dem unteren Lufteinlass abschließt und nicht mehr in ihn hineinragt. Das sieht nicht nur flüssiger aus, sondern schafft auch Platz für den mittig im unteren Lufteinlass integrierten Radar-Sensor, der für die Assistenzsysteme benötigt wird. Denn bei den Fahrerassistenzsystemen hat Seat ordentlich aufgerüstet. Das Leon Facelift beherrscht auf Wunsch teilautonomes Lenken, Bremsen und Beschleunigen bis zu einem Tempo von 60 km/h. Ebenfalls erhältlich ist ein adaptiver Tempomat mit Notbremsfunktion, ein Fußgängerschutz und der bisher nicht angebotene Totwinkel-Assistent. Das Update für den Leon war dringend nötig, bietet Opel den Großteil der genannten Assistenten schon seit 2015 im Astra an.

Connectivity: Apple CarPlay und Android Auto an Bord

Video: Seat Leon Facelift (2016)

Neues Infotainment System im Leon

Bei der Connectivity des Seat Leon Facelift merkt man den Einfluss vom neuen Ateca. Der Kompakte übernimmt das gesamte Infotainment-System inklusive Acht-Zoll-Display aus dem SUV. Der größere Bildschirm bedeutet auch weniger Knöpfe – statt bis zu acht Tasten und zwei Drehreglern umrahmen das Display zukünftig zwei Knöpfe und ein Lautstärkeregler. Das Cockpit wirkt so deutlich aufgeräumter. Dazu gehört auch Gestensteuerung fürs Navi. Genau genommen handelt es sich hierbei eher um einen Annäherungssensor, der die Menüs einblendet, sobald man sich dem Bildschirm nähert. Auch die sogenannte Phonebox, die induktives Laden des Smartphones ermöglicht und natürlich Seat Full Link inklusive Apple CarPlay und Android Auto kennen wir schon aus dem Ateca. Ein mobiles Callcenter, wie es Opel im Astra mit Onstar anbietet, ist für den Seat Leon nicht erhältlich.

Seat Leon Facelift (2017): Vorstellung, Fahrbericht

Motoren und Preise: Große Auswahl

Ab November 2016 ist das Seat Leon Facelift bestellbar. Der kompakte 3-Türer mit 1,2-Liter-Motor wird bei 14.990 Euro starten. Die Spanier ändern also trotz der Überarbeitungen nichts an den Einstiegspreisen. Der Leon ST ist ab 16.640 Euro zu haben. Die neue Linie Xcellence hat den gleichen Einstiegspreis wie die FR-Variante. Verkaufsstart bei den Händlern ist im Januar 2017. Die Diesel-Palette reicht vom 1,6-Liter mit 115 PS bis zum Zweiliter mit 184 PS, während die vorläufige Benziner-Topmotorisierung 180 PS leistet. Neu im Leon ist der 1,6-Liter-Dieselmotor mit 115 PS. Auch der Leon Cupra bekommt ein Facelift – sein Motor wird 300 PS stark. Alles dazu lesen Sie hier. Kunden haben zudem die Wahl zwischen Fünf- oder Sechsgang-Handschaltung und dem bekannten DSG mit sechs oder sieben Stufen. Auch ein Allradantrieb mit Haldex-Kupplung ist bestellbar. Ab Werk bleibt es beim Frontantrieb. Alle technischen Neuerungen wie Assistenzsysteme oder Connectivity kosten extra oder sind erst bei den höheren Ausstattungsvarianten serienmäßig verbaut.

Neue Kompakt-Sportler bis 2019

VW Golf VIII GTI Illustration Peugeot 2008 GTi Illustration VW Renault Mégane RS Illustration

Technische Daten: Motorenpalette reicht von 86 PS bis 184 PS

Benziner:

• Leon 1.2 TSI • Leistung: 86 PS • Verbauch: 5,3 l/100 km

• Leon 1.2 TSI • Leistung: 110 PS • Verbauch: 5,1 l/100 km

• Leon 1.4 TGI (nur Fünftürer & ST) • Leistung: 110 PS • Verbrauch: 5,5 - 5,7 l/100 km

• Leon 1.0 TSI • Leistung: 115 PS • Verbrauch: 4,4 l/100 km

• Leon 1.4 TSI • Leistung: 125 PS • Verbrauch: 5,4 l/100 km

• Leon 1.4 TSI • Leistung: 150 PS • Verbrauch: 5,0 l/100 km

• Leon 1.8 TSI • Leistung: 180 PS • Verbrauch: 5,8 - 6,0 l/100 km

Diesel:

• Leon 1.6 TDI • Leistung: 115 PS • Vebrauch: 4,1 - 4,3 l/100 km

• Leon 2.0 TDI • Leistung: 150 PS • Verbrauch: 4,5 - 4,6 l/100 km

• Leon 2.0 TDI • Leistung: 184 PS • Verbrauch: 4,5 - 4,6 l/100 km

Gebrauchtwagen: Leon der dritten Generation unter 10.000 Euro

Beim Vorfacelift-Modell des Seat Leon ragt das Kennzeichen leicht in den unteren Lufteinlass, der Grill ist etwas schmaler.

Die dritte Generation des Seat Leon trägt die interne Bezeichnung 5F und ist seit Ende 2012 auf dem Markt. Die Motorenpalette reicht von 86 PS bis 290 PS im Topmodell Cupra 290. Als Einstiegsvariante steht der Seat Leon mit zugegeben magerer Ausstattung für 15.490 Euro beim Händler. Gebrauchte Leon der dritten Generation beginnen bei etwas unter 10.000 Euro. Die Auswahl ist riesig und die aufgerufenen Preise orientieren sich stark an der Ausstattung der angebotenen Fahrzeuge. Das Verhältnis zwischen Benziner und Diesel ist relativ ausgeglichen, auch hier ist das Angebot mehr als ausreichend. Wer das Topmodell Cupra mit wahlweise 265 PS oder 280 PS möchte, der muss rund 23.000 Euro in einen jungen Gebrauchten investieren.
Autor:

Jan Götze

Fazit

Der Seat Leon fährt frisch ins Modelljahr 2017. Während sich außen wenig tut, wird die Technik zeitgemäß aufgewertet. So bleibt der Leon eine dynamische Alternative zum Konzernbruder VW Golf 7 Facelift.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.