Seat Leon: Fahrbericht
— 09.11.2012So fährt sich der neue Leon
Die dritte Generation des Leon soll Seat wieder über die Gewinnschwelle hieven. Ob der heißblütige Golf-Bruder tatsächlich das Zeug dazu hat, klärt der erste Fahrbericht.
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Aber wichtiger als der Raumgewinn ist den Spaniern der noble Eindruck, den der Innenraum hinterlässt. "Da hatten wir deutlichen Nachholbedarf", räumt Entwicklungschef Matthias Rabe ein und schwärmt von einem Cockpit aus einem Guss, von hochwertigen Anzeigen und jeder Menge Zierrat auf den Konsolen. Ganz auf Golf-Niveau ist der Leon damit noch nicht, weil manche Materialien nicht so recht zueinander passen wollen, die mechanische Handbremse seltsam antiquiert wirkt und der Bildschirm des Navigationssystems so gar nichts mit Brillanz und Schärfe aktueller Smartphones gemein hat. Doch alle Bedienelemente liegen perfekt zur Hand, die Instrumente sind eine Augenweide und das Ambiente ist stimmig.
Während die Spanier am Zeichenbrett ihre eigene Linie gefunden haben, nutzen sie unter dem Blech die Vorzüge des Konzernverbundes. Das bedeutet bis zu 90 Kilogramm weniger Gewicht, bis zu 22 Prozent weniger Verbrauch und jede Menge neuer Infotainment- und Assistenzsysteme. So wacht die Elektronik auf Wunsch über die Einhaltung der Fahrspur und greift zur Not auch korrigierend ins Lenkrad, warnt den Fahrer, bevor er zu müde wird, zündet automatisch das Fernlicht und steigt bei einer drohenden Kollision selbständig in die Eisen.Anders als der Golf startet der Leon gleich mit einer Vielzahl von Motoren: Es gibt vom Start weg drei Diesel mit 90 bis 150 PS und vier Benziner von 86 PS bis 140 PS. Damit sind Geschwindigkeiten von 178 bis 211 km/h möglich. Die Verbrauchswerte liegen zwischen 3,8 Litern Diesel (Co2-Ausstoß 99 g/km) und 5,2 Litern Benzin (119 g/km). Und damit ist es noch lange nicht genug: Für das nächste Jahr hat Seat neben einem Spardiesel mit 3,3 Litern Verbrauch für sportliche Fahrer einen 1,8-Liter-Turbo mit 180 PS sowie einen 2,0-Liter-Diesel mit 184 PS angekündigt. Außerdem stellen die Spanier eine Erdgasvariante sowie einen neuen Cupra mit mehr als 250 PS und Allradantrieb in Aussicht, den es dann auch für die zivilen Varianten geben wird. Auch bei den Karosserievarianten setzt Seat auf eine neue Vielfalt: Schon im Frühjahr sollen dem Fünftürer deshalb ein noch sportlicherer Dreitürer und im Spätherbst erstmals bei Seat in dieser Klasse ein Kombi folgen. Und wenn alles läuft wie geplant, dann könnte sich das spanische Sorgenkind demnächst sogar ein paar richtig neue Modelle für neue Segmente gönnen, deutet Designchef Mesonero an: "Wir hier im Design sind so etwas wie die Traumfabrik von Seat und haben viele Ideen. Und je besser das Geschäft läuft, desto mehr können wir davon auch wahr machen."
Solide Golf-Technik in leidenschaftlicher Verpackung, kräftige Motoren und ein knackiges Fahrwerk – für Firmenchef James Muir ist der Leon das beste Auto, das Seat je gebaut hat. Doch allein auf die Überzeugungskraft des Produktes wollen die Spanier offenbar nicht setzen. Sondern zugleich polieren sie auch noch einmal am Preis: Mit 15.390 Euro ist der neue Leon deshalb sogar noch billiger als der Alte. Wenn das mal keine guten Vorzeichen sind.
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Kommentare zum Artikel (4)
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Egal ob innen oder außen: Die Optik des Spanien-Golfs gefällt mir besser als die des dt. Originals.
Und 'ne richtige Handbremse gibts auch noch!
Daumen hoch für die beiden vorigen Kommentare!
Es ist wirklich beadauerlich, wenn Auto-Redakteure so wenig von der Materie verstehen: Eine mechanische Handbremse ist keineswegs "seltsam antiqiert", sondern für jeden, der fahren kann, ein absolutes Muss. Der Digitalknopf hingegen, der den Werken ein paar Euro spart und deswegen als Innovation gepriesen wird, ist unbrauchbar. Wer etwas von Fahrphysik versteht, kann mit einer feinfühlig dosierbaren Handbremse gerade auf Schnee und Eis die aus der Kopflastigkeit moderner Autos resultierende Untersteuerneigung hevorragend kompensieren, was Spaß macht und einen echten Sicherheitsgewinn bringt.
Mir gefällt der Wagen ganz gut. Im Konzern-Trio ist er der Schönste. Der Artikel bekommt trotzdem nur 1 Stern - einfach das vordiktierte Marketinggequatsche ein kopieren, ist schwach.